Gegen den Wunsch seines Vaters, einem bodenständigen Job nachzugehen, entschied sich Kontra K dazu, seiner Leidenschaft zu folgen und seine Berufung zum Beruf zu machen.

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Credit: Robert Schlesinger / GettyImages

Vater-Sohn-Verhältnis
Maximilian Diehn ist, so darf man es ausdrücken, aktuell einer der erfolgreichsten Deutsch-Rapper unserer Zeit und hört auf den Künstlernamen Kontra K. Doch wirklich einfach hatte er es nie, wie der Berliner im Interview mit “Focus” berichtete. Auf die Frage, ob er sich an seine Kindheit erinnern könnte, antwortete der Musiker: “Das sind zum größten Teil keine guten Erinnerungen. Das einzig Beständige war mein Vater. Er war nicht der „Standard-Bürger“ und tatsächlich sollte ich mich aus polizeilicher Sicht von ihm fernhalten, aber er war immer für mich da”, so der “Benzin”-Interpret und erklärte den damaligen ausgesprochenen Kontaktverbot zu seinem alten Herrn: “Mein Vater war in den ‘Alt-Berliner-Kreisen’ involviert – so nenne ich sie jetzt mal. Es waren aber immer nur Verdachtsmomente und die sind nie belegt worden. Letztendlich ist das wie ein Mythos. Es war aber gut, dass wir trotzdem Kontakt hatten und dass meine Mutter auch gemerkt hat, dass das gut für mich ist.”

Dank seiner Erziehung blieb er dennoch immer auf dem richtigen Weg, durfte “kommen und gehen, wann er wollte” und wurde ebenfalls schon häufiger von der Polizei nach Hause gebracht. Sein Vater hingegen “war immer da, wenn er Probleme hatte und er war immer da, wenn er Probleme gemacht” habe. Sein Leben - bis heute - würde Kontra K selbst als “Tanz auf Messers Schneide” beschreiben und fügte hinzu: “Ich kann in der Unterwelt unterwegs sein, solange ich nichts mit Leuten zu tun habe, die Verbrechen begehen, mit denen ich mich nicht identifizieren kann: Frauenhandel, Kinderhandel, Drogen – das sind alles Sachen, die kein Mann tun sollte. Wenn jetzt aber jemand einen Tunnel in eine Bank gräbt und die ausräumt, dann stehe ich daneben und applaudiere.”

 
 
 
 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

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Vater war gegen das Rap-Game
Als Kontra K schließlich mit dem Musizieren begonnen hatte, war sein Vater strikt dagegen. “Er hat gesagt: ‘Mensch Junge, das wird doch nichts.’ Jetzt ist er aber sehr stolz. Ich mache inzwischen Musik, für die man kein Jugendlicher sein muss, um etwas mit ihr anfangen zu können. Ich bin ja auch älter und erwachsener geworden”, lachte der Deutsch-Rapper.

Einen vernünftigen Beruf hat er dennoch ausgeübt und war als Industriekletterer unterwegs. Doch wirklich eine Ausbildung hatte der Berliner nicht genossen und fügte abschließend im Interview mit “Focus” hinzu: “Das war etwas, wo ich reingerutscht bin, in dem ich gut war und das mir Spaß gemacht hat, aber wirklich gelernt habe ich keinen Beruf”, lachte Kontra K. “Ich hatte einfach immer wieder Glück und habe als Kletterer meine eigene Firma gegründet. Mein Vater hat erkannt, wie viel Arbeit ich da reinstecke und darauf war er stolz.”