Nachdem die Dokumentation “Surviving R. Kelly” auf den Markt gekommen war und diverse Superstars gegen den R’n’B-Musiker ausgesagt hatten, steht R. Kelly ohne Plattenvertrag da.

R. Kelly Concert - Mashantucket, CT

Credit: Dexter A. Jones / GettyImages

Musiker sagen aus
Schon vor über einem Jahrzehnt wurden erstmals Interviews von Frauen veröffentlicht, die behaupteten, dass sie von R. Kelly sexuell missbraucht und misshandelt worden waren. Jenen Damen wurde keine weitere Aufmerksamkeit geschenkt, der R’n’B-Musiker wurde freigesprochen, konnte weiterhin seinen luxuriösen Lifestyle finanzieren, Lieder kreieren, auf Tour gehen und weitere minderjährige Fans aufgabeln. Mit der Dokumentation “Surviving R. Kelly”, die Anfang des Jahres 2019 auf den Markt gebracht worden war, war endlich die Wahrheit ans Licht gebracht worden und all jenen, die zuvor ausgesagt hatten, Glauben geschenkt. Ob sich vermeintlich vergewaltigte und festgehaltene Frauen, darunter auch Kellys Ex-Ehefrau, zu Wort gemeldet oder Musiker wie Lady Gaga, Chance the Rapper und Ciara ihre eigenen Kooperationen “mit dem Monster” von Streaming-Diensten geschmissen hatten, der “Believe I Can Fly”-Interpret wird endlich zur Rechenschaft gezogen und muss für sein Verhalten geradestehen.

“[Etwas mit jungen Mädchen anzufangen] ist nicht mein Stil. Ich hätte das Video von R. Kelly, von dem alle sprechen, herumzeigen und mich darüber lustig machen oder Bilder von Jay zeigen können, wie er mit ihm abgehangen hat. Du kannst mir nicht erzählen, dass Jay die 14-Jährige nicht gesehen hat, wie sie ins Studio gekommen ist und sich auf den Schoß von R. Kelly gesetzt hat. Du willst mir sagen, dass er das 14-jährige Mädchen nicht wahrgenommen hat? […] Ich selbst war mit R. Kelly unterwegs … Ich war auf Tour mit ihm und habe keine 14-Jährige gesehen. Jedoch habe ich mich mit dem Mann unterhalten und ein Problem gesehen. Der Bruder braucht Hilfe und ich bete für ihn. Ich bin hier für die Leute - ich bin hier, um die Wahrheit zu sagen”, erklärte unter anderem Rapper Nas in einem Interview mit Wendy Williams auf “107.5 FM” (erste Ausstrahlung 2002), während John Legend via Twitter gestand: “Ich glaube diesen Frauen und werde verdammt noch mal nicht einen Serien-Kindervergewaltiger verteidigen. Einfache Entscheidung.”

Ehemalige Fans hatten sich ebenfalls gegen ihr Idol gestellt und vor den Büros von Sony Music in Los Angeles und New York City demonstriert, sodass die Plattenfirma eine Entscheidung treffen musste: Wie die TMZ, das Variety-Magazin und die Journalisten von Billboard erklärten, hat das Label, das schon seit fast drei Jahrzehnten mit R. Kelly zusammengearbeitet hatte, den Vertrag mit ihm aufgelöst, beide Parteien haben sich auf “beiderseitigem Einverständnis” voneinander getrennt.

Weder Sony Music noch der 52-jährige Interpret haben sich unterdes öffentlich zu dem Entschluss zu Wort gemeldet, R. Kelly beteuert noch immer seine Unschuld.