Zu Ehren des 23. Todestages von Tupac Shakur, hat Musiksender MTV tief im Archiv gegraben und ein Interview mit dem 1996 ermordeten Rapper veröffentlicht.

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Credit: Al Pereira / GettyImages

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In dem 20-minütigen Clip, der 1995, also ein Jahr vor seinem Tod, gedreht wurde, schlendern Tupac und MTV News-Korrespondentin Tabitha Soren über die Promenade von Venice Beach, um sich ausführlich über seine Vergangenheit und Zukunft zu unterhalten. Zunächst erklärte er die Ursprünge seines Namens Tupac Amaru Shakur, bevor er über seinen Umzug an die Westküste sprach und warum er seine schulische Ausbildung an einer Highschool für darstellende Kunst abgebrochen hatte. “Ich war pleite […] und hatte keine guten Noten”, so 2Pac, der mit gerade mal 25 Jahren starb.

Später ging es auch um die Kokainsucht seiner Mutter Afeni Shakur. “Ich liebe meine Mama. Sie ist einfach die Beste für mich. Ich liebe sie so sehr - auch mit ihren Fehlern”, beteuerte er und gab zu, dass das nicht immer einfach war. Über seine Kindheit sagte der Rapper: "Ich war das genaue Gegenteil von dem, was ich heute bin. Ich war ruhig, zurückgezogen, ich las viel, ich schrieb Gedichte. Ich habe Tagebuch geführt.”

Zwischen Tattoos und ungeklärten Familienfragen
Während des Interviews probierte Pac dann eine Sonnenbrille an (die war aber nicht sein Stil, weil sie “nicht von Gaultier” war), ließ sich tätowieren und verteilte Autogramme an seine Fans. Neben all den augenscheinlich legeren Aktivitäten blieben die Gesprächsthemen jedoch ernst und wurden immer bedrückender. Zum Beispiel sprachen Soren und der “Ambitionz Az A Ridah”-Interpret zum Ende hin über seinen leiblichen Erzeuger. “Ich weiß immer noch nicht wer er ist. Ich habe nie eine Blutuntersuchung veranlasst”, gestand 2Pac und philosophierte darüber, wie anders sein Leben hätte sein können, wenn sein Vater in der Nähe gewesen wäre. “Ich hätte etwas Disziplin. Ich hätte mehr Selbstvertrauen”, mutmaßte der Rapper. An diese Stelle sind für ihn dann Ruhm, Geld und der Zuspruch seiner Anhänger getreten, die das klaffende Loch füllten.  

An anderer Stelle gab er zu, dass er zwei Wochen lang versucht hat, Drogen zu verkaufen, aber damit schnell wieder aufgehört hatte, weil er nicht wusste, wie es “richtig” geht. Der gebürtige New Yorker teilte auch seinen Wunsch, Kinder zu haben: “Ich denke, ich werde ein sehr, sehr guter Vater sein, weil ich Kinder liebe”. Am Ende des Interviews wurde Pac gefragt, ob er jemals in der Lage sein wird, ein normales, glückliches Leben zu führen. Darauf lautete die Antwort: “Nein, aber ich werde es versuchen. […] Und bis dahin muss ich das Leben, das ich lebe, so glücklich gestalten wie möglich.”

Sieh Dir das volle Interview im englischen Original hier an: