Die sieben Südkoreaner können seit 2017 nicht mehr in die Öffentlichkeit gehen, ohne erkannt zu werden. Nun sprechen sie über den Druck, erfolgreich zu sein.

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Keinen leichten Start
V, Jungkook, Jimin, Suga, Jin, RM und J-Hope haben sich in jungen Jahren bei der Plattenfirma BigHit Entertainment beworben und wurden in ein sogenanntes Bootcamp aufgenommen. Dort angekommen mussten die sieben Südkoreaner täglich ihr Können unter Beweis stellen und konnten nicht einfach eine Stunde ausfallen lassen - schließlich hätten sie jederzeit von einem anderen Anwärter ersetzt werden können. Nach jahrelanger Arbeit präsentierte Plattenboss Bang Shi Hyuk die Jungs von BTS unzähligen Medienvertretern, sie debütierten in 2010. Doch der Weg dahin war nicht einfach, wie Bang gestand.

“Wer erfolgreich sein will, muss in seine Ideen und seine Zukunft investieren. Sie haben über Monate hinweg über zehn Stunden am Tag getanzt und ihre Choreografien perfektioniert. Am Anfang war es tatsächlich schwer. Keines der BTS-Mitglieder konnte wirklich tanzen - oder zumindest nicht so, wie sie es jetzt tun. Ich hingegen wollte eine Band ins Leben rufen, welche intensive Performances auf die Beine stellen kann. Also haben sie über zehn Stunden am Tag trainiert. Heute können sie sich Schritte schneller merken, sie proben ihre Tänze rund vier Stunden täglich. Sie sind einfach ein Team, welches zusammen gearbeitet und viel erlebt hat.”

Erfolgsdruck
Die Jungs von BTS haben am Ende ein Milliardenimperium aufgebaut und ihrer Plattenfirma zum nötigen Erfolg verholfen. Seit 2013 haben sie unter anderem neun Studioalben, sechs Compilations, sechs EPs sowie Soundtracks, Reissues und Single-Alben erarbeitet, jetteten um den gesamten Globus und waren in 2021 sogar als erste K-Pop-Gruppe überhaupt für einen GRAMMY nominiert.

Dass der Druck, weitere noch größere Erfolge und die eigenen Rekorde zu brechen niemals aufhören wird, das haben V, Jungkook, Jimin, Suga, Jin, RM und J-Hope mittlerweile begriffen und erklärten in einem ihrer bisher emotionales Interviews mit dem Billboard-Magazin, dass sie seit 2017 nicht mehr auf die Straße gehen können, ohne erkannt zu werden.

“Wir sind keine außergewöhnlichen Menschen - wir wollen nicht viel. Wir sind Jungs, die mit einem normalen Teller zufrieden sind. Und dann wird uns so viel aufgetischt, dass es alles runterfällt und nicht mehr drauf passt. Wir haben unser Debüt mit einem so kleinen Label gefeiert und es war schwer vom ersten Tag an. Ich habe nie von so viel geträumt”, versuchte Suga die momentane Situation zu beschreiben, während V hinzufügte: “Der Druck ist einfach überwältigend.”

BTS-Anführer RM hatte mit dem Erfolg von sich und seinen Jungs nie gerechnet und muss sich dennoch daran erinnern, dass es von heute auf morgen vorbei sein kann. “Seit 2017 haben wir keine großen Sprüche mehr geklopft, weil wir Angst vor der Retourkutsche haben. Wir denken die ganze Zeit über unser Karma nach”, so RM, während Jimin mit jedem neuen Nummer-eins-Hit gelernt hat, dass er seine Familie und Freunde vernachlässigt hatte, welche wichtiger sind als all der Erfolg. “Ich bin ruhiger geworden. Schließlich gibt es wichtigere Dinge, über die ich in meinem Kopf nachdenke.”

Bei ihrer ARMY, so nennen sie ihre Fans, haben sich die Jungs von BTS im Anschluss ebenfalls bedankt.