Der Social-Media-Streit zwischen 50 Cent und French Montana geht in die nächste Runde. Während sich die US-Rapper bereits seit Wochen in unzähligen Postings mit Beleidigungen, Memes und Fotomontagen an den Kragen gehen, postete French Montana jetzt ein vermeintliches Gerichtsdokument, welches Fifty als "Ratte" entlarven soll.

50 Cent Informant
Credit: Michael Tran / GettyImages

Instagram-Beef
Rapbeefs über Social-Media auszutragen, wird wohl immer mehr zur Regel, als zur Ausnahme. Was in Deutschland unter anderem Fler und Bonez MC über Wochen auf Instagram austrugen, schafften erst kürzlich auch die britischen Grime-Artists Stormzy und Wiley. Der rein zahlentechnisch aber größte Internet-Beef findet seit Wochen zwischen 50 Cent und French Montana statt. Den Anfang bildete ein harmloser Post des "Unforgettable"-Rappers, der sich zu Weihnachten über seinen brandneuen, 1,5 Millionen US-Dollar teuren Bugatti freute. Fifty, der bereits in der Vergangenheit mehrmals durch Social-Media-Sticheleien für Streit mit Künstlern sorgte, sah French Montanas Post wohl als willkommene Troll-Einladung. Unter einem Foto aus dem Krankenbett schrieb der "Power"-Star: "Das ist ein 2010er [Bugatti] Veyron, man. Du solltest einfach die Uber-App runterladen. [...] Pack diesen Bullsh*t zurück auf den Truck."

Über Beleidigungen, Fotomontagen und Fake-Streams
French Montana ließ sich das Ganze natürlich nicht gefallen, feuerte direkt zurück und bezeichnete Fifty unter anderem als Dinosaurier. Durch diverse Fotomontagen nahm der Streit weiter Fahrt auf. So postete Montana auf Instagram ein Foto, das ursprünglich 50 Cent dabei zeigte, wie er Nicole Scherzinger küsste - tauschte per Photoshop allerdings die Dame gegen den langjährigen Freund des "Get Rich or Die Tryin'"-Rappers Eminem aus.
 

Ebenfalls ging der Platin-Artist auf die kurzweilige Verbindung 50 Cents zu 6ix9ine ein. Der 23-Jährige sitzt derzeit noch 13 Monate in Haft ab, nachdem er durch intensive Zusammenarbeit mit den Behörden seine ursprünglich auf 47 Jahre angesetzte Gefängnisstrafe deutlich verkürzen konnte. Aufgrund Fiftys kurzzeitiger Nähe zu 6ix9ine, verlieh ihm French Montana den Spitznamen "59" und bezeichnete den ehemaligen G-Unit-Künstler als "Snitch" - oder zu Deutsch: "Verräter".

Doch die nächste Beef-Runde ließ nicht lange auf sich warten. Ende Dezember beklagten sich einige Spotify-Hörer auf Twitter, dass ihre Accounts gehackt worden seien und von sich aus French Montanas Song "Writing on the Wall" abspielen würden. 50 Cent nutzte die daraus resultierenden Schlagzeilen über verdächtig viele Fake-Streams natürlich für einen weiteren Diss gegen den "No Stylist"-Sänger. Dieser machte natürlich sofort Fifty für die falschen Plays verantwortlich. Final geklärt wurde der Umstand bislang nicht - dafür folgten weitere Provokationen.

So postete French Montana Aufnahmen eines vermeintlichen Gerichtsdokuments, das bestätigen solle, wie 50 Cent gegen Mitglieder des Labels Murder Inc. ausgesagt hätte. Auf seine bereits etablierte Beleidigung "Dinosaurier" ließ er dieses Mal noch das Wort "Ratte" folgen. Das von ihm gepostete Dokument wurde bereits 2016 von Irv Gotti auf Instagram gepostet und bezieht sich dabei auf eine gewaltätige Auseinandersetzung zwischen 50 Cent, Gotti und weiteren Murder Inc.-Mitgliedern im März 2000. Nach dem Angriff auf den "In Da Club"-Rapper im "The Hit Factory"-Studio in New York soll dieses Dokument laut Irv zweifellos beweisen, dass Fifty bei den Behörden nach Polizeischutz gefragt habe.

Als vermeintlichen Beweis zeigt das Schreiben am Ende das Worte "informant", gefolgt von "Curtis Jackson, Marvin" - 50 Cents wirklicher Name lautet Curtis James Jackson III. In den sozialen Medien wurde das Dokument bereits seit Jahren als Fake abgestempelt - einen endgültigen Beweis, ob es echt oder eine Fälschung ist, gab es nie. Das erneute Aufbauschen des Themas durch French Montana dürfte bei Fans dennoch etwas Wirkung gezeigt haben. Eine Antwort von 50 Cent blieb bislang aus, wird aber sicher nicht lange auf sich warten lassen.