Obwohl 6ix9ine alle Hebel in Bewegung gesetzt und sich selbst schriftlich beim Richter entschuldigt hat, wurde er zu einer zweijährigen Haftstrafe verurteilt.

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Credit: Jefferson Siegel/NY Daily News / GettyImages

Entschuldigte sich vor Verurteilung
“Weil der Termin meiner Verurteilung näher rückt, werde ich immer häufiger von meinen Emotionen überwältigt. Vor allem danke ich Ihnen für diese Gelegenheit. Euer Ehren, ich bereue die Situation, in welcher ich mich gerade befinde”, startete US-Rapper 6ix9ine Mitte Dezember 2019 in einen am Computer geschriebenen Brief an den leitenden Richter und fügte hinzu: “Ich weiß, dass mein Leben niemals das gleiche sein wird, aber ich hoffe, dass es sich zum Besseren wenden wird, denn darüber hinaus betrachte ich mich immer noch als Vorbild für Millionen von Menschen. Ich sehe mich als Künstler, Berühmtheit und als Mensch. Ich bin froh, dass die Öffentlichkeit mitansehen konnte, wie ich mit den Konsequenzen meiner Handlungen umgegangen bin, weil ich das Gefühl habe, dass dies ein Licht auf das wirft, was sich aus einer Zugehörigkeit zu solch einer Gang entwickeln kann.”

Ebenfalls bedankte sich der Künstler bei den Behörden, welche ihn am 19. November 2018 festgenommen hatten und erklärte, dass er die gewalttätige Nine Trey Blonds-Gang niemals im Alleingang verlassen hätte. "Ich hätte es niemals alleine geschafft, dort hinauszukommen. Ich weiß, dass ich die Möglichkeit bekommen hatte, von welcher Millionen von Menschen nur träumen. Ich habe es verschwendet, indem ich mich mit den falschen Leuten eingelassen und mich selbst falsch dargestellt habe. Es tut mir wirklich leid für den Schaden, den ich angerichtet habe. Wenn ich eine zweite Chance bekomme, werde ich dieses Gericht nicht im Stich lassen und einen Teil meines Lebens dazu nutzen, anderen zu helfen, nicht die gleichen Fehler zu machen, die ich gemacht habe.”

Ob sein Schreiben Richter Paul Engelmayer am Ende umstimmen konnte?

Scheinbar ja! Wie die New York Times berichtete, hätte der aus New York stammende Rapper eigentlich mit einer Haftstrafe von mindestens 47 Jahren rechnen müssen. Doch seine Zusammenarbeit mit unter anderem der Staatsanwaltschaft konnte ihn am Ende eine solche Zeit hinter Gittern ersparen. Stattdessen wurde eine zu einer zweijährigen Haft verdonnert und brach am Mittwoch, den 18. Dezember 2019 vor Gericht im Big Apple in Tränen aus. “Ihre Zusammenarbeit war beeindruckend. Es war bahnbrechend. Es war komplett und es war mutig”, erklärte der zuständige Richter und fügte hinzu, dass die bereits abgesessenen 13 Monate ihm noch zu wenig erscheinen und er “heute nicht als freier Mann den Raum verlassen” wird. “Ihre Aktionen waren zu gewalttätig, zu nachhaltig, zu destruktiv, zu egoistisch und zu rücksichtslos in Bezug auf die öffentliche Sicherheit, um eine Strafe von 13 Monaten überhaupt zumutbar zu machen”, sagte Engelmayer abschließend und listete eine Litanei von Schießereien und Raubüberfällen auf, bei welchen der “STOOPID”-Interpret beteiligt war.

“Ich weiß, dass ich etwas falsch gemacht habe. Ich war schwach. Ich war leicht zu beeinflussen. Ich kann nicht glauben, dass ich das war", wurde 6ix9ine von der NYT zitiert. ”Es gibt keine Entschuldigung, die gut genug ist.”

Der Rapper selbst, welcher bereits 13 Monate abgesessen hat, muss weitere elf Monate im Gefängnis verweilen. Im Anschluss daran wird er höchstwahrscheinlich am Zeugenschutzprogramm teilnehmen. Was seine Fans davon halten? Via Twitter kann man sich einige Meinungen durchlesen: