Fast zwei Jahre nach dem Selbstmord von Chester Bennington meldet sich seine Witwe zu Wort und gesteht, dass sie den innerlichen Kampf mit seinen Dämonen nicht mitbekommen habe.

Chester-Bennington-of-Linkin-Park-and-wife-Talinda-Bennington.jpg

Credit: Jason Merritt / GettyImages

RIP Chester!
Am 20. Juli 2019 werden wir wohl oder übel den zweiten Todestag von Chester Bennington feiern müssen. Der Linkin Park-Frontmann hatte sich damals in seinem Anwesen in Los Angeles aus einem Akt der Verzweiflung das Leben genommen und sich weder von seinen Fans, noch von seinen sechs Kindern und seiner Ehefrau verabschiedet. Alle “Numb / Encore”-Supporter trauern seither um den talentierten Musiker, während die Mitglieder seiner Band sich bereits von ihm verabschiedet und das Event “Linkin Park and Friends celebrate life in honor of Chester Bennington” auf die Beine gestellt hatten:

Neue Organisation
Talinda Bennington meldete sich im vergangenen Jahr bereits zu Wort und gründete die “320”-Anti-Depressions-Kampagne, mit welcher sie anderen Menschen helfen möchte. “Alles Gute zum Geburtstag, mein geliebter Chester. Von dem Tag an, als wir uns trafen, hast du mich zu einem besseren Menschen gemacht. Heute ehre ich dich. RIP Boo”, erklärte die Witwe unter anderem an Chesters eigentlichem 42. Geburtstag und präsentierte folgendes Foto:

Neben dem Hashtag “#IAmTheChange” und dem Aufruf, dass man auf seine Mitmenschen mehr eingehen sollte, schrieb Talinda ebenfalls folgende Worte auf ihrer Website nieder: “Die Idee für ‘320' entstand aus meiner persönlichen Erfahrung und der Erkenntnis, dass wir besser auf die Bedürfnisse von Menschen mit psychischen Problemen und Sucht reagieren müssen. 13 Jahre lang habe ich meinem Ehemann Chester Bennington beim Kampf gegen Depressionen und Drogenkonsum zugesehen. Ich habe mich oft allein und ängstlich gefühlt. Ich war nicht aufgeklärt genug, wusste nicht, was er durchgemacht hat und suchte nach Antworten.”

 
 
 
 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

A post shared by Talinda Bennington (@talinda320) on

Familie hatte keine Ahnung
Dass die Benningtons tatsächlich keine Ahnung hatten, wie schlimm es um Chester vor seinem Suizid stand, erklärte Talinda im neuen Interview mit Dr. Jennifer Ashton für den Podcast “Life After Suicide” und sagte aus, dass ihr verstorbener Ehemann mental “an einem guten Ort” gewesen war. “Wir haben einfach nur gedacht, dass er okay war. Ich kann es nicht noch häufiger betonen: Die, die Chester gekannt haben, wussten, dass es ihm gut gegangen war, er war an solch einem guten Ort.”

Talinda selbst hat den Tod des Sängers mittlerweile auf ihre eigene Art und Weise verarbeiten können und gab dennoch zu, dass sie “jedes Mal, wenn ein Song gespielt wird”, den Radiosender wechseln würde. “Ich würde sogar aus dem Auto springen, wenn es sein müsste. Das ist eine der Reaktionen, die ich bis zum heutigen Tage noch immer habe … es ist alles einfach zu schmerzhaft.” Dennoch möchte sie für die drei gemeinsamen, sowie ihre drei Stiefkinder da und stark sein. “Ich habe tagelang auf dem Boden gelegen und geweint. […] Dann habe ich meine Kinder im unteren Teil des Hauses gehört, sie haben miteinander gespielt. Es hat mich glücklich gemacht. Einfach die Tatsache, dass sie versucht haben, einen guten Tag zu haben. Es sieht so aus, als ginge es ihnen allen gut, doch das tut es nicht - ihre Mutter liegt schließlich oben im Flur und ist am Boden zerstört. Also bin ich im selben Moment aufgestanden und habe mich unter die Dusche gestellt. Es war der Moment, in welchem ich mich verändert habe. Ich habe mir gedacht, dass ich nicht für immer trauern kann und was tun muss”, ließ sie Revue passieren und ist seither für die Patchwork-Familie da.