Schon damals wusste Beyoncés Vater, dass mit dem “I Believe I Can Fly”-Interpreten etwas nicht stimmt und lehnte eine Kooperation mit R. Kelly dankend ab.

American pop group 'Destiny's Child' attend the MTV Music Video Awards

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R. Kelly hatte einen “besonderen Ruf”
Noch nie in seiner Karriere stand R. Kelly stärker im Kreuzfeuer als jetzt und wird von diversen Superstars für sein Verhalten kritisiert. Auch eine gerade erst veröffentlichte Dokumentation namens “Surviving R. Kelly” macht die Runde, in welcher nicht nur Frauen den Missbrauch durch den R’n'B-Sänger schildern, sondern auch Superstar John Legend das Wort ergriff und ihn einen “Serien-Kindervergewaltiger” nannte.

Kollegin und Kollaborationspartnerin Lady Gaga schrieb ebenfalls einige Zeilen nieder und entschuldigte sich bei all ihren Fans, nachdem die Missbrauchsvorwürfe immer lauter wurden. “Ich stehe zu 1.000 Prozent hinter diesen Frauen, glaube ihnen, und weiß, dass sie leiden und Schmerzen haben. Ich möchte, dass man ihre Stimmen hört und sie für voll nimmt”, so Lady Gaga. “Als Opfer von sexueller Nötigung habe ich den Song und das Video in einer düsteren Phase meines Lebens gemacht. Ich war wütend und habe das Trauma, welches sich in meinem eigenen Leben abgespielt hatte, noch nicht verarbeitet. Das Lied heißt ‘Do What U Want (With My Body)’ (Übersetzt: ‘Mach was du willst (mit meinem Körper)’ - Ich denke es wird klar, wie verdreht meine Wahrnehmung zu der Zeit war. […] Ich entschuldige mich für mein schwaches Urteilsvermögen, als ich jung war, und dafür, nicht früher etwas gesagt zu haben.”

Den Song würde man seither nicht mehr im Netz finden, sie bat ihre Manager darum, “Do What U Want (With My Body)” von allen Portalen zu nehmen.

Knowles hatte eine Ahnung
Wie Matthew Knowles, Beyoncés Vater und ehemaliger Manager der Band Destiny’s Child, nun ebenfalls erklärte, hatte R. Kelly schon damals einen “besonderen Ruf” und wollte mit seiner Tochter zusammenarbeiten. Der 67-Jährige hingegen gab besonders Acht auf seine Mädels und ließ sie während eines Meetings nicht aus den Augen. “Ich persönlich lehnte den Song ab, denn ich dachte nicht, dass es ein gutes Stück war. Nicht nur wegen seines Rufs - das war um 1998 und wir hatten gerade zum ersten Mal von solchen Sachen gehört”, sagte Matthew und erinnerte sich auf die ersten Aufnahmen wie folgt: “Die Mädels waren 15 und 16 [Jahre alt]. Wenn sie auf die Toilette mussten, ging Tina [Beyoncés Mutter] mit ihnen. Wir haben sie nie aus den Augen gelassen. […] R. Kelly nahm gerne spät nachts auf - so gegen Mitternacht. An dem Studio war besonders, dass ein Raum ein Aufnahmestudio war und der andere ein Club mit etwa 40 oder 50 Tänzern.”

Eine richtige Zusammenarbeit lehnte Knowles am Ende ab. Im Jahr 1999 veröffentlichten Beyoncé, Kelly Rowland und LeToya Luckett dennoch die Single “Stimulate Me”, welche von R. Kelly geschrieben worden war. Der R’n’B-Musiker selbst war bei der Aufnahme dennoch nicht mit am Start und hat stattdessen folgende übersetzte Lyrics geschrieben: “Du kannst mich haben, wenn du mich möchtest / Du musst mich nur stimulieren / Nimm mich, wenn du mich willst.”

Hier geht’s zum eigentlichen Track: