Dank seiner Eigeninterpretation des Hits "Blurred Lines" von Robin Thicke, wurde J Balvin 2013 auch außerhalb Kolumbiens bekannt. Spätestens seit "Mi Gente" kann man den 34-Jährigen als Institution in der internationalen Reggaeton und Latin-Pop-Szene sehen. Jetzt liefert J Balvin mit "Morado" Nachschub. 
Der kolumbianische Latinstar J Balvin steht auf schrille Looks

Credit: Emma McIntyre / GettyImages

Midtempo Reggaeton 
Seine Outfits sind so bunt wie seine Musik - Wenn einer das südamerikanische Lebensgefühl transportiert, dann wohl J Balvin. Seit der 34-Jährige 2017 mit "Mi Gente" international auf der Bildfläche erschienen ist, hält er sich an der Spitze der erfolgreichsten Latinstars. Luis Fonsi hat er dabei schon lange vom Thron gestoßen. 2020 liefert J Balvin deshalb nach - "Morado" ist typisch rhythmisch, wenn auch weniger poppig. In dem zugehörigen Clip setzt der Kolumbianer dabei alles auf eine Farbe: Lila. Aber, warum? Jährlich kürt das Pantone Institut die "Farbe des Jahres" - 2020 ist diese eigentlich "Classic Blue". Ist J also im Jahr 2018 hängen geblieben? Da war laut Pantone nämlich "Ultra Violet" angesagt. 

"Ich sehe Musik in Farben" 
Mit dem "Farbe des Jahres" hat das Farbschema des Videos zu "Morado" also eher weniger zu tun. Wer spanisch spricht, weiß natürlich direkt, warum der 34-Jährige in der Visualisierung zu seinem neuesten Werk alles auf eine Farbe setzt: Weil "Morado" übersetzt schlicht und einfach "lila" heißt. Doch das ist natürlich nicht der einzige Grund. J Balvin gab Ende 2019 in einem Interview mit "Globe Newswire" zu, dass er Musik in Farben sieht. Dieses Phänomen nennt sich "farbiges hören" oder auch Synästhesie und ist kein Hirngespinst, sondern beruht auf zusätzlichen neuronalen Verbindungen zwischen einzelnen Sinnen. So können Menschen mit dieser Gabe auch Zahlen oder Buchstaben als Farben wahrnehmen. Und "Morado" klingt für den Grammy-Nominierten Balvin wohl wie die Farbe lila. 

 

Nach weiß kommt lila 
Produziert wurde der Midtempo Reggaeton Track übrigens von dem Kolumbianer Sky Rompiendo El Bajo. Der hat bereits bei seiner Debütsingle "Karma" bewiesen, was er draufhat und ist der Kopf hinter etlichen Songs von J Balvin oder auch Ozuna. "Morado" ist das zweite Kapitel von J Balvins "Colores"-Single-Serie, er ist also Nachfolger des Songs "Blanco" (dt. "weiß"), der bereits im Herbst letzten Jahres veröffentlicht wurde. Im Gegensatz zu älteren Songs, zeigen Sky und Balvin in "Morado" eine gothicartige Seite des Reggaetons und setzen gekonnt Synthis ein. Momentan arbeitet der 34-Jährige übrigens schon wieder an einem neuen Album. Seine letzte LP "Oasis" ist derzeit noch für die Kategorie "Best Latin Rock, Urban or Alternative Album" bei den diesjährigen Grammys nominiert, die am 26. Januar in Los Angeles vergeben werden. 

J Balvin bei den Grammys 2019

Credit: David Crotty / GettyImages