Eigentlich zeigt sich jedermanns Neue Deutsche Härte-Liebslingsband Rammstein  in Sachen Gesellschaftskritik eher neutral. Doch nun sorgte ein Schild mit einem vermeintlich politischen Hintergrund für ordentlich Gesprächsstoff.

Rammstein-Till-Lindemann-Schild-Willkommen.jpg

Credit: Francesco Castaldo / GettyImages

Coole Aktion
Mitte Juli 2019 spielten Rammstein in der Commerzbank-Arena in Frankfurt am Main eine weitere Show der Superlative. Vor sage und schreibe 40.000 Zuschauern setzte die kontroverse Band ihre Reise durch Europa fort und sorgte wie gewohnt mit einer krassen Bühnenshow für allerlei Emotionen - bis dato Normalbetrieb. Doch eine Sache gegen Ende des Konzerts schien bisher noch nicht Teil einer der vorherigen Performances auf ihrer aktuellen Tournee gewesen zu sein …

Während die Gruppe ihren Hit “Engel”, der seit 1997 auf keiner Setlist fehlen durfte, spielte, begaben sich die Mitglieder um Till Lindemann in Schlauchboote und ließen sich über die Massen zurück zur Mainstage tragen - bis dato ebenfalls nichts Neues mehr. Bei seiner Show in Frankfurt blieb der Frontmann jedoch auf der Hauptbühne zurück und begrüßte seine “anschwimmenden” Kollegen mit einem Schild mit der Aufschrift “WILLKOMMEN”. Das zeigt das Bild eines Fans auf Instagram, welcher ebenfalls folgende Sätze hinzufügte: "Nicht das beste Foto, aber das beste Statement von Rammstein in Frankfurt. Begrüßung derjenigen, die mit dem Boot von der anderen Seite kommen. Eine kühne und leider notwendige Aussage diesmal."

Beste Message des Abends
Nun rätseln Nutzer der sozialen Netzwerke, was diese Botschaft wohl zu bedeuten habe. Bisher äußerte sich die Band, welche übrigens schon seit 24 Jahren Musikliebhaber auf der ganzen Welt begeistert und sich sonst politisch eigentlich eher zurückhält, noch nicht zur genauen Thematik dieses Statements. Aber das müssen sie vielleicht auch gar nicht, denn für die meisten ist die Antwort darauf glasklar: Rammstein wollen ein Zeichen für die Seenotrettung von Flüchtlingen setzen.

Auch andere deutsche Prominente nutzen immer wieder ihre Reichweite, um auf das Thema Flüchtlinge aufmerksam zu machen. So vor kurzem auch die Fernsehmoderatoren Jan Böhmermann und Klaas Heufer-Umlauf, die zu einem Spendenaufruf animierten, um die Kapitänin der "Sea-Watch 3", Carola Rackete, aus der Untersuchungshaft zu befreien. “Wer Menschenleben rettet, ist kein Verbrecher”, hieß es in einem Pressestatement. Diese Aussage haben Rammstein mit ihrer Aktion offensichtlich unterschrieben.

Kleiner Vorgeschmack
Die Show in Frankfurt am Main bedeutete vorerst das Ende der Rammstein-Konzerte in Deutschland, bevor die Rocker in 2020 wieder in Städten wie Leipzig, Stuttgart und Berlin vor vollem Haus auf die Bühne treten. Jetzt geht es aber erstmal weiter nach Luxemburg, Russland, Schweden und viele weitere Länder Europas, bevor sich Rammstein nach ihrem Abschlussgig in Wien am 22. August eine wohlverdiente Pause gönnen. Übrigens sind die Karten für die meisten Abende in 2020 schon restlos ausverkauft. Wer zu den glücklichen Besitzern eines Tickets gehört, kann sich hier auf die Show einstimmen: