3,2 Mio: Londoner wegen Fake-Vinyls inhaftiert
Ein aus London stammender Mann hat gefälschte Platten von Taylor Swift, Ed Sheeran und Co. verkauft. Jetzt muss er dafür ins Gefängnis.
Ein aus London stammender Mann hat gefälschte Platten von Taylor Swift, Ed Sheeran und Co. verkauft. Jetzt muss er dafür ins Gefängnis.
Wir haben wirklich schon alles gesehen: User, die Bots für Millionen von Spotify-Streams kaufen, oder Menschen, die Tausende KI-Songs ins Netz laden. Doch der nächste Fall sorgt jetzt weltweit für Schlagzeilen:
Rehan Ahmed aus West-London soll mit gefälschten Schallplatten rund 2,7 Millionen Pfund [aktuell etwa 3,2 Millionen Euro] verdient haben und flog nun auf. Am 18. September wurde der 40-Jährige am Inner London Crown Court zu dreieinhalb Jahren Gefängnis verurteilt. Laut der City of London Police handelte es sich um eine "langjährige, hoch organisierte und vollständig nicht lizenzierte Produktionsoperation".
Ahmed produzierte die Fake-Platten unter den Namen Phoenix of Vinyl und Paragon Music und verkaufte sie anschließend an Plattenläden oder direkt über Plattformen wie Discogs und eBay. Das Geschäft lief zwischen 2017 und 2024 ...
Doch wie ist der Betrug aufgefallen? Aufgeflogen ist das Ganze nach einem Testkauf der British Phonographic Industry (BPI). Abschließend durchsuchten Ermittler im Februar 2024 Ahmeds Produktionsstätte in Acton und stießen dort auf die bislang größte Beschlagnahmung gefälschter Vinylplatten in Großbritannien. Insgesamt wurden 2.791 Platten von 108 verschiedenen Künstlerinnen und Künstlern gefunden. Darunter waren unter anderem The Beatles, Taylor Swift, Ed Sheeran, Adele, Beyoncé, Rihanna und Drake.
Doch bei den Platten blieb es nicht: Die Ermittler fanden außerdem vier rund 70 Jahre alte Vinylpressen, etwa 3.000 Metall-Stempel sowie zahlreiche Cover und Label. Insgesamt kamen rund 18 Tonnen Beweismaterial zusammen. Die Anlage soll seit 2017 heimlich in Betrieb gewesen sein und die Plattenproduktion auf industriellem Niveau betrieben haben ... Peter Ratcliffe, Leiter der Abteilung für Inhaltsschutz bei der BPI, erklärte gegenüber BBC News, dass Künstlern, Plattenlabels und Einzelhändlern schätzungsweise "Zehntmillionen Pfund" entzogen worden seien. Er fügte hinzu:
"Während physische Musikformate eine Renaissance erleben, wächst leider auch der Markt für gefälschte Tonträger, da Kriminelle auf Kosten von Urhebern und Fans Profit schlagen. Dies beeinträchtigt nicht nur die legale Musikwirtschaft und alle, die in ihr arbeiten und investieren; es betrifft auch jeden Einzelnen von uns als Bürger, die Opfer anderer Kriminalitätsformen werden, welche durch diese Machenschaften finanziert werden."
Ahmed bekannte sich im Übrigen schuldig, das Urheberrecht von Künstlern verletzt sowie kriminell erlangtes Eigentum erworben und genutzt zu haben. Für den ersten Vorwurf erhielt er zwei Jahre und acht Monate, für den schwerwiegenderen zweiten Vorwurf dreieinhalb Jahre. Die Strafen laufen gleichzeitig, sodass er insgesamt dreieinhalb Jahre im Gefängnis verbringen muss.
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