Neun Tage nach der Ermordung von Nipsey Hussle verbrüderten sich verfeindete Gangs in Los Angeles, zollten dem US-Rapper ihren Tribut und marschierten gemeinsam durch die Stadt der Engel.

Nipsy-Hussle-Memorial.jpg

Credit: Irfan Khan / GettyImages

RIP Hussle
Am Sonntag, den 31. März 2019 war US-Rapper Nipsey Hussle am Vormittag aufgebrochen, stieg in seinen eigenen Wagen und öffnete für einen Bekannten seinen Klamottenladen “Marathon Clothing”. Ohne seine Freundin, seine Familie oder seinen Leibwächter einzuweihen traf sich der “Question #1”-Interpret mit Eric Holder und es kam zur handfesten Auseinandersetzung, bevor letzterer 29-Jähriger wütend abzog und wenige Minuten später mit einer Waffe zurückkehrte. Mehrere Schüsse feuerte Holder ab, traf dabei zwei Fußgänger und Hussle, welcher an Ort und Stelle verblutet war. Der eintreffende Notarzt konnte nur noch den Tod von Ermias Joseph Asghedom, so sein bürgerlicher Name, feststellen. Eric Holder war vom Tatort geflüchtet, wurde zwei Tage später von der Polizei gestellt und bekannte sich nicht schuldig.

Gangs marschieren gemeinsam durch Los Angeles
Kurz nach dem eigentlichen Attentat versammelten sich über 10.000 Fans vor dem Klamottenladen “Marathon Clothing” und zollten ihrem Rapper ihren Tribut. Doch nicht nur jene Jungs und Mädels hielten eine Schweigeminute ab, wie die TMZ ebenfalls bestätigte, konnte das Ableben von Hussle verfeindeten Gangs die Augen öffnen, welche allesamt gemeinsam durch Los Angeles zogen und dem Künstler ein letztes Mal gedachten. Auch wurde eine Waffenruhe einberufen, während sich einige Anführer der “60's, Hoovas, ETG's, FTG, VNG, Bounty Hunters, Mona Parks, Brims, Pirus, Bloods, Crips, Gangstas, NH’s und Deuces” in ein und demselben Gebäude aufgehalten hatten. “Wir wollen unsere schwarze Macht nutzen, um die Stadt zu vereinen. Ich bete darum, dass wir auf diesem positiven Pfad bleiben können”, schrieb “HOLLYWOOD NIGHTLIFE”-Promoter und Geschäftsmann Marquis Diamond via Instagram nieder:

 
 
 
 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

A post shared by Marquis Diamond List (@marquisdiamond) on

Hussle selbst war seit seiner Jugend Mitglied der “Rollin 60s Neighborhood Crips” und setzte sich für die Gesellschaft und seinen Bezirk ein. Vor allem aber wollte er Kinder von der Straße holen und ihnen eine Zukunft bieten. Laut den “nbcnews” hatte er selbst ein Meeting mit der Polizei geplant und wollte dafür sorgen, dass die Herrschaft der rivalisierenden Gangs ein Ende findet. “Ich promote es nicht. Ich rede nur darüber. Ich fokussiere mich darauf, Lösungen zu finden und andere zu inspirieren”, gestand Nipsey vor seinem Tod im Interview mit dem “Complex”.

 
 
 
 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

A post shared by Big Boy (@bigboy) on

Große Trauerfeier geplant
Dem Rapper selbst soll im Übrigen am kommenden Donnerstag, den 11. April 2019 im Staples Center in Los Angeles die letzte Ehre erwiesen werden. Mit der Trauerfeier “Celebration of Life - Nipsey Hussle” wolle man dennoch keinen Cent verdienen, stattdessen kann man sich zum redaktionellen Zeitpunkt kostenlose Tickets sichern und der Veranstaltung beiwohnen.