Wie aufgetauchte gerichtliche Abschriften beweisen, hätte 6ix9ine seine Kollegen gar nicht verraten müssen und ist tiefer in Gang-Machenschaften verstrickt, als zunächst vermutet worden war.

Tekashi 6ix9ine attends Made In America - Day 1

Credit: Shareif Ziyadat / GettyImages

Plauderte über Kollegen
US-Rapper 6ix9ine sitzt auf den Tag genau vier Monate in Untersuchungshaft, wurde bereits einmal in ein anderes Gefängnis verlegt und verbringt seither jeden Tag damit, auf seine eigentliche Verurteilung zu warten. Dank des Besitzes von Waffen, seinem Drogenhandel, organisierter Kriminalität, einem bewaffneten Überfall und einem Auftragsmord blickt er einer Haftstrafe von mindestens 32 bis 47 Jahren entgegen, am 4. September 2019 wird ein zuständiger Richter seines Amtes walten und die Strafe verkünden. Daniel Hernandes, so der bürgerliche Name des Künstlers, bekannte sich in oben genannten Anklagepunkten bereits schuldig, arbeitete ebenfalls mit der Polizei zusammen und versuchte so einen milderen Schuldspruch erwirken zu können. Vor allem aber verpetzte er einige seiner Kollegen der gefährlichen “Nine Trey Bloods”-Gang und sorgte augenscheinlich dafür, dass Anthony Ellison, Denard Butler und Kintea McKenzie von den Behörden verhaftet worden waren. Letzterer junger Mann, der ebenfalls unter dem Alter Ego Kooda B bekannt ist, soll einen Auftragsmord angenommen und im Juni 2018 in New York City auf Rapper Chief Keef geschossen haben. Für die Tat, bei welcher niemand verletzt worden war, kassierte er rund 10.000 Dollar und wird mit dem Geld aktuell nichts anfangen können: Seitdem 6ix9ine seine Zeugenaussage getätigt hat, sitzt McKenzie ebenfalls in Untersuchungshaft und wird im Mai 2019 seine gerechte Strafe erhalten.

Dumm gelaufen
Obwohl der “STOOPID”-Rapper seit seiner Petz-Aktion bei diversen anderen Künstlern unten durch ist und den Namen “Snitch” (zu deutsch: Verräter) aufgedrückt bekommen hat, scheint alles für die Katz gewesen zu sein: Wie gerichtliche Dokumente aus Kooda Bs erster Verhandlung beweisen, hätte 6ix9ine gar keine Geheimnisse ausplaudern müssen und schnitt sich somit ins eigene Fleisch. Laut “OnSmash” sagte immerhin ein weiterer namentlich nicht erwähnter Zeuge aus und gestand, dass B den Auftragsmord an Chief Keef angenommen und ihn dabei beobachtet hatte, wie das Mitglied der “Nine Trey Bloods”-Gang auf den Rapper geschossen hatte. Auch ohne die Stellungnahme von 6ix9ine wäre sein ehemaliger Kumpel demnach verhaftet und verurteilt worden. Den Stempel als Verräter wird der Rapper mit Regenbogenhaaren nicht mehr los und macht sich eher Sorgen um die Sicherheit seiner Familie.

“Als Mitglied der Organisation Nine Trey führt man diverse Aktionen durch. Dazu gehört auf Menschen zu schießen, Raubüberfälle zu begehen und manchmal mit Drogen zu handeln”, gestand 6ix9ine und stellte laut “Complex” klar, dass er weitere Aktionen in Auftrag gegeben habe und sich schuldig bekennen würde. Bevor jene nicht näher genannten Straftaten ans Tageslicht kommen, stellte der US-Amerikaner einige zusätzliche Bodyguards ein, die sich um seine Mutter und restlichen verwandten kümmern sollen …