Der Chef der Mediengruppe RTL Deutschland hat ein erstes Interview seit dem Ende des Arbeitsverhältnisses von Dieter Bohlen gegeben und einiges klargestellt.

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Ende nach zwei Jahrzehnten
Die 18te und aktuellste Staffel von Deutschland sucht den Superstar hatte einige Schlagzeilen geschrieben. Doch um die Kandidaten ging es dabei nur selten. Stattdessen wurde Schlagersänger Michael Wendler, nachdem er wirre Verschwörungstheorien zur COVID-19-Pandemie ins Netz geladen hatte, herausgeschmissen und die Jury machte zu dritt weiter. Auch die aufgenommenen Castings mit dem “Egal”-Interpreten wurden am Ende vom Sender RTL bearbeitet, sodass der Wendler quasi rausgeschnitten worden war …

Und während die Jury am Ende nur noch aus Maite Kelly, Mike Singer und Dieter Bohlen bestand, war letzterer Pop-Titan bei den letzten beiden Shows ebenfalls nicht mehr am Start. “Wir bedauern Dieters krankheitsbedingte Absage sehr und wünschen ihm alles Gute und eine schnelle Genesung. Die neun Final-Teilnehmer müssen jetzt ohne Dieters Begleitung um den Sieg singen. Dafür sind sie bestens vorbereitet. Maite und Mike haben bislang einen sehr guten Job gemacht und werden auch die Live-Shows allein stemmen”, hieß es in der zweiten Pressemitteilung. Kurz zuvor hatte der Sender bereits bestätigt, dass die Verträge mit dem Stamm-Juror nach fast zwei Jahrzehnten nicht mehr verlängert worden waren und Bohlen weder bei “Deutschland sucht den Superstar”, noch bei “Das Supertalent” am Start sein wird.

“Mit klaren Urteilen und feinem Gespür für musikalischen Mainstream im allerbesten Sinne [sei Bohlen] maßgeblich am langjährigen Erfolg beider Shows beteiligt. Nach fast zwei Jahrzehnten gemeinsamer Erfolge ist jetzt der richtige Zeitpunkt für Veränderung und Weiterentwicklung”, so RTL-Unterhaltungschef Kai Sturm.

Dieter wurde bei den letzten beiden Shows von seinem Kollegen Thomas Gottschalk vertreten, welcher für ein Quotenhoch der letzten Staffel sorgte und den ein oder anderen Fan vom Hocker haute.

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Das war der eigentliche Grund des Rauswurfs
Dieter Bohlen selbst meldete sich zwei Wochen nach den Neuigkeiten bei allen Fans zu Wort und erklärte, dass es kein böses Blut zwischen ihm und dem Sender geben würde.

“Nein, es lag nie am Geld, daran lag es überhaupt nicht. Nein, ich bin nicht ausgerastet, ich war auch nicht böse, gar nichts. Sondern RTL will einfach einen neuen Weg gehen, familienfreundlicher - dazu ein Revoluzzer, der immer auf die Kacke haut, wie ich, hat nichts mehr zu suchen. Kann ich gut verstehen. Ich werde immer die Wahrheit sagen und ich bin so, wie ich bin – da kann ich mich auch nicht ändern”, so der Pop-Titan, welcher abschließend hinzufügte: “Probleme im Leben kommen, damit man sich darüber Gedanken macht. Noch ehrlicher sein und noch mehr Sprüche und so weiter.”

Doch ganz auf den Punkt gebracht hatte es Bohlen scheinbar nicht. Stattdessen äußerte sich Bernd Reichart, Chef der Mediengruppe RTL Deutschland, erstmals selbst zum Thema und sagte gegenüber der “Wirtschaftswoche”, folgendes: “‘Deutschland sucht den Superstar’ zu erneuern ist eine Entscheidung fürs Format, nicht gegen Protagonisten. Genau jetzt ist die richtige Zeit, gewohntes infrage zu stellen. Übrigens nicht nur im Programm. […] ‘DSDS’ hat auf hohem Niveau nach und nach Marktanteile verloren. Deshalb bekommt die Sendung ein neues Konzept und eine neue Jury.”

In der 19. Staffel von der Castingshow möchte RTL demnach auf das “Befinden und Bedürfnisse der Menschen”, welches sich in den vergangenen Monaten und Jahren geändert hat, eingehen.

“Wir prüfen ständig, ob wir den Nerv unseres Publikums treffen und abbilden, was die Menschen begeistert und bewegt”, so der Chef der Mediengruppe RTL Deutschland. Abschließend ging er nicht auf das letzte End-Gespräch mit Bohlen ein, sondern fügte hinzu: “Wir setzen auf positive Unterhaltung, auf großes, innovatives Familienfernsehen.”