Monatelang saß R. Kelly in Einzelhaft und wartete auf seine Verurteilung, bevor er verlegt erstmals worden war und sich seit Anfang September 2019 mit anderen straffälligen Gefängnisinsassen eine Zelle teilt.

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Credit: Scott Olson / GettyImages

Einzelhaft als Schutzmaßnahme
Mehrere Jahrzehnte lang trieb R’n’B-Sänger R. Kelly in Nordamerika sein Unwesen und soll nicht nur 75 Millionen Platten verkauft und unglaublich viel Geld verdient haben, sondern auch einen illegalen Sexring gegründet und Bilder und Videos der Kategorie Kinderpornografie in seinem Besitz haben. Die Handschellen klickten schließlich im Februar 2019 und der Musiker wurde von Beamten des NYPD und der Homeland Security festgenommen, weil er in sage und schreibe 13 Fällen gegen das Gesetz verstoßen haben soll. R. Kelly bekannte seine Unschuld öffentlich - eine Aussage, welcher er seit Anfang an treu bleibt - und wurde letzten Endes aus dem “Cook County”-Gefängnis in Chicago entlassen, nachdem er eine saftige Kaution gezahlt hatte.

Im Juli 2019 musste der Sänger erneut vor Gericht antanzen, eine Aussage machen und weitere elf Anklagepunkte erklären. Auch dieses Mal sollen sexuelle Übergriffe und Missbrauch von Minderjährigen, welche schon seit 1994 auf jenen Moment gewartet hatten, eine Rolle gespielt haben. Eine Freilassung auf Kaution war für R. Kelly nicht in Sicht, er sitzt seither in Untersuchungshaft und bezog eine Zelle für sich allein.

 
 
 
 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

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Musiker aus Einzelhaft entlassen
Zwei Monate konnte R. Kelly in Einzelhaft über seine Sexualverbrechen gegenüber Minderjährigen nachdenken und war zum Schutz vor anderen Gefängnisinsassen weggesperrt worden. Doch nun hat sich dieser Fall geändert: Damit der R’n’B-Sänger nicht nur monatlich zehn Besucher empfangen kann, sondern auch häufiger auf den Hof, länger das Telefon und einen Computer mit E-Mail-Zugang benutzen darf, wurde er auf seinen eigenen Wunsch hin in einen anderen Trakt verlegt und teilt sich seither eine Zelle mit neun weiteren verurteilten Männern. Dieser Move ist dennoch weitaus gefährlicher für den “I Believe I Can Fly”-Interpreten - schließlich sind vermeintliche Sexualverbrecher, welche sich an Minderjährigen vergangen haben sollen, im Knast nicht wirklich beliebt und werden häufiger verprügelt oder so schwer verletzt, dass ihnen das Leben ausgehaucht wird.

In den gerichtlichen Dokumenten sollen die Staatsanwälte gesagt haben, dass Kelly zunächst in einem abgelegenen Flügel des Gefängnisses, der “Special Housing Unit”, keine Zellengenossen haben wollte. Mittlerweile soll er seinen damaligen Wunsch revidiert haben und sich auf ein Leben hinter schwedischen Gardinen einstellen. Laut “hiphopdx” wird er in 18 Fällen angeklagt und kann allein in seiner Heimatstadt Chicago auf eine Haftstrafe von 195 Jahren warten … Da bringt ihm ein Interview, in welchem R. Kelly unter Tränen seine Unschuld beteuerte, auch nichts mehr: