Mehr tödliche Unfälle dank Taylor Swift & Harry Styles
Eine Harvard-Studie zeigt: An Tagen großer Albumveröffentlichungen sterben in den USA 15 Prozent mehr Menschen im Straßenverkehr.
Eine Harvard-Studie zeigt: An Tagen großer Albumveröffentlichungen sterben in den USA 15 Prozent mehr Menschen im Straßenverkehr.
Für Fans ist ein neues Album meist ein kleines Event: Sobald Taylor Swift, Drake, Harry Styles und Co. neue Musik veröffentlichen, wird gestreamt, was das Zeug hält. Eine neue Studie von Forschern der Harvard Medical School bringt große Veröffentlichungen mit einem deutlich weniger erfreulichen Phänomen in Verbindung: mehr tödlichen Verkehrsunfällen.
Das Team untersuchte zehn gefeierte Alben, die zwischen 2017 und 2022 erschienen sind. Darunter waren Taylor Swifts "Midnights", das am 21. Oktober 2022 veröffentlicht wurde, Drakes "Scorpion" vom 29. Juni 2018 und Harry Styles' "Harry's House" vom 20. Mai 2022.
Die Idee dahinter: Große Veröffentlichungen sorgen für einen messbaren Anstieg der Musiknutzung sowie neue Streaming-Weltrekorde und können dadurch einen Einblick in mögliche Ablenkung am Steuer geben. Dr. Vishal Patel, Erstautor der Studie von der Harvard Medical School, erklärte: "Albumveröffentlichungen bieten etwas, das einem Experiment nahekommt: einen Tag, an dem die Smartphone-Nutzung landesweit sprunghaft ansteigt und das aus Gründen, die nichts mit den Straßenverhältnissen, dem Wetter oder der Person am Steuer zu tun haben."
Tatsächlich fanden die Forscher einen deutlichen Unterschied bei der Musiknutzung. Das Streaming-Volumen der 200 meistgehörten Songs in den USA lag an den Veröffentlichungstagen der untersuchten Alben um 43 Prozent über dem Niveau der jeweils zehn Tage davor und danach.
Allerdings lässt sich daraus nicht direkt ableiten, dass die Songs tatsächlich während der Autofahrt über ein Smartphone abgespielt wurden. Genau darauf weist auch Patel hin: "Was sich damit belegen lässt, ist, dass sich diese Tage hinsichtlich der landesweiten Musiknutzung tatsächlich von anderen unterscheiden; genau darauf basiert die gesamte Studie."
Für die Untersuchung kombinierten die Wissenschaftler diese Daten mit Informationen aus einem US-amerikanischen Register über tödliche Verkehrsunfälle. Verglichen wurden die Veröffentlichungstage der zehn Alben mit den jeweils zehn Tagen davor und danach. Faktoren wie Wochentag, Feiertage und Jahreszeit wurden dabei berücksichtigt. Das Ergebnis fällt deutlich aus: An den Tagen großer Album-Releases lag die Zahl der Verkehrstoten in den USA um 15,1 Prozent höher als an vergleichbaren Tagen.
Doch warum ausgerechnet neue Alben? Erstautor Dr. Vishal Patel von der Harvard Medical School erklärte es so: "Man entsperrt das Handy, öffnet die App, sucht das Album, geht die Titelliste durch und tippt auf den richtigen Song. Das bedeutet, dass man mehrere Sekunden lang auf den Bildschirm schaut." Dazu kommt: Unbekannte Musik fordert mehr Aufmerksamkeit als bekannte, und neue, energiegeladene Songs beeinflussen die Fahrleistung messbar negativ.
Besonders gefährdet laut Studie laut der britischen The Guardian: jüngere Fahrer, Männer, Alleinfahrer und Personen mit Infotainment-Systemen im Auto. Der Anstieg der Unfallzahlen zeigte sich fast ausschließlich bei Fahrern ohne Beifahrer.
Patel sieht sogar die Streaming-Plattformen in der Pflicht: "Ein kurzer Hinweis darauf, die Musik vor Fahrtantritt einzurichten, würde sie nichts kosten." Und sein Rat an alle, die am Release-Day nicht warten können:
"Album auswählen, auf 'Play' drücken, Handy weglegen."
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