Laut dem türkischen Ministerium sind Tracks von BLACKPINK und BTS schädlich für die Jugend und würden zu einem “geschlechterfreien” Lebensstil führen.

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Wird K-Pop verboten?
Zum ersten Mal in der Geschichte von K-Pop, dem Sammelbegriff für koreanischsprachige Popmusik, haben es Gruppen wie Red Velvet, Seventeen, BTS und BLACKPINK in die internationalen Charts geschafft. Letzte beiden Vertreter sind sogar so erfolgreich, dass sie bei den GRAMMYs nominiert worden sind oder Weltrekorde von anderen Superstars im Handumdrehen gebrochen haben. Dass das nicht überall gut ankommt, ist mittlerweile bekannt. Bei der Reunion des US-amerikanischen Klassikers “Friends” zum Beispiel hat die chinesische Regierung alle Aufzeichnungen von BTS zensieren lassen

Im neuesten Streich hat es das türkische Ministerium auf die sieben südkoreanischen Mitglieder abgesehen und versucht ihre Lieder verbieten zu lassen. Genau genommen würde das Familienministerium aktuell überprüfen, ob und wie K-Pop junge Menschen von ihren traditionellen Werten entfremde und sie durch die Tracks von ihren Familien entferne.

“Das Ministerium untersucht Vorwürfe, wonach K-Pop junge Menschen dazu bringt, von traditionellen Werten abzuweichen, die stattdessen ihre Familie ablehnen und so zu einem ‘geschlechterfreien’ Lebensstil geführt werden”, erklärte Journalist Onder Yilmaz in der türkischen Tageszeitung “Milliyet”. Ebenfalls wird den Jungs von unter anderem BTS von konservativen Zeitungen und Kommentatoren vorgeworfen, “Verwirrung in der Geschlechtsidentität zu schaffen”.

Hände gebunden
K-Pop wird laut der Familienministerin Derya Yanık in der Türkei nicht auf die rote Liste gesetzt. “Wir haben nicht die Befugnis, K-Pop zu verbieten. Was wir tun, ist, die Inhalte zu verfolgen und gegebenenfalls rechtliche Verfahren einzuleiten.”

Ob sie jedoch verbieten möchte, dass nach der Pandemie südkoreanische Superstars wie die Jungs und Mädels von BTS und BLACKPINK einreisen und Konzerte geben, wollte Yanık nicht thematisieren.