Dass Lady Gaga selbst depressiv war und an sich zweifelte, gestand die “Born This Way”-Interpretin bereits und möchte nun ihren Kolleginnen und Kollegen helfen, welche dieselben Erfahrungen durchmachen müssen.

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Credit: Axelle/Bauer-Griffin / GettyImages

Depressionen und Suizid
“Es ist sehr einsam, ein Performer zu sein. Ich fühle sowieso eine gewisse Einsamkeit - dass ich die Einzige bin, die tut, was ich tue. Also fühlt es sich so an, als würde es niemand verstehen. Und der Drang, etwas zu nehmen, kommt daher, weil man nach einem Weg sucht, den Schmerz zu unterdrücken”, wurde Lady Gaga im Gespräch mit “EOnline” zitiert und soll ihre Gefühle und die eigentliche Einsamkeit dank ihrem Verlobten Christian Carino begraben haben. Mit negativen Gedanken beschäftigt sich die “Born This Way”-Interpretin jedoch noch immer und sagte gegenüber “The Guardian”, dass man psychischen Krankheiten den Garaus machen müsste. “Selbstmord ist das extremste und sichtbarste Symptom von einem schwerwiegenden psychischen Gesundheitsproblem. Momentan scheitern wir daran, dieses Problem ausreichend auszusprechen. Stigma, Angst und der Mangel an Verständnis führt zu den Leiden der Betroffenen und verhindern eine mutige Aktion, die so verzweifelt benötigt wird und längst überfällig ist ... Abgesehen von der Allgemeinheit des Problems kämpfen wir noch immer damit, offen darüber zu sprechen oder angemessen Hilfe oder Hilfsmittel anzubieten.”

 
 
 
 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

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Neues Projekt von Gaga
Bei den dritten Patron of the Artists Awards der SAG-AFTRA-Stiftung, die in Beverly Hills vergeben wurden, wurden unter anderem Harrison Ford, Jeffrey Katzenberg, Spike Lee und Lady Gaga geehrt, welche sich allesamt für ihre Community einsetzen und Themen ansprechen, von welchen wir sonst nicht viel hören. Letzterer Superstar zum Beispiel lenkte die Aufmerksamkeit ihrer Dankesrede auf ihre Kolleginnen und Kollegen, welche ebenfalls psychisch krank sind und derweil keine Unterstützung genießen können. Die 31-Jährige selbst sprach von ihren “sekunden- oder minutenlangen Blackouts” und gestand, dass auch sie auf sich allein gestellt war und Hilfe dringend nötig hatte. “Ich sah Bilder von Dingen, die mir Angst bereiteten, Erlebnisse, die viele Jahre in meinem Gehirn vergraben waren, unter der Aufschrift 'Ich kümmere mich später darum', weil mein Hirn mich beschützte, wie uns die Wissenschaft lehrt. Dies waren Symptome der Abgrenzung und einer posttraumatischen Belastungsstörung und ich hatte kein Team, das mir psychische Unterstützung bieten konnte. [Meine Kämpfe] wurden später zu physischem chronischem Schmerz, Fibromyalgie, Panikattacken, akuten Trauma-Reaktionen und hemmenden psychischen Spiralen, zu denen Suizididealisierung und masochistisches Verhalten zählten.”

Vor allem aber möchte Gaga mit ihrer “Born This Way”-Stiftung mit der von SAG-AFTRA kooperieren, um ein Programm auf die Beine zu stellen, welches allen psychisch kranken Künstlern helfen und ihnen ein Leben in Frieden ermöglichen soll. “Ich brauchte Hilfe. Ich wünschte, es hätte ein System gegeben, dass mir die Kraft gegeben hätte, toxischen Arbeitsumgebungen fern zu bleiben oder mit Leuten zusammenzuarbeiten, die ein fragwürdiges Auftreten an den Tag legen. Ich wünschte mir, es hätte [SAG-AFTRA] gegeben, als ich 19 Jahre alt war. Es gab Tage, an denen ich zu kämpfen hatte oder es nicht an die Arbeit schaffte und ich will nicht, dass andere Künstler das weiterhin durchmachen müssen. Lasst uns diese beschissene Welt verändern.”