Nachdem der Musiker Mitte März 2020 aus der DSDS-Jury gekickt worden war, nahm er sich etwas Zeit für sich und gab nun das erste Interview.

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Credit: Isa Foltin / GettyImages

Rauswurf & Strafanzeige
“Nach den umstrittenen Äußerungen von Xavier Naidoo in einem selbst gedrehten Video, das heute in den sozialen Netzwerken geteilt wurde, hat sich RTL entschlossen, den Sänger am Samstag aus der Jury von 'Deutschland sucht den Superstar' auszuschließen”, kann man in einem offiziellen Statement von RTL nachlesen, welches Mitte März 2020 veröffentlicht worden war. In der darauffolgenden Live-Sendung der Castingshow war der Sänger schließlich nicht mehr in der Jury. Grund für den Rausschmiss war ein Video, welches der Sänger in 2018 aufgenommen hatte und unter anderem folgende Lines von sich gab:

“Eure Töchter, eure Kinder sollen leiden, sich mit Wölfen in der Sporthalle umkleiden”

“Ich habe fast alle Menschen lieb, aber was ist, wenn fast jeden Tag ein Mord geschieht, bei dem der Gast dem Gastgeber ein Leben stiehlt?”

Ein erstes Schriftstück hatte Naidoo am Ende veröffentlicht und wollte sich damit bei allen Fans und Personen, welche er durch seine rassistischen Äußerungen verärgert hatte, entschuldigen. Das Team des Bekleidungsvertriebs “Human Blood” sah jene Worte nicht als Entschuldigung an, sondern stellte eine Strafanzeige nach Verdacht auf Volksverhetzung.

“Rassismus ist keine Meinungsfreiheit, egal wie 'schwafelig' man diese verpackt. Neben Hassnachrichten und Boykottandrohungen (über die wir lachen, da 'Rechts' sicher gaaaanz viele Artikel bei uns bestellt *ja nee, is klar*) kamen auch Morddrohungen rein, sofern wir die Strafanzeige nicht zurücknehmen. Wir haben keine Angst. Wir halten an der Strafanzeige fest. Auch wird uns vorgeworfen, dass wir mit die Strafanzeige aus PR-Gründen gemacht hätten. Dies ist nicht richtig. Wir haben damals bereits Farid Bang und Kollegah angezeigt, als diese sich abwertend über die Opfer des Holocaust beim Musikpreis ‘Echo’ geäußert haben. Wir vertreten unsere Werte”, kann man auf ihrer Website nachlesen … Xavier Naidoo hat sich unterdes nicht zu der Strafanzeige nach Verdacht auf Volksverhetzung und muss sich schon bald vor Gericht verantworten.

 
 
 
 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

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Sänger meldet sich zu Wort
In den darauffolgenden Tagen wurde Naidoo von Fans unterstützt und Hatern scharf kritisiert. Doch wirklich zu Wort gemeldet hatte sich der Sänger nicht … bis jetzt! Laut DWDL soll Xavier ein Video-Interview mit dem Journalisten und Rechtspopulisten Oliver Janich geführt und folgendes gesagt haben: “Ich denke, die müssen einfach nur tun, was sie tun müssen, um die Show weiterzumachen. Da kann man dann, glaube ich, mit so einer Meinung, die ich da vertrete, wahrscheinlich nicht so gut agieren. Aber das nehme ich niemandem übel. Ich muss aber trotzdem einfach weiterhin zu meiner Meinung stehen und meine Meinung sagen können. Und wenn ich dadurch Nachteile habe, dann ist das halt so.”

Auf die Nachfrage, warum Naidoo überhaupt als Juror bei Deutschland sucht den Superstar zwei Staffeln lang in der Jury gesessen hatte, antwortete er: “Ich sehe mich als Vollprofi und habe gerne der Einladung Folge geleistet, bei 'DSDS' mitzumachen. Denn erstens mal interessiert es mich natürlich, 'Wie funktioniert so eine riesige TV-Show? Warum ist die so lange erfolgreich?', außerdem habe ich Dieter Bohlen schon vor ein paar Jahren kennengelernt und verstand, versteh mich super mit ihm. Und als die Anfrage kam, auch über ihn, hab ich natürlich dann mir mal Gedanken darüber gemacht und fand das eigentlich ganz gut. […] Außerdem wusste ich, dass ich mit dem Album, das ich jetzt hier habe, auch ein Album habe - würd' ich mal sagen - wo ich danach vielleicht nicht mehr die Chance bekomme, in so ner Show mitzumachen und deswegen habe ich die Chance wahrgenommen. Das heißt: Ich habe mir die Reichweite von RTL zunutze gemacht.”

Ab Sekunde 35 kannst Du Dir das Interview selbst einmal anschauen: