Ye hat bei beiden Firmen Verträge unterschrieben und versucht alles, um aus den Deals herauszukommen.

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Credit: picture alliance / zz / Patricia Schlein

Verklagte adidas
Nachdem Kanye West im Sommer 2016 53 Millionen Dollar Schulden und sich selbst via Twitter an Facebook-Gründer Mark Zuckerberg gewandt hatte, drehte sich plötzlich das Blatt: Der deutsche Sportartikelhersteller adidas ging mit dem Rapper einen Deal ein, glaubte an seine Kreationen und verhalf ihm innerhalb der darauffolgenden vier Jahre zum Milliardärsstatus.

Im Juni 2022 zog schließlich ein anderer Wind auf, Kanye West richtete sich direkt an adidas-Geschäftsführer Kasper Rørsted und warf ihm vor, seine Ideen geklaut zu haben.

“An Kasper – ich lasse mir diese krassen Kopien nicht mehr gefallen. An die gesamte Sneaker-Gemeinde, an jeden Ballspieler, Rapper oder auch wenn du nur im Laden arbeitest – dies geht alle an, die etwas zu sagen haben, aber das Gefühl haben, es nicht zu können, denn sonst würden sie den Vertrag verlieren oder sie werden für verrückt erklärt. Mut zeigt sich dadurch aus, keine Angst zu zeigen. Mut ist es, wenn du deine Angst überwindest, um zu deiner Wahrheit zu stehen. […] Diese Schuhe repräsentieren die Respektlosigkeit, die Menschen an der Macht gegenüber dem Talent haben. Dieser Schuh ist ein gefälschter Yeezy, der von Adidas selbst hergestellt wurde”, erklärte Kanye West in einem Post auf Instagram. Passend dazu präsentierte er einen Vergleich der neuen Adiletten [rechts oben] und seinen Yeezys [rechts unten]: 

Drohte adidas
Ye selbst ist bis 2026 vertraglich an den deutschen Sportartikelhersteller gebunden und scheint nun auf die Barrikaden gehen zu wollen. Er selbst sprach sogar eine Drohung aus und richtete sich damit nicht nur an adidas, sondern auch seinen Kooperations-Partner GAP, mit welchem er bis 2030 zusammenarbeiten muss.

“Es ist Zeit für mich, es alleine zu machen. Das wird gut werden. Ich habe den Unternehmen Geld eingebracht. Die Unternehmen brachten mir Geld ein. Wir haben Ideen entwickelt, unsere Kleidung für immer verändern werden. Wie die […] die Yeezy-Slides, die die Schuhindustrie verändert haben. Jetzt ist es an der Zeit, dass Ye die neue Industrie aufbaut. Keine Firmen mehr, die zwischen mir und dem Publikum stehen.”, erklärte der Designer und Rapper im Interview mit Bloomberg und füge hinzu: “Wenn diese Unternehmen … wenn sie mit mir spielen wollen … Bis zu diesem Punkt war ich nett zu ihnen.”

Ob er sich vorzeitig aus beiden Verträgen lösen kann, ist derweil fraglich. In den vergangenen Jahren sollen ihm alleine die Tantieme von adidas 191 Millionen Dollar und von GAP 122 Millionen Dollar eingebracht haben.