Nachdem im Juni 2020 erstmals ein Antrag eingereicht worden war, hat sich die Bürgerschaft gegen das Konzert von Xavier ausgesprochen und möchte es verbieten lassen.

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Was für Stellungnahmen …
Die Corona-Krise wird Xavier Naidoo ein Leben lang nicht vergessen. Nach rechtsextremen Äußerungen wurde er von seinen Tätigkeiten als Jurymitglied bei “Deutschland sucht den Superstar” entlassen und dementierte seither vehement die Vorwürfe des Rassismus. Seinen Standpunkt hatte der Sänger anschließend auch weiterhin verteidigt und erklärte, dass er einfach nur sein neues Studioalbum “Hin und Weg” promoten wollte. “Ich muss aber trotzdem einfach weiterhin zu meiner Meinung stehen und meine Meinung sagen können. Und wenn ich dadurch Nachteile habe, dann ist das halt so. […] Außerdem wusste ich, dass ich mit dem Album, das ich jetzt hier habe, auch ein Album habe - würd' ich mal sagen - wo ich danach vielleicht nicht mehr die Chance bekomme, in so ner Show mitzumachen und deswegen habe ich die Chance wahrgenommen. Das heißt: Ich habe mir die Reichweite von RTL zunutze gemacht.”

Des Weiteren teilte er mit seinen Followern auf Instagram diverse Verschwörungsmythen und erklärte, dass COVID-19 ein Virus sei, welches von der Regierung gewusst platziert worden war.

Er richtete sich zum damaligen Zeitpunkt wie folgt gegen einzelne Politiker: “Lieber Herr Spahn, lieber Herr Dorsten, böse Frau Merkel: Wir können das nicht mitmachen! Wir müssen diese Dinger tragen, um zu zeigen, dass wir unser Hirn abgegeben haben. […] Wir wehren uns. Es reicht uns. Ich persönlich gehe vor Gericht, mir reicht das. Wir haben unser Gehirn nicht abgegeben. […] Bringt uns verdammt noch mal Beweise, dass dieses Ding echt ist. […] Lasst uns wieder zu unseren Alten gehen. Manche sind demenzkrank, die haben überhaupt keine Ahnung, warum sie dieses Ding überhaupt an haben.”

Nächste Stadt schließt sich an
Nach all den veröffentlichten Videos und Aufrufen hatten sich die ersten großen Städte in Deutschland gegen den Sänger ausgesprochen und seine Konzerte der “Hin und Weg”-Tour verboten. Mönchengladbachs Oberbürgermeister Felix Heinrichs erklärte zum Beispiel, dass er den Künstler beim Corinna-Festival nicht sehen möchte und ihn ausgeladen habe. “Es ist unstrittig, dass man Xavier Naidoo keine Bühne geben sollte. Es hat mich betroffen gemacht, mit welcher Leichtigkeit die erhobenen Einwände abgetan wurden. [Er] steht nicht auf dem Grund unserer Demokratie, und ich hätte es gut gefunden, wenn man sich im Verein Corinna von Anfang an klar distanziert hätte”, sagte der SPD-Politiker und fügte abschließend hinzu: “Sollte das Konzert wegen Corona noch einmal verschoben werden müssen, dann hoffe ich, dass es eine Möglichkeit zur Absage gibt.”

Doch nicht nur jene Absage hat Xavier Naidoo scheinbar schwer getroffen: Nach Mönchengladbach wurde auch eine Show im Oberfränkischen Hof gecancelt. Oberbürgermeisterin Eva Dohle wolle sich von dem Sänger distanzieren und fügte hinzu, dass sie dies “kategorisch von jedem, der Ressentiments befeuert, antisemitisches oder homophobes Gedankengut verbreitet oder Verschwörungstheoretikern nahesteht und sich von Extremisten vereinnahmen lässt” tun würde.

Stadtverwaltung äußert Bedenken
Mittlerweile gibt es eine dritte Stadt, welche sich gegen Naidoo ausgesprochen hat. Nachdem im Juni 2020 erstmals ein Antrag in Rostock eingereicht worden war, hat sich die Bürgerschaft gegen das Konzert von Xavier ausgesprochen und möchte es verbieten lassen. Die Mehrheit schloss sich am Mittwochabend, den 19. Mai 2021 dem gemeinsamen Antrag der Linken, Grünen und der SPD an und erklärte, dass niemanden die Stadthalle mieten dürfe, der die vor Ort herrschenden religiösen oder politischen Ansichten nicht teilen würde.

Das Konzert im August 2021 ist bis heute noch nicht gecancelt. Der parteilose Oberbürgermeister Claus Ruhe Madsen muss sich in den kommenden 14 Tage entscheiden und im Falle des Falles gegen die Entscheidung Widerspruch einlegen. Sollte dies nicht passieren, ist das Konzert abgesagt. Xavier Naidoo hat sich unterdes noch nicht zu der nächsten möglichen Absage zu Wort gemeldet.