Für R. Kelly zieht sich die Schlinge weiterhin zu, denn der Schmusesänger muss sich zusätzlich zu den Anklagen wegen diversen Sexualverbrechen, Kinderpornografie und Menschenhandel nun auch für die Bedrohung und Erpressung seiner Opfer und deren Familien verantworten.

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Credit: Antonio Perez / GettyImages

Kein Licht am Ende des Tunnels
R. Kelly und seine Anwälte kämpfen weiterhin darum, dass der einstige Superstar freigelassen wird. Die Staatsanwaltschaft jedoch glaubt, dass dies seine Opfer und ihre Angehörigen in große Gefahr bringen könnte. Laut Gerichtsdokumenten, welche die Webseite “The Blast” erhalten haben soll, behauptete die staatliche Justizbehörde, dass R. Kelly schon in der Vergangenheit dazu geneigt habe “Opfer zum Schweigen zu bringen”, um weitere Strafanzeigen zu verhindern. Als Beweis wurde auf frühere Vorkommnisse dieser Art hingewiesen, bei denen Zeugen und Opfer eingeschüchtert wurden. Die Staatsanwaltschaft zeigte die vom Gericht maschinengeschriebenen Briefe an den Anwalt einer anonymen Anklägerin. In den Schriftstücken drohte Kelly mit der Veröffentlichung von “potenziell peinlichen und bloßstellenden Fotos”, wenn sie ein Strafverfahren gegen ihn einleiten würde.

Um den 52-Jährigen davon abzuhalten zu behaupten, dass seine Lernschwäche ihn daran gehindert habe diese Briefe zu schreiben, stellte die Anklage dem Richter Screenshots von Kellys Gespräch mit der Frau und den Bildern, die er verbreiten wollte, zur Verfügung. Diese sollen an die Schriftstücke angehängt worden sein, die an das Opfer geschickt worden waren. Es wurde außerdem verkündet, dass Kelly es zum Ruf hat, “Frauen zu zwingen, Briefe mit falschen und peinlichen Anschuldigungen zu schreiben”. Mehrere Damen bezeugten daraufhin, dass er “verschleierte Drohungen ausgesprochen hat, die verhindern sollen, dass sie gegen ihn aussagen”.

Vergebliche Forderungen
Ein weiterer Grund, warum der “Ignition”-Interpret weiterhin Zeit hinter schwedischen Gardinen absitzen muss, ist sein hohes Fluchtrisiko. Seine Verteidigung und er versuchten das Gericht davon zu überzeugen, dass seine finanziellen Einschränkungen ein Absetzen ins Exil verhindern würden. In der Tat hat R. Kelly Schulden im sechsstelligen Bereich, welche vor allem ausstehende Lizenzgebühren betreffen. Das Gericht ist davon nicht überzeugt. Sie fürchten, dass der Angeklagte in der Lage sein könnte, hohe Geldbeträge von seinen eingefrorenen Konten auf solche überweisen könnte, welche unter einem anderen Namen laufen. Vor allem aber sprachen Richter darüber, dass er mit dem Geld versuchen könnte, seinem Prozess zu umgehen, sich Zeugen kaufen oder ihnen sonstigen Schaden zufügen könnte.

R. Kelly sitzt seit Juli 2019 in Untersuchungshaft, während er auf den Anklageprozess wegen seines angeblichen sexuellen Angriffs auf Minderjährige wartet. Laut Medienberichten sieht der dreifache Vater momentan einer Freiheitsstrafe von bis zu 195 Jahren entgegen. Da die schlechten Bedingungen im Gefängnis seine Gesundheit beeinträchtigen sollen, plädierte die Verteidigung weiterhin auf eine Freilassung unter einer Kautionszahlung ...