Um mit dem Druck im Rampenlicht besser umgehen zu können, konzentriert sich das BTS-Mitglied auf seine psychische Gesundheit.

Jin-of-BTS.jpg

Credit: Dia Dipasupil / GettyImages

Der Stress eines K-Pop-Stars
In den vergangenen Monaten und Jahren haben sich unzählige K-Pop-Stars in sogenannten Bootcamps beweisen, bis zu zehn Stunden am Tag trainieren und am Ende eine Performance abliefern müssen. Jene entschied darüber, ob sie erfolgreich sein und in eine Bang gesteckt oder sich ihre Träume nach all der harten Arbeit in Lauf auflösen werden. Wurde man am Ende ausgewählt, stand das Debüt vor der Tür und die ersten Singles wurden vom Label so sehr gepusht, dass sie zu Nummer-eins-Hits mutierten. Doch da fing der Spaß erst an: Die sieben Südkoreaner von BTS zum Beispiel mussten innerhalb der letzten sieben Jahre neun Studioalben, sechs Kompilationen, sechs EPs und einen Soundtrack kreieren, mehrfach um die Welt touren und bekamen gerade einmal einen Monat Urlaub …

Suizide nehmen die Jungs mit
Neben BTS haben diverse andere Künstler:innen den Sprung vom Bootcamp auf die Bühnen dieser Welt geschafft. Doch einige überstanden den Druck im Game nicht und nahmen sich am Ende ihr Leben. Kim Jong-Hyun zum Beispiel war gerade einmal 27 Jahre jung, teil der erfolgreichen Gruppe SHINEE, SM Town und SM The Ballad und ein Solo-Act, bevor er sich im Dezember 2017 das Leben nahm. Bestürzt darüber erklärte das BTS-Mitglied RM gegenüber dem Billboard-Magazin: “Ich konnte die ganze Nacht nicht schlafen. Es war einfach nur schockierend, weil wir ihn zuvor bei so vielen Veranstaltungen gesehen hatten. Er war so erfolgreich. Um ehrlich zu sein, sieht es von unserem Standpunkt so aus, als sei jeder Tag für unsere Generation mit Stress verbunden. Es ist schwer einen Job zu bekommen, die Schulbank zu drücken ist heutzutage auch nicht mehr so einfach … Wir haben es schwer, alles unter einen Hut zu bekommen und unsere Freunde nicht zu vernachlässigen.”

Auch BTS-Mitglied Suga hatte dem etwas hinzuzufügen und gestand abschließend: “Ich glaube, dass jeder auf der Welt einsam und traurig ist. Und ich hoffe, dass wir gemeinsam etwas kreieren können, damit weniger Leute leiden. Ein Umfeld, in welchem es okay ist, um Hilfe zu fragen und jemandem zu sagen, dass man ihn oder sie vermisst.”

Druck im Game
Während der Corona-Krise konnten die Jungs von BTS erstmals seit dem Start ihrer Karriere etwas verschnaufen . Ihre Welttournee wurde vorerst abgesagt und sie arbeiteten stattdessen an neuen Songs. Auch konnte jeder der sieben Allroundtalente eigene Probleme in Angriff nehmen. Jin zum Beispiel. Gestand gegenüber dem “WeVerse”-Magazin Ende Juli 2021, dass ihm der Erfolg und der dazugehörige Stress zusetzen würde.

“Man könnte sagen, dass ich mittlerweile einen klaren Verstand und dass ich einige Dinge aufgearbeitet habe. Ich bin mir ziemlich sicher, dass es mir jetzt besser geht. Ich habe aktuell einen routinierten Tagesablauf, obwohl meine Termine manchmal ein bisschen unberechenbar sind.” 

Das BTS-Mitglied fügte ebenfalls hinzu, dass er in der Vergangenheit “wirklich müde” von der ganzen Arbeit war und keinen einzigen Tag frei hatte. “Als ich arbeiten musste, ohne einen einzigen freien Tag zu haben, war ich wirklich erschöpft. Ich musste schließlich auch noch Dinge erledigen nach meiner Arbeit und bevor ich zu Bett gegangen war. Seitdem ich mir diese Routine aufbauen und einige Zeit so leben konnte, lebe ich gesünder, ernähre mich gut und ich bekomme auch ein bisschen mehr Schlaf.”

Und das kann sich sehen lassen: Bei der neuesten BBC Radio 1 Live Lounge coverte Jin mit seinen Jungs nicht nur die Puff Daddy und Faith Evans Single “I’ll Be Missing You”, sondern gaben auch Live-Versionen ihrer Nummer-eins-Singles “Butter” und “Permission to Dance” zum Besten. Letzteres Stück wurde in Kooperation mit Ed Sheeran geschrieben und kann hier noch einmal betrachtet werden: