Ihren Vorsatz fürs Jahr 2020 konnte Miley über acht Monate einhalten und bestätigte nun ihren Rückfall und die erneuten Griffe zur Flasche.

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Abstinenz
Anfang des Jahres 2020 unterzog sich Miley Cyrus einer Stimmband-Operation und nutzte ihren Krankenhausaufenthalt ebenfalls dazu, um sich ein für alle Mal von harten Drogen und hochprozentigen Getränken fern zu halten. Im “The Big Ticket”-Podcast der “Variety” erklärte die US-Sängerin gut sechs Monate später den eigentlichen Beweggrund.

“Ich bin seit einem halben Jahr trocken. Am Anfang ging es nur um diese Operation an den Stimmbändern und dann habe ich viel über meine Mutter nachgedacht. Meine Mutter wurde adoptiert und ich habe einige ihrer Gefühle geerbt - die Angst vor dem Verlassenwerden, das Bedürfnis, gewollt und wertvoll zu sein. Die Eltern meines Vaters haben sich scheiden lassen, als er gerade einmal drei Jahre alt war und er hat sich sozusagen selbst erzogen. Ich habe viel über meine Familiengeschichte nachgeforscht und es gibt viele Sucht- und mentale Probleme. Das durchzustehen und sich zu denken: ‘Warum bin ich gerade so wie ich bin?’ Wenn man die Vergangenheit versteht, begreift man auch die Gegenwart und sieht die Zukunft klarer. Meiner Meinung nach ist eine Therapie etwas Gutes”, erklärte Cyrus im Podcast.

“Im letzten Jahr war es für mich besonders wichtig, einen nüchternen Lebensstil zu führen, weil ich mein Handwerk wirklich aufbessern wollte. Ich hatte im November eine wirklich große Stimmband-Operation. Ich hatte vier verdammte Wochen, in denen ich nicht reden durfte. Ich war so verärgert, als ich auf das Whiteboard schrieb und alle anschrie. Ich hatte diesen einen großen Bizeps, weil ich im Inneren einfach nur meine Mama angeschrien hatte und immer noch versuchte, Meetings abzuhalten [ohne sprechen zu dürfen]. Es bereitete mich auf die Ruhe und Stille vor. […] Es ist wirklich schwer, denn besonders wenn man jung ist, gibt es das Stigma: ‘Du machst keinen Spaß, wenn du nichts trinkst.’ […] Das, was ich vor allem daran liebe, ist es, dass ich aufwache und zu 100 Prozent [ich bin]. Ich möchte nicht benommen aufwachen. Ich möchte aufwachen und mich bereit fühlen.”

Rückfall im Lockdown
Die erste Phase des weltweiten Lockdowns hatte Cyrus anschließend überstanden, trennte sich von Lover Cody Simpson und arbeitete an neuer Musik. Doch ganz ohne einen Schluck Alkohol hatte sie es während der erneuten Verschärfungen der Regelsätze zur Corona-Pandemie nicht ausgehalten. Stattdessen sagte die “Midnight Sky”-Sängerin gegenüber Apple Music, dass sie einen Rückfall erlitten habe und mittlerweile seit Anfang November 2020 erneut nüchtern sein soll.

“Nun ja … Ich, wie auch so viele andere Leute während der Pandemie, habe es nicht durchgestanden. Ich wurde rückfällig … Und ich würde niemals hier sitzen und sagen: ‘ich bin verdammt noch einmal nüchtern.’ Ich habe es nicht geschafft und bin mittlerweile seit zwei Wochen wieder trocken und habe begriffen, dass ich es wirklich akzeptiert habe. Eines der Dinge, die ich mir gesagt habe, ist: ‘Sei neugierig statt wütend’. Anstatt also sauer auf dich selbst zu sein, habe ich mich gefragt: ‘Was ist passiert?’ […] Ich habe kein Problem mit dem Trinken, sondern nur mit den Entscheidungen, welche ich ab einem gewissen Alkoholpegel treffe. Ich möchte einfach jedes Mal aufwachen und zu 100 Prozent da sein”, erklärte Miley Cyrus.

27 …
Die “Midnight Sky”-Sängerin hatte an verschiedene Superstars gedacht und sich am Ende dazu entschlossen, nicht in die Fußstapfen von unter anderem Kurt Cobain, Amy Winehouse und Jimi Hendrix zu treten, welche alle zum Klub 27 gehörten und ihren 28. Geburtstag nicht feiern konnten.

Miley selbst zelebrierte am Montag, den 23. November 2020 jenen Meilenstein und erklärte gegenüber Apple Musics "New Music Daily”: “Siebenundzwanzig war für mich ein Jahr, in dem ich mich wirklich selbst schützen musste. Das hat mich wirklich dazu gebracht, nüchtern zu bleiben, weil wir mit 27 so viele Symbole verloren haben. Es ist eine sehr entscheidende Zeit für einen jeden.”

Hier geht’s zum kompletten Interview: