25 Jahre lang soll R. Kelly minderjährige Mädchen missbraucht haben, bevor man ihm auf die Schliche gekommen war und einen Haftbefehl gegen ihn ausstellte. Der Musiker verbrachte einige Tage in Untersuchungshaft, bezahlte nun die geforderte Kaution und plädierte auf nicht schuldig.

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Einfach unfassbar!
Es hat ganze 25 Jahre gedauert, bis die US-Justiz dem R’n’B-Sänger R. Kelly auf die Schliche gekommen war, Aussagen von diversen Frauen ernst genommen und jenen ihre Aufmerksamkeit geschenkt hatte. Zehn mit Beweismaterial aufgenommene Fälle wurden seither vom Gericht abgesegnet, es wurde ein Haftbefehl gegen den “I Believe I Can Fly”-Interpreten ausgestellt. Kelly selbst stellte sich Mitte Februar 2019 freiwillig der Polizei in Chicago und wurde im Anschluss in Gewahrsam genommen. “Nach fortlaufendem sexuellem Missbrauch und sexuellen Übergriffen minderjähriger Mädchen über 25 Jahre ist der Tag der Abrechnung für R. Kelly gekommen. Es ist vorbei”, schrieb Star-Anwalt Michael Avenatti via Twitter und hofft, dass die Gerechtigkeit siegt und er seine vom Superstar sexuell und mental misshandelten Mandantinnen erlösen kann. Doch er freute sich zu früh …

Wie “The Guardian” berichtete, wurde eine Kaution in Höhe von einer Million Dollar - rund 880.000 Euro - ausgestellt und Kelly musste einige Tage in Untersuchungshaft verweilen. Steve Greenberg, Rechtsbeistand des angeklagten Interpreten, stand derweil für seinen Mandanten ein und plädierte auf nicht schuldig in allen zehn Anklagepunkten. Auch konnte er dafür sorgen, dass der Musiker die laut dem zuständigen US-Gericht angeforderten zehn Prozent der Summe - ca. 88.000 Euro - als Sicherheit hinterlegen konnte, er befindet sich schon wieder auf freiem Fuß. Während R.Kelly das “Cook County”-Gefängnis verließ, beantwortete der mittlerweile 52-Jährige allen anwesenden Reportern keine weiteren Fragen:

“Zu diesem Zeitpunkt und in unsere Position kann ich sagen, dass Mr. Kelly absolut nichts falsch gemacht hat”, erklärte sein Anwalt Greenberg, nachdem eine 47 Jahre alte Frau die Kaution hinterlegt und sich “als Freundin” ausgegeben hatte. “Niemand hat uns Beweise vorgelegt und bewiesen, dass er irgendetwas falsch gemacht hat.”

Die zwei Videos, die bereits dem Gericht zugesandt worden waren und belegen, dass R. Kelly Geschlechtsverkehr mit einem 14-jährigen Mädchen hatte, wurden derweil noch nicht als Beweismaterial anerkannt. Eine weitere Anhörung ist für April 2019 angesetzt, sollte der zuständige Richter den Musiker in allen zehn Anklagepunkten für schuldig sprechen, könnte er die nächsten 70 Jahre - sollte R. Kelly so lange unter uns weilen - weggesperrt werden.