Kanye West
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Kanye West
Regierung schaltet sich ein

UK verbietet Kanye West Einreise: WIRELESS abgesagt

Nur neun Tage nach der Ankündigung ist alles vorbei: Wegen eines Einreiseverbots für Kanye West wird das WIRELESS Festival 2026 abgesagt.

"Nennt mich Yadolf Yitler"

Kanye West, heute als Ye bekannt, sorgte in den letzten Jahren immer wieder mit antisemitischen Aussagen für massive Kritik. Besonders im Oktober 2022 eskalierte die Situation: Er verbreitete offen judenfeindliche Inhalte, verherrlichte Adolf Hitler und sagte unter anderem, dieser sei "sein Bruder". Zudem erklärte er öffentlich: "Ich liebe Hitler“ und "Ich bin ein Nazi“ und fügte hinzu: 

"Ich sehe auch gute Dinge bei Hitler. […] Dieser Kerl, der die Autobahnen und das Mikrofon erfunden hat, das ich als Musiker benutze."

Die Aussagen führten dazu, dass Unternehmen wie adidas die Zusammenarbeit beendeten.

Ende 2023 entschuldigte sich Ye zunächst in einem auf Hebräisch verfassten Statement bei der jüdischen Gemeinschaft und zeigte Reue. Doch nur wenige Monate später widerrief er diese Entschuldigung wieder öffentlich auf X. In einem inzwischen gelöschten Beitrag schrieb er: "Ich entschuldige mich nie für meine jüdischen Kommentare“ und legte mit weiteren extremen Aussagen nach, darunter erneut "Ich liebe Hitler“ und "Ich bin ein Nazi“.

Zusätzlich verbreitete er Verschwörungserzählungen, bezeichnete Antisemitismus als erfunden und äußerte pauschale, abwertende Aussagen über jüdische Menschen. Er ging sogar so weit, sich selbst provokant “Yadolf Yitler“ zu nennen.

Insgesamt zeigt sich ein wiederkehrendes Muster: öffentliche antisemitische Äußerungen, kurze Phasen der Entschuldigung und anschließende Rücknahmen – begleitet von wachsender Kritik und weitreichenden Konsequenzen für seine Karriere.

Krankheit, Schuld und Reue?

Fast ein Jahr war vergangen und Kanye West hat sich ein weiteres Mal entschuldigt. In einer ganzseitigen Anzeige im anerkannten Wall Street Journal schrieb der US-Rapper, dass er "nicht gesund" sei und Reue sowie Schuld empfinden würde.

"Das Beängstigendste an dieser Krankheit ist, wie überzeugend sie ist, wenn sie dir sagt: 'Du brauchst keine Hilfe.' Sie macht dich blind, aber überzeugt dich davon, dass du Einsicht hast. Du fühlst dich mächtig, sicher, unaufhaltsam. […] Ich habe den Kontakt zur Realität verloren. Dinge wurden schlimmer, je länger ich das Problem ignorierte. Ich habe Dinge gesagt und getan, die ich zutiefst bereue. […] Einige der Menschen, die ich am meisten liebe, habe ich am schlimmsten behandelt. Ihr habt Angst, Verwirrung, Demütigung und Erschöpfung ertragen. […] Ich wurde von meinem wahren Selbst getrennt."

Über seine manische Phase Anfang 2025 schreibt Kanye West: "Ich fiel in eine psychotische, paranoide und impulsive Phase, die mein Leben zerstörte."

Das Problem an der Sache? Kanye West machte einen jahrzehntealten Autounfall dafür verantwortlich, seine bipolare Erkrankung ausgelöst zu haben. Das Event soll der Auslöser dafür sein, dass er seit Jahren rassistische und antisemitische Äußerungen von sich gibt. Der vierfache vater erklärte am Montag, den 26. Januar 2026, dass er einen gebrochenen Kiefer und Schäden am rechten Frontallappen seines Gehirns davongetragen habe. Letztere bis 2023 "unbemerkt" geblieben. Kurz darauf machte er den Autounfall ebenfalls für sein Autismus verantwortlich ...

