Zu Gast bei Ellen DeGeneres sprach die 27-Jährige erstmals über ihren Alkohol- und Drogenrückfall und wie sie mit Rückschlägen umgeht.

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Überdosis im Juli 2018
“Ich liebe meine Fans und ich hasse Klatschzeitungen. Glaubt nicht alles, was ihr lest. Leute erfinden Geschichten, um diese verkaufen zu können”, erklärte Demi Lovato Mitte 2019 erstmals via Twitter und sagte ihren Fans, dass sie “eines Tages” über ihre beinahe tödliche Überdosis sprechen möchte. “Wenn ich glaube, dass die Welt etwas wissen muss, dann teile ich es selbst mit! Die Leute sollen aufhören, über meine Genesung zu schreiben, denn diese ist nicht eure Angelegenheit, sondern meine. Ich bin nüchtern und dankbar, dass ich am Leben bin und ich gebe auf mich Acht. […] Bitte hört auf Dinge über mich zu sagen, von denen ihr nichts wisst. Ich brauche noch Raum und Zeit um zu heilen.”

Im “Pretty Big Deal”-Podcast mit Ashley Graham redete die “Anyone”-Interpretin letzten Endes ansatzweise über ihren Rückfall und gab dem Druck der Öffentlichkeit die Teilschuld. Zu sehr hatte sie unter ihrer Essstörung gelitten und keinen Ausweg mehr gesehen. “Ich habe keine Lust mehr, mich mit Workouts und extremen Diäten fertig zu machen. Ich dachte, die letzten paar Jahre habe ich mich von einer Essstörung erholt, doch tatsächlich bin ich direkt hineingetappt. Ich glaube, wenn man bestimmte Menschen um einen herum hat, die einem bestimmte Dinge sagen, wie du auszusehen hast, dann macht es das Ganze noch schwerer. […] Ich habe mich selbst fertig gemacht. Ich glaube ehrlich, dass das alles zu dem geführt hat, was letztes Jahr passiert ist. Es war nur meinetwegen, weil ich dachte, ich habe mich von der Essstörung befreit, doch eigentlich war es nicht so. […] [Heute] habe ich eine Reihe von Menschen um mich herum, mit denen ich im Bereich der Genesung.zusammenarbeite. Einer von ihnen ist Ernährungsberater, einer von ihnen ist mein Therapeut. Wenn ich jetzt in den Spiegel schaue und anfange, einen negativen Gedanken zu haben, sagte ich: ‘Nein, du bist wunderschön, du bist wunderschön, ich liebe dich, du bist perfekt so wie du bist.’ - Ich würde mir wünschen, wenn ich an dem Punkt ankomme, an welchem ich unglaublich selbstbewusst bin und das in meinem Körper … Doch in Wahrheit ist es nicht der Fall.”

Ehrliches Interview
Anfang März 2020 war Demi Lovato schließlich zu Gast bei Ellen DeGeneres und sprach offen und ehrlich über ihren Alkohol- und Drogenrückfall. “Ich wurde erstmals nüchtern, als ich 19 war - einem Alter, in dem es mir gesetzlich gar nicht erlaubt war, zu trinken. Ich bekam die Hilfe, die ich damals brauchte und verfolgte die Universalmethode, was einfach Abstinenz war. […] Ich war seit sechs Jahren trocken, aber ich fühlte mich miserabel. Ich habe keinen Tropfen mehr angerührt”, sagte die Sängerin und erklärte DeGeneres, dass sie ihr Leben damals gehasst habe. “Ich litt an einer Essstörung und wurde ständig durch mein Team kontrolliert. Sie haben meine Bestellungen überprüft und essbare Dinge in meinem Hotelzimmer versteckt. Meine Bulimie wurde richtig schlimm. Ich fragte nach Hilfe aber ich bekam nicht die Hilfe, die ich brauchte. Sie haben mir ständig ein schlechtes Gewissen gemacht. Ich fragte mich schließlich: ‘Warum bin ich eigentlich trocken und fühle mich schlechter als damals, als ich noch getrunken habe?’”

Sie hatte jene Gedanken am Ende selbst beantwortet und griff wieder zur Flasche. Auch ihr damaliges Team hatte Demi zu dem Zeitpunkt verlassen, was “lebhafte Erinnerungen” an ihre Kindheit hervorgerufen hatte. Damals wurde sie von ihrem Vater im Stich gelassen, welcher ebenfalls “suchtkrank und ein Alkoholiker” gewesen war. “Bei mir kam die Angst wieder hoch und ich fühlte mich einsam, also trank ich wieder. Und drei Monate später landete ich im Krankenhaus”.

Im Anschluss daran soll sie eine Entscheidung getroffen haben: “Ich habe danach beschlossen, dass ich mir nur selbst helfen kann. Indem ich die Verantwortung für mich selbst übernehme. Ich habe beschlossen, zu lernen, mich selbst zu lieben.”

Hier geht’s zum kompletten Interview mit DeGeneres: