In der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift “GQ” spricht Pharrell Williams, einer der futuristischsten und einflussreichsten Künstler unserer Zeit, über Themen, die die Welt bewegen.

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Credit: Richard Bord / GettyImages

Kritik am System
“New Masculinity”, also so viel wie “neue Maskulinität”, ist der Titel der brandneuen “GQ”-Edition in den Vereinigten Staaten und dafür holten sich die Redakteure niemand geringeres als Musiker und Fashion-Ikone Pharrell Williams auf's Cover. Mit dem US-amerikanischen Männermagazin für Mode, Lifestyle und Technik diskutierte der vierfache Vater, was es heutzutage heißt ein Mann zu sein und ob unsere heteronormativen Vorstellungen von Männlichkeit vielleicht nicht doch mehr hinterfragt und des Öfteren auch umgeworfen werden sollten.

“Ich denke die wahrhaftigste Definition von Männlichkeit ist der Teil von dir, der alle deine anderen Charaktereigenschaften versteht und respektiert. Ebenfalls die, die nicht maskulin sind”, sagte der Sänger. “Die ganze Debatte um Maskulinität hat meiner Meinung nach immer etwas mit Ethnizität zu tun. Momentan ist die dominante Kraft auf diesem Planeten der ältere heterosexuelle weiße Mann. Und sie alle spüren den nicht-binären Umschwung und das Zusammenkommen der Geschlechter.”

 
 
 
 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

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Er hat viel zu sagen
Auf die Frage hin, wie er zu seinem genderfluiden Kleidungsstil gekommen ist, erklärte der 46-Jährige: “Es hat alles damit angefangen, dass ich mir gedacht habe, dass ich einfach alles tragen kann. Ich besitze viele Stücke von Chanel und Céline, weil sie mir sehr gut passen. Wenn man in sich hineinhört und rausfindet wer man ist und sich damit wohlfühlt, dann sieht einfach alles toll an einem aus. […] Aber auch ich habe meine Grenzen. Ich habe kein Interesse daran einen Rock oder eine Bluse anzuziehen. Das passt einfach nicht zu mir. Es gibt jedoch Klamotten, die eigentlich für Frauen gemacht sind, die ich gerne trage und die mir stehen.”

Im Interview werden weitere Stars, wie zum Beispiel die Rapper Young Thug und Lil Uzi Vert, genannt, die ebenfalls dafür bekannt sind dem geschlechtsspezifischen Stereotyp des Mannes den Kampf anzusagen. Pharrell Williams feiert seine Kollegen dafür. “Warum sollten sie das nicht tun? Wer schreibt denn die Regeln vor? Wenn Leute Religion als Argument benutzen, dass jemand etwas nicht tragen sollte, kann ich das nicht nachvollziehen. Im alten Testament steht so weit ich weiß nichts von BHs oder Hemden.”

 
 
 
 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

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Sehnsucht nach Wandel
“Ich habe das Gefühl, dass es an der Zeit ist ernsthaft etwas in uns selbst zu verändern”, appellierte der “Happy”-Interpret zum Ende des Gesprächs, als es um die anstehenden Präsidentschaftswahlen in den USA nächsten Jahres geht. “Wer letztendlich ins Weiße Haus einzieht, ist gar nicht so wichtig. Es geht eher darum, wer sich zur Wahlurne begibt. Leider ist es in der Realität so, dass die meisten Menschen gar nicht wissen, dass wir uns in einem spirituellen Krieg befinden, denn sie sind von allem um sie herum massiv abgelenkt."