Nach einer “großartigen Geldspende” in der Vergangenheit, ließ Till Lindemann einem Verein eines bekannten Rechtsextremisten weitere Sachspenden zukommen und musste mit Entsetzen feststellen, an wen das Paket gegangen war.

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Geld ist nicht alles
Till Lindemann kann in Zusammenarbeit mit seinen Jungs von Rammstein oder in Eigenregie unter dem Alter Ego LINDEMANN einen Hit nach dem anderen präsentieren und jährlich einen Gewinn in Millionenhöhe erzielen. Doch wirklich glücklich scheint er damit allein nicht zu sein, sondern erklärte in der Dezemberausgabe vom “PLAYBOY”, dass auch auf ihm eine große Last liegen würde. “Ich nehme das mit ganz, ganz viel Demut auf. Und mir macht das auch ein bisschen Angst. Es bringt Verantwortung mit sich und extremen Druck”, schilderte Lindemann. “Da kommen auch Versagensängste auf: Können die Shows stattfinden, bleibst du gesund, funktioniert das alles? Das ist nicht schön. Aber trotzdem freut man sich ganz doll und bereut es nicht.”

Auch in Sachen Gehalt hatte der 58-Jährige etwas zu sagen und fütge hinzu: Jeden Euro haben wir nicht für die geilen Songs verdient, sondern weil wir zusammengehalten haben. Die Ängste und Nöte, das Hoch und Runter, Streite, Eifersüchteleien und Neid. Nächtelang nicht schlafen können, weil man sich fragt, ob man sich durchsetzt oder einfügt. Die Gewissenskonflikte, die Psychodramen. Ich habe mich oft gefragt, warum ich mir etwas antue, das die Seele so aufreibt, und nicht einfach was anderes mache. […] Rammstein ist wie eine alte Ehe, da kann man nicht mehr loslassen. Die Kinder sind aus dem Haus, aber die Frau ist noch da, richtig sexy ist sie nicht mehr, aber ich lieb die.”

Musiker hat Spendierhosen an
Dass für Till Lindemann und Co. das Gehalt nicht an erster Stelle steht, haben seine Fans mittlerweile bereits gemerkt. Stattdessen kümmern sich Rammstein rund um die Uhr um Krankenhäuser und Privatpersonen und helfen, wo sie nur können. Im Oktober 2020 zum Beispiel sammelte eine Frau für das Warener Hospiz in Mecklenburg-Vorpommern Spenden und war begeistert, als sie von den “Du Hast”-Interpreten eine handsignierte Ausgabe ihrer Notensammlung “Rammstein: XXI Notenbuch Klavier” zugeschickt bekam. Auf eBay wurde der Streich für über 10.000 Euro versteigert.

"Das Buch wurde uns zur Verfügung gestellt von der Band Rammstein, vielen herzlichen Dank an dieser Stelle dafür. Der Erlös wird zu 100% an das Hospiz gespendet. Nach Ablauf der Auktion wird eine Pressemitteilung dazu erfolgen; auf Wunsch teilen wir gerne den Namen des Käufers mit und würden eine Spendenbescheinigung zusenden”, konnte man in der Inhaltsangabe der Auktion nachlesen.

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Credit: eBay

Doch jene Spenden gehen scheinbar nicht immer an die richtigen Vereine oder Personen. Wie der “Nordkurier” herausgefunden haben möchte, griff Till Lindemann in der Vergangenheit bereits zu seinem Scheckbuch und überreichte eine “großartige Geldspende” an einen Verein eines Rechtsextremisten. Ende 2020 schickte der Musiker schließlich ein weiteres Paket an den Vereinsgründer Sebastian K., welches signierte Shirts und Bücher beinhaltete und eigentlich Krebspatienten und Krebspatientinnen zugutekommen sollte. Doch was haben die Mitglieder von “Tätowierte gegen Krebs” mit dem Merch angestellt?

Der gewalttätige Rocker und augenscheinliche Rechtsextremist möchte sich dazu nicht selbst zu Wort melden und gründete den Verein nach dem Ableben seiner Mutter in 2014, welche an der Krankheit der Gene verstorben war. Laut den Nachfragen vom “Nordkurier” distanziert sich Till Lindemann von der Organisation und beteuerte, “dass er keinerlei Kenntnis über das Vorleben von Sebastian K. hatte, diesen nie getroffen habe und Rechtsextremismus in jeder Form verurteile”.