Vor fast 15 Monaten wurde Star-DJ Avicii im Oman tot aufgefunden und alles deutete auf Selbstmord hin. Nun hat sein Vater ein ausführliches Interview gegeben und bricht Licht ins Dunkel.
 
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Credit: Mike Lawrie / GettyImages

Abschied von Avicii
“Die Familie ist am Boden zerstört und bittet alle, ihre Privatsphäre in dieser schwierigen Zeit zu respektieren. Es wird keine weitere Stellungnahme abgegeben”, verkündete Aviciis Pressesprecherin Ebba Lindqvist gegenüber "Dagens Nyheter" (DN) und bestätigte damit das Ableben des schwedischen Star-DJs am 20. April 2018. Der leblose Leichnam wurde in Muskat im Oman aufgefunden, seine Hinterbliebenen bedankten sich im Anschluss für alle Nachrichten und aufmunternden Worte.

“Wir möchten euch gerne für eure Unterstützung und die liebevollen Worte über unseren Sohn und Bruder danken. Wir sind so dankbar für jeden, der Tims Musik geliebt und zu seinen Songs wertvolle Erinnerungen hat. Vielen Dank für all die Initiativen zu Ehren von Tim, öffentliche Versammlungen, Kirchenglocken, die zu seiner Musik läuten, Tribute beim Coachella Festival und Schweigeminuten auf der ganzen Welt. Wir sind dankbar für die Privatsphäre während dieser schwierigen Zeit. Unser Wunsch ist es, dass dies weiterhin so bleibt. Mit Liebe, die Tim Bergling-Familie”, kann man unterdes im Billboard-Magazin lesen.

In einem zweiten herzzerreißenden Statement erklärten die Hinterbliebenen des erfolgreichen schwedischen DJs, dass Avicii so “nicht länger weitermachen konnte” und endlich “seinen Frieden finden wollte”. Übersetzt schrieben sie folgende Worte nieder und deuteten einen Selbstmord Aviciis an: “Unser geliebter Tim war ein Suchender, eine zerbrechliche künstlerische Seele, die nach Antworten auf existenzielle Fragen suchte. Ein mehr als nur erfolgreicher Perfektionist, der in einem Tempo reiste und arbeitete, was zu extremem Stress führte. Als er aufhörte zu touren, wollte er ein Gleichgewicht im Leben finden, um glücklich zu sein und um das zu machen, was er am meisten liebte - seine Musik. Er kämpfte ununterbrochen mit Gedanken über Sinn, Leben, Glück.

Er konnte nicht länger so weitermachen.

Er wollte seinen Frieden finden.

Tim war nicht für das Musikbusiness geschaffen, in dem er sich befand; Er war ein sensibler Typ, der seine Fans liebte und dennoch die Aufmerksamkeit im Rampenlicht mied. Tim, wir werden dich für immer lieben und vermissen. Die Person, die du warst und deine Musik wird deine Erinnerung am Leben erhalten. Wir lieben dich, Deine Familie”

Vater spricht Klartext
Fast 15 Monate sind seit dem Tod Aviciis bereits vergangen, seine Hinterbliebenen haben eine erste posthume LP - “TIM” - releast und gedenken dem Schweden noch immer an jedem Tag. Sein eigener Vater Klas hat sich dennoch ein Herz gefasst und gab dem Team von “CNN” nun ein ausführliches Interview. “Er war sehr introvertiert. Oft wollte er einfach nur reden, seine Freunde treffen. Aber natürlich waren da viele Leute, die ihn auf Partys sehen wollten. Wenn man ein bekannter DJ ist, dann muss man eben auch Sachen machen, die man nicht gerne mag. Ich habe oft stundenlang mit ihm über seine Gedanken, sein Leben und Liebe gesprochen. Wenn es ihm schlecht ging, hat er mich angerufen. Er war immer bereit zu reden und er wirkte bis zu seinem Tod glücklich”, sagte Bergling und schließt einen geplanten Selbstmord aus. “Wenn man aber extrem glücklich ist, neigt man schneller dazu, unglücklich zu sein. Die kleinsten Dinge können einen traurig machen oder das innere Gleichgewicht verschieben. […] Das ständige Reisen, Warten am Flughäfen und die langen Nächte, das verlangt einem viel ab. […] Unsere Theorie ist, dass er den Suizid nicht geplant hat. Es war mehr wie ein Verkehrsunfall."

Das komplette englischsprachige Interview kannst Du Dir hier noch einmal anhören:

 

Du bist nicht allein
Sollte auch Dein Alltag von negativen Gedanken geprägt sein, denke immer daran, dass Du nicht allein bist. Spreche über Deine Probleme und vertraue Dich Personen an, die Dir helfen wollen und können:

Telefonseelsorge: Unter 0800 – 111 0 111 oder 0800 – 111 0 222
Kinder- und Jugendtelefon: Unter 0800 -11 6 111 oder 0800 – 111 0 333