Jan Böhmermann erhebt in der aktuellen Folge seiner Sendung "ZDF Magazin Royale" schwere Vorwürfe gegen YouTuber Fynn Kliemann und wirft ihm "Maskenbetrug" vor.

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Credit: picture alliance / Geisler-Fotopress / Nicole Kubelka

 Masken zum Pandemie-Start 
Fynn Kliemann ist eine ziemlich große Nummer. Auf YouTube, Instagram & Co. erreicht er mittlerweile Millionen von Menschen. Mit seinem zweiten Album “Pop” landete er sogar an der Spitze der deutschen Charts und wurde 2020 als “Best German Act” bei den MTV Europe Music Awards ausgezeichnet.

Von seinen 821.000 Followern auf Instagram wird er vergöttert. Mit den nun erhobenen Vorwürfen scheint niemand so wirklich gerechnet zu haben: Zu Beginn der Corona-Pandemie im Jahr 2020 ließ Fynn Kliemann im großen Stil Masken produzieren und stieg innerhalb von nur wenigen Wochen zu einem der größten Masken-Hersteller in Europa auf. Passend dazu schrieb er auf Instagram: "Wir haben unsere Produktion umgestellt und stellen nun fair produzierte, wiederverwendbare Mundbedeckungen aus Europa, aus 100% Polypropylen, zur Reduzierung des Infektionsrisikos her. Die Maske kostet 1/10 von den Dingern der überteuerten Profitgeier und rettet ganz nebenbei Arbeitsplätze bei unserem Produzenten in Europa, der sonst aufgrund der Folgen der Ausbreitung des Coronaviruses hätte schließen müssen."

Über seinen Onlineshop verkaufte Kliemann die Masken dann für bis zu 2,20 Euro je Stück.

 Alles nur Betrug? 
Jan Böhmermann will den Musiker und seine vermeintlichen Machenschaften in der aktuellen Folge des "ZDF Magazin Royale" enttarnt haben und erhebt schwere Vorwürfe: Über 2,3 Millionen besagter Masken sollen nicht, wie angegeben, in Europa, sondern in Asien produziert worden sein.

“Fynn Kliemann gab gemeinsam mit seinem Geschäftspartner Tom Illbruck, Geschäftsführer von ‘Global Tactics‘, in Bangladesch und Vietnam im großen Stil produzierte Masken als ‘fair‘ und ‘in Europa produziert‘ aus, log über seinen geplanten Profit, betrog seine Kund:innen und täuschte die Öffentlichkeit und seine Fans”, erklärte das Team der ZDF-Show auf der Seite lmaafk.de und fügte diverse interne Belege hinzu.

Weiter heißt es: “Während der Ausarbeitung des Deals mit asiatischen Masken am 10. April 2020 weist der Maskenproduzent Fynn Kliemann per WhatsApp auf die enormen Profite hin, die chinesische Hersteller zu diesem Zeitpunkt mit Masken erzielten: ‘Was die Chinesen an Geld drucken gerade, Wahnsinn.’ Woraufhin Kliemann antwortete: ‘Ja das ist echt verrückt. Krise kann auch geil sein’.”

 An Pandemie bereichert? 
Fynn Kliemann soll dabei richtig Kasse gemacht haben: So sollen die Produktionskosten für einen Mundschutz zwischen 45 Cent und 53,5 Cent gelegen haben. Der Musiker verkaufte die Masken jedoch, je nach Abnahmemenge, für bis zu 2,20 Euro in seinem Online-Shop oderso.cool. Während Millionen Menschen kurz vor der Insolvenz standen und jeden Cent zweimal herumdrehen mussten, soll das Allroundtalent Millionen gemacht haben. 

 Was sagt Fynn? 
Kliemann selbst wurde am 01. Mai 2022 vom Team der ZDF-Show per Mail darauf hingewiesen, dass er womöglich Thema in einer der nächsten Ausgaben des Magazin Royale werden könnte und veröffentlichte daraufhin eine fast 30 Minuten lange Stellungnahme auf seinem Instagram-Account:

“Ich finde es gut, wenn es investigative Journalist*innen gibt, die so etwas hinterfragen”, sagte Fynn unter anderem und fügte hinzu, warum er ein Video veröffentlichte: “Dann brauche ich das nicht alles zu tippen. Außerdem scheint das für das ‘Neo Magazin‘ ein Thema wert zu sein. Demnach interessiert euch das vielleicht auch aus erster Hand.”

Doch die Kommentarspalte unter besagtem Beitrag füllt sich zunehmend mit Instagram-Usern, die von Kliemanns Stellungnahme reichlich wenig halten:

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Credit: fimbim / Instagram

Wie die Sache wohl ausgeht?

Den kompletten Beitrag von Jan Böhmermann, welcher als Sonderfolge bereits vorab ins Netz geladen worden war, kannst Du Dir hier angucken: