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Credit: Alla / Adobe Stock

Immer wieder geht es hier bei bigFM-TRENDS um Facebook und Instagram. Und immer wieder gibt es in den vergangenen Monaten Berichte, die uns sagen, dass Instagram nun das neue Facebook sei. Wie aber sieht der Vergleich der beiden Netzwerke aus? Welche Plattform sollte ich denn wie bespielen? Gerade für kleinere und mittelständische Unternehmen ist das schwierig zu bewerten, weil es aber wichtig ist, heute ein Pro und Contra zu diesem Thema bei bigFM-TRENDS.
 
Die nackten Zahlen
 
Facebook kann weltweit auf 2,2 Milliarden aktive Nutzer bauen. Tendenz im ersten Quartal trotz Datenskandale und der neuen Datenschutz Bestimmungen weiter steigend. Allerdings sinkt die Zahl der Nutzer die Bilder oder Videos einstellen, lieken, teilen oder kommentieren in Deutschland auf einen Wert von rund 30 Prozent. Noch mal die Zahl 30. Etwas über 30 Millionen Deutsche nutzen laut Facebook das Netzwerk, 21 Millionen davon täglich mobil auf ihrem Smartphone. Auch der Umsatz legt immer noch zu. Im ersten Quartal 2018 waren es 12 Milliarden Dollar. Allerdings zum Vergleich: Der Google-Konkurrent YouTube wächst aktuell doppelt so schnell und das vor allem bei der Zahl der aktiven Nutzer.
 
Instagram hat weltweit aktuell gerade die 1 Milliarde Grenze an aktiven Nutzern übersprungen. Der Wert des Netzwerkes hat sich seit dem Kauf durch Facebook mehr als verzehnfacht und liegt aktuell geschätzt bei 102 Milliarden Dollar, bei einem Jahresumsatz von drei Milliarden Dollar. 15 Millionen Deutsche sind pro Monat auf Instagram unterwegs, womit sich die Zahl innerhalb eines Jahres von September 2016 bis September 2017 verdoppelt hat. In aktuellen Prognosen wird Instagram neben Snapchat bis 2020 das größte Wachstum vorausgesagt.
 
Fazit: Facebook hat noch die deutlich größeren Reichweiten, das dynamischere Wachstum liegt aber ganz deutlich bei Instagram.
 
Die Algorithmen
 
Facebook hat sich verändert. Die Algorithmen sind neu justiert auf Posts und Mitteilungen von Freunden und Verwandten, das wird hoch gewichtet und erreicht mehr Sichtbarkeit. Gleiches gilt für Videos und Posts mit hohen Engagementraten und Post mit Inhalten die zu etwas anspornen. Negativ bewertet und damit mit immer weniger Relevanz im Newsfeed haben dagegen Clickbait-Artikel, also Inhalte, die in der Headline viel versprechen und eher wenig halten und Werbeposts.
 
Instagram belohnt das Verteilen der Herzen (analog zum Liken bei Facebook), die Relevanz und die Aktualität von Beiträgen. Was oft geteilt wird und Beiträge mit denen die User viel Zeit verbringen ohne zu scrollen, werden ebenfalls bevorzugt sichtbar gemacht. Instagram versucht Schlüsse aus der Beziehung von Postersteller und dem Nutzer zu ziehen. Vergangene Interaktionen und die Häufigkeit, in der die Accounts interagieren, dienen als Basis.
 
Fazit: Instagram bevorzugt Posts mit hoher Verweil- und Interaktionsraten, Facebook setzt auf mehr privates und reduziert werbliche Botschaften.
 
Die Werbewirksamkeit
 
Facebook hat inzwischen die deutlich ältere Zielgruppe und das Netzwerk minimiert Posts von Drittanbietern, die Links teilen wollen. Gleichzeitig sinkt die Interaktion auf der Seite immer stärker und liegt 58 Prozent hinter den Interaktionsraten pro Follower von Instagram zurück. Die Werbewirksamkeit wird inzwischen fast ausschließlich über bezahlte Adds generiert. Dabei kann sehr leicht auf Homepages oder Shops verlinkt werden. Reines Liken wird von Facebook nicht mehr belohnt, es geht um Kommentare, auch das teilen von Posts im Messenger wird beispielsweise belohnt.
 
Instagram verbietet regelrecht das Teilen von Links, damit sinken die Möglichkeiten für Drittanbieter bspw. auf ihre Shops aufmerksam zu machen. Aber die Nutzer von Instagram schauen aktiv auf Produktempfehlungen und reagieren eher darauf. Damit eignet sich Instagram besser für das Direktmarketing, die Interaktion mit Kunden sowie die Steigerung der Bekanntheit. Wer seiner Marke eine Identität geben will, ist hier ebenfalls gut aufgehoben.
 
Fazit: Facebook funktioniert mit bezahlter Werbung immer noch sehr gut vor allem in älteren Zielgruppen. Instagram ist eher die Stilquelle für Millenials, die sich hier für neue Trends auf dem Laufenden halten.
 
Unsere Tipps
 
Verzichten sie nicht auf Facebook, die Reichweite und die Betonung des Teilens ist immer noch wichtig für Marken. Bezahlte Posts sind außerdem immer noch wirkungsvoll und erzielen gute Reichweiten. Insgesamt sollte der visuelle Content verbessert werden, denn der sorgt für Relevanz, was gut aussieht sorgt für gute Performance. Instagram hat klare Vorteile bei der Interaktion mit Kunden und beim Aufbau der Markenidendität und bietet einen direkten Zugang zu der Zielgruppe von Menschen unter 30 Jahren bei relativ wenig Konkurrenz. Beide Netzwerke haben also eine wichtige Rolle im Marketing-Mix auf die sie nicht verzichten sollten.
 
Außerdem sind beide Angebote im Vergleich immer noch relativ günstig beim Einsatz der Werbebudgets, das wird sich in den kommenden Jahren sicher noch ändern. Wie Sie Facebook oder Instagram für ihre Kampagne nutzen, erfahren sie bei den Experten von bigFM-TRENDS, mailen Sie gerne Ihre Fragen.