Obwohl die Veranstalter von der belgischen Regierung im Mai 2021 ein grünes Licht bekommen haben, stellt sich die Stadt Boom quer. Dem Festival droht die Absage.

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Alles sah so gut aus
“Wir freuen uns und sind dankbar zu hören, dass die belgische Regierung daran glaubt, dass große Festivals gegen Ende des Sommers 2021 stattfinden dürfen. Diese Perspektive ist nicht nur für Tomorrowland als Organisation hoffnungsvoll, sondern auch für die mehr als 1.500 Lieferanten und deren Mitarbeiter”, hieß es in einer Pressemitteilung im Mai 2021.

Die Veranstalter planten demnach mit einer vollen Kapazität von 75.000 Fans an zwei aufeinanderfolgenden Wochenenden Ende August und Anfang September und das unter einem strengen Hygiene-Konzept. Besitzer eines Tickets müssen demnach beide Corona-Impfungen erhalten und einen negativen PCR-Test vorlegen, sollten sie das Gelände betreten wollen. Doch nun die große Enttäuschung:

Die Gemeinden Boom und Rumst wollen keine Genehmigung für das Tomorrowland-Festival erteilen, die Absage steht kurz bevor.

Warum die Absage?
Auf einer Pressekonferenz vom Donnerstag, den 17. Juni 2021 sagten die Bürgermeister von Boom und Rumst, dass “die Risiken für die öffentliche Sicherheit und Gesundheit” zu groß seien.

“Wir sind besorgt über die gesundheitliche Situation. Wir tragen eine große moralische Verantwortung. Es würde mir schwerfallen, wenn es Opfer nach einem lokalen Corona-Ausbruch geben würde. Genau aus diesem Grund können wir diesem Antrag jetzt nicht zustimmen. Die Experten haben es uns sehr klar gemacht. So etwas können wir nicht ignorieren”, so Jeroen Baert, Bürgermeister von Boom, gegenüber “vrt”, während Bürgermeister Jurgen Callaerts von der belgischen Nachbargemeinde Rumst hinzufügte: “Tomorrowland ist hier in unserer Provinzdomäne De Schorre zu Hause, und wir haben immer von der Festivalorganisation profitiert, auch bei der Organisation der Impfkampagne in unserer Region. […] Es ist nicht ratsam, eine Veranstaltung dieser Art stattfinden zu lassen. Das epidemiologische Risiko ist aktuell und auch Ende August zu hoch. […] Wir hoffen darauf, dass wir Tomorrowland in 2022 wieder bei uns willkommen heißen können - unter den gleichen Umständen wie 2019.”

Tomorrowland-Sprecherin Debby Wilmsen kann die Absage nicht richtig in Worte fassen. Die offiziellen Accounts auf den sozialen Netzwerken und der eigenen Website haben bislang noch kein Statement abgegeben. Sie sagte jedoch gegenüber “Art”: “Das kommt wie ein Vorschlaghammer, sehr hart und unerwartet. […] Nach 15 Jahren intensiver Zusammenarbeit mit den Gemeinden Boom und Rumst fühlt sich das sehr schief an.” Auch nannte Debby die erneute Absage “eine riesige Katastrophe für unser Unternehmen, aber auch für die 1.500 beteiligten Lieferanten, Freiberufler und Tausende von Mitarbeitern”.

Während Tomorrowland in 2021 noch immer auf der Kippe steht und sich die Veranstalter etwas einfallen lassen wollen, um die Gemeinden doch noch umzustimmen, können Fans aufatmen:

Tomorrowland Around the World 2021 ist zurück und wird als digitales Festival am 16. und 17. Juli 2021 stattfinden. Das komplette Line-up und alle Informationen findest Du hier: