Zwölf Monate sitzt der Rapper nun schon in Untersuchungshaft und wird am 18. Dezember 2019 schuldig gesprochen. Doch wie viele Jahre wird der “STOOPID”-Interpret aufgedrückt bekommen?

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Credit: Jefferson Siegel / GettyImages

Zwölf Monate weggesperrt
Im Oktober 2018 musste sich US-Rapper 6ix9ine -  auch bekannt unter dem zweiten Alter Ego Tekashi - bereits für seine Gewaltverbrechen vor Gericht verantworten und kam scheinbar noch einmal mit einem blauen Auge davon. Statt den Künstler wegzusperren, hatte ihm der handelnde Richter eine vierjährige Bewährungsstrafe und 1.000 abzuleistende Sozialstunden aufgebrummt und ihm damit eine Lektion erteilen wollen. Doch der “STOOPID”-Interpret hat auf all die Mahnungen nicht gehört, sein Ding weiter durchgezogen und letzten Endes selbst sein komplettes Team entlassen und seine Tour gestrichen. “Ich habe alle entlassen. Ich habe keinen Manager, keinen Booking-Agenten, keinen Pressesprecher und keinen Presseagenten mehr. Ich habe niemanden mehr. Es gibt nur noch mich. Ich habe meine Shows gecancelt. Die Konzertreise durch die USA wird nicht mehr stattfinden”, erklärte er damals via Instagram und promotete ebenfalls sein Debütalbum “Dummy Boy”, welches am 23. November 2018 releast worden war.

Den Drop seines ersten Schätzchens konnte der Rapper dennoch nicht in Freiheit feiern, stattdessen wurde er bereits am 19. November von den ATF-Agenten - Abkürzung für die Sicherheitsbehörde für Alkohol, Tabak, Schusswaffen und Sprengstoff - verhaftet und in Handschellen abgeführt. Man legte ihm unter anderen organisierte Kriminalität, Waffenbesitz, Drogenhandel und einen bewaffneten Überfall zur Last und setzte seine Kaution zu Beginn auf 1,5 Millionen Euro aus. Gezahlt hatte der Künstler nicht, sondern befindet sich seit diesem Tag in Untersuchungshaft.

47 Jahre Knast?
“Wir werden mit unseren Partnern dafür sorgen, dass die Nine-Trey-Crew, mit dem bekannten Mitglied Tekashi, an einen Ort kommen, an welchem sie in unserer Gemeinschaft keinen Schaden mehr anrichten können”, wurde Agentin Angel Melendez im Dezember 2018 vom Team von “Complex” zitiert und scheint jenen Worten nun Taten folgen zu lassen: Einige von seinen ehemaligen Kollegen haben bereits Haftstrafen aufgedrückt bekommen, welche zwischen fünf und 15 Jahren ausgefallen waren. Und 6ix9ine soll schon bald der Nächste der Gang sein, welcher weggesperrt wird.

Am 18. Dezember 2019 wird ein Urteil gefällt und eines ist sicher: Dank seiner Zusammenarbeit mit der Staatsanwaltschaft wird er als “Snitch” abgestempelt und mit Sicherheit eine schwere Zeit im Gefängnis haben. Eine Haftstrafe von mindestens 47 Jahren soll den Rapper erwarten. Oder wird er noch einmal mit einem blauen Auge davonkommen?

Das hoffen seine Anwälte zumindest und versuchen ein geringeres Strafmaß durchzubringen: Anfang Dezember 2019 wurde ein Memo von seinem gestellten Anwalt Geoffrey S. Berman bei Gericht eingereicht, in welchem genauestens beschrieben worden war, wie 6ix9ine den Behörden durch seine Aussagen geholfen hatte. Laut der “New York Times” steht in dem Schriftstück ebenfalls geschrieben, dass er sich nicht nur selbst, sondern auch seine gesamte Familie mit seinen Geständnissen belastet und in Gefahr gebracht hatte. “[Daniel] Hernandez hat den Behörden wichtige Informationen eines Insiders überstellt, sodass man die Struktur und die Organisation der Nine Trey [Gang] identifizieren konnte. Auch die Hauptverantwortlichen, sowie gewalttätige Handlungen wurden, welche er selbst oder von anderen Nine Trey-Mitgliedern übermittelt bekommen hatte, thematisiert und diskutiert”, heißt es weiterhin in dem Memo.

Ob sich der zuständige Richter am 18. Dezember 2019 von solchen Worten einlullen lassen wird oder sich für eine jahrzehntelange Haftstrafe entscheidet, werden wir schon bald erfahren.