Statt die vollen zwei Jahre abzusitzen, wurde der Skandal-Rapper nach 17 Monaten aus dem Gefängnis entlassen. Nimmt er nun am Zeugenschutzprogramm teil?

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Bat um Gnade
Am 19. November 2018 wurde US-Rapper 6ix9ine verhaftet und in Untersuchungshaft gesteckt. Monate später arbeitete er mit der Staatsanwaltschaft zusammen, sagte gegen einige seiner Ex-Kollegen und Gang-Mitglieder der “9 Trey Gangsta Bloods” aus und versuchte sich dadurch selbst den Hintern zu retten. Und während sein Ex-Bodyguard Feheem “Crippy” Walter und sein ehemaliger Manager Kifano “Shotti” Jordan im Anschluss verhaftet und Anfang September 2019 zu Gefängnisstrafen von fünf und 15 Jahren verurteilt worden waren, bat der “STOOPID”-Interpret bei Richter Paul Engelmayer um Gnade.

“Weil der Termin meiner Verurteilung näher rückt, werde ich immer häufiger von meinen Emotionen überwältigt”, kann man in dem Schriftstück, welches TMZ in die Hände bekommen hat, nachlesen. “Vor allem danke ich Ihnen für diese Gelegenheit. Euer Ehren, ich bereue die Situation, in welcher ich mich gerade befinde. Ich weiß, dass mein Leben niemals das gleiche sein wird, aber ich hoffe, dass es sich zum Besseren wenden wird, denn darüber hinaus betrachte ich mich immer noch als Vorbild für Millionen von Menschen. Ich sehe mich als Künstler, Berühmtheit und als Mensch. Ich bin froh, dass die Öffentlichkeit mitansehen konnte, wie ich mit den Konsequenzen meiner Handlungen umgegangen bin, weil ich das Gefühl habe, dass dies ein Licht auf das wirft, was sich aus einer Zugehörigkeit zu solch einer Gang entwickeln kann.”

Anschließend entschuldigte er sich bei dem Richter und gestand, dass er nach der Verhaftung “erleichtert” gewesen war und im Alleingang niemals die “9 Trey Gangsta Bloods”-Gang verlassen hätte können …

Sich ganz aus der Misere retten konnte sich Daniel Hernandez, so sein bürgerlicher Name nicht, sondern wurde zu zwei Jahren hinter Gittern verurteilt und wird kurz danach fünf Jahre lang auf Bewährung sein, muss 300 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten und eine Geldstrafe von 35.000 US-Dollar zahlen. Am 02. August 2020 hätte er entlassen werden sollen:

Coronavirus sei dank …
In den darauffolgenden Wochen versuchte 6ix9ines Anwalt Dawn Florio alles, damit man seinen Mandanten frühzeitig aus der Haft entlassen würde und hatte scheinbar Erfolg: Am frühen Freitagmorgen, den 03. April 2020 bestätigte der juristische Beistand das Ende der Haftstrafe für den Skandal-Rapper. Er hat die Queens Detention Facility, in der er die letzten Monate eingesessen hatte, bereits verlassen. Der New Yorker wird die letzten vier Monate seiner 24-monatigen Gefängnisstrafe zu Hause verbringen, da er aufgrund seines Asthmas in eine Hochrisikogruppe fällt und sich mit COVID-19 infizieren könnte.

Ebenfalls wurde bestätigt, dass 6ix9ine erneut neue Musik aufnehmen und veröffentlichen dürfte. Sollte er auch nur einmal in den kommenden fünf Jahren negativ auffallen und eine Straftat begehen, wird der Künstler erneut weggesperrt - und dieses Mal wird der Richter mit Sicherheit keine Gnade haben.

Ob sich der tätowierte Sprechgesangskünstler beim Zeugenschutzprogramm einschreiben oder versuchen wird, sein Leben selbst in die Hand zu bekommen, ist ungewiss.