Nachdem R. Kelly Pädophilie sowie sexueller, körperlicher und emotionaler Missbrauch vorgeworfen wird, sollen seine Konzerte in Hamburg und Ludwigsburg verhindert werden.

R. Kelly In Concert - New York, NY

Credit: Jason Kempin / GettyImages

Steht ohne Label da
Über ein Jahrzehnt konnte R. Kelly sein Unwesen treiben, unzählige minderjährige Frauen in seinen Bann ziehen und diese sexuell, körperlich und emotional missbrauchen. Jenen Damen, die seinem Sex-Kult entkommen waren und gegen den R’n’B-Musiker ausgesagt hatten, wurden nur müde belächelt, man schenkte ihnen keinen Glauben. Erst, nachdem die sechsteilige Dokumentation “Surviving R. Kelly” Anfang 2019 präsentiert wurde und selbst Superstar John Legend gegen seinen Kollegen ausgesagt hatte, schenkte man der ganzen Tat mehr Aufmerksamkeit und brachte Dinge ans Licht, die der mittlerweile 52-Jährige geschickt vertuscht hatte. Weitere international gefierte Interpreten wie Ciara, Lady Gaga und Chance the Rapper haben ihre Kollaborationen mit R. Kelly am Ende von Streaming-Diensten wie Spotify, Apple Music und Co. genommen, sich für ihre “Fehleinschätzungen” entschuldigt und stehen “zu 1.000 Prozent hinter den Frauen”, welche von “Serien-Kindervergewaltiger” missbraucht worden waren.

Laut Angaben der TMZ, des Variety- und Billboard-Magazins soll sich letzten Endes selbst das Label Sony Music von dem “I Believe I Can Fly”-Interpreten getrennt haben, nachdem es zu Demonstrationen vor den Büros in Los Angeles und New York City gekommen war. Die über drei Jahrzehnte andauernde Zusammenarbeit soll auf “beiderseitigem Einverständnis” beendet worden sein.

Zwei Shows in Deutschland
Trotz dessen, dass R. Kelly aktuell ohne Plattenfirma dasteht, soll er weiterhin seine bereits geplanten Konzerte abhalten wollen und wird im Frühling selbst zweimal nach Deutschland kommen. Während seiner “King of R&B Tour" wird der 52-Jährige demnach am 12. April 2019 in Ludwigsburg und zwei Tage später in Hamburg auf der Bühne stehen und für seine Supporter einige seiner größten Hits performen wollen.

Eine Online-Petition wurde unterdes bereits ins Leben gerufen, die den Boykott R. Kellys fordert und unter anderem folgendes erklärt: “Sexualverbrechern keine Bühne geben! […] Auch wenn eine Verurteilung vor Gericht wiederholt umgangen werden konnte, sind diese Vorwürfe sowohl durch Augenzeugenberichte Geschädigter und ehemaliger Mitarbeiter als auch durch Gerichtsunterlagen und Videoaufnahmen belegbar. Wie kann es also sein, dass ein solcher Mensch in Deutschland immer noch auftreten kann, als sei all das nicht passiert? […] In den USA ist es für R. Kelly aufgrund der Proteste und aktuell wieder aufgenommenen polizeilichen Ermittlungen unmöglich, große Shows zu spielen. […] Wie kann es sein, dass ausgerechnet in Deutschland diesem Sexualverbrecher eine Bühne gegeben werden soll, welche auch noch von öffentlichen Institutionen vorangetrieben wird?”

Zum redaktionellen Zeitpunkt konnte die “#RKELLYSTUMMSCHALTEN”-Bewegung bereits 1.885 Stimmen sammeln. Bei 2.500 Unterschriften geht der Fall an eine höhere Instanz, der Bezirksrad der jeweiligen Stadt wird eingeschaltet und muss über die beiden Deutschlandkonzerte entscheiden.