"Es wurden keine umfassenden Scans durchgeführt, neurologische Untersuchungen waren begrenzt und die Möglichkeit einer Frontallappenverletzung wurde nie angesprochen. Dieses medizinische Versäumnis hat meinem psychischen Zustand schweren Schaden zugefügt und zu meiner Diagnose einer Bipolar-Störung Typ 1 geführt", so West. "Rückblickend habe ich mich von meinem wahren Selbst getrennt. In diesem zerbrochenen Zustand klammerte ich mich an das zerstörerischste Symbol, das ich finden konnte – das Hakenkreuz – und verkaufte sogar T-Shirts damit.“

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WIRELESS-Headliner

Ein Schock kam Ende März 2026: Das legendäre WIRELESS-Festival in Finsbury Park, London hatte Kanye West als Nachfolger von Drake ernannt und bestätigte, dass der US-Rapper als Headliner alle drei Abende kurieren würde. Eine Entscheidung, die sofort für heftige Reaktionen sorgte:

Im Netz hagelte es Kritik, viele User zeigten sich schockiert über die Wahl des umstrittenen Rappers und stellten infrage, ob ein Künstler mit seiner Vergangenheit eine solche Bühne bekommen sollte. Der Hauptsponsor Pepsi zog sich direkt nach der Verkündung zurück, daraufhin erklärte der britische Premierminister Keir Starmer:

"Es ist zutiefst beunruhigend, dass Kanye West für das Wireless gebucht wurde, obwohl er in der Vergangenheit antisemitische Äußerungen gemacht und den Nationalsozialismus verherrlicht hat. Antisemitismus ist in jeder Form abscheulich und muss überall, wo er auftritt, klar und entschieden bekämpft werden. Jeder trägt Verantwortung dafür, dass Großbritannien ein Land ist, in dem sich jüdische Menschen sicher und geborgen fühlen."

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UK verbietet Einreise, WIRELESS abgesagt

Nur neun Tage nach der großen Ankündigung folgte die Kehrtwende: Das Wireless Festival sagte die Ausgabe im Sommer 2026 komplett ab. Hintergrund ist ein Einreiseverbot für Kanye West nach Großbritannien. Wie unter anderem der The Guardian berichtete, hatte der Rapper zunächst eine elektronische Einreisegenehmigung [ETA] beantragt, die automatisiert genehmigt, nach einer manuellen Prüfung jedoch wieder entzogen wurde. Das Home Office begründete den Schritt damit, dass seine Anwesenheit dem Gemeinwohl nicht dienlich sei. Kurz nach Bekanntwerden meldeten sich die Veranstalter selbst zu Wort und erklärten in einem Statement auf Instagram:

"Infolge des Einreiseverbots für Ye durch das Home Office sieht sich das Wireless Festival gezwungen, abzusagen. Alle Ticketinhaber erhalten automatisch eine vollständige Rückerstattung."

Größte ultraorthodoxe jüdische Gemeinde Europas

Brisant wird die ganze Situation auch mit Blick auf den geplanten Auftrittsort: Kanye West wollte im Norden von London, genauer gesagt im Finsbury Park, performen. Nur wenige Autominuten entfernt liegt jedoch Stamford Hill, die größte ultraorthodoxe jüdische Gemeinde Europas. Rund 30.000 strenggläubige Juden leben dort in den Stadtteilen Hackney und Haringey.

Stamford Hill gilt außerdem als chassidisches Zentrum mit über 50 Synagogen, eigenen Schulen sowie Organisationen wie dem Erste-Hilfe-Dienst "Hatzola“" und der Nachbarschaftswache "Schomrim". Vor diesem Hintergrund bekommt die Entscheidung rund um das Festival und das Einreiseverbot eine zusätzliche, besonders sensible Dimension.

OLIVER HELDENS mit LADY

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