Nach Verstößen gegen das Waffengesetz, dem Besitz von Betäubungsmitteln, einem versuchten Diebstahl und Körperverletzung wurde der Hamburger verurteilt.

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Credit: Pressefoto Universal Music

Ehrliche Worte
“Knast ist nie schön, aber manchmal ist er unumgänglich. Also ich hab keinen Schiss davor. Wenn es nochmal so weit kommt, dann ist das eben so. Sicher nicht ohne Grund, aber es kann jederzeit passieren. Wenn ich jetzt in eine Auseinandersetzung gerate oder so, werde ich nicht den Schwanz einziehen, nur weil ich Angst vorm Knast hab”, erklärte Gzuz im Interview mit dem “Tätowiermagazin” von sich gegeben und ließ die Zeit hinter Gittern Revue passieren.

“Ich hab im Knast für die Hofreinigung gearbeitet und da war ein Kassettenrecorder. Ich wusste, dass man aus der Maschine darin eine Tätowiermaschine bauen kann. Also hab ich’s geklaut und meinem Tätowierer im Knast gebracht. Der hat dann daraus an einem Tag eine Maschine gebaut und bekam von seinem Chef Nadeln und Farbe. Die Beamten kamen sogar nach Einschluss zu ihm und wollten von ihm was gemalt haben. Die Führungsschiene war der Strohhalm von ’nem Durstlöscher und dann gings los. Der Typ hat teilweise ganze Arme im Knast gemacht – mit allem Drum und Dran. Er hat mit einer Nadel schattiert. Bezahlt wurde mit Kaffee, Tabak, Schokolade oder Blättchen, das ist die Währung im Knast.”

 
 
 
 

 
 
 
 
 
 
 
 
 

Frag mich warum?

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Erneut verurteilt
Das Interview ist mittlerweile einige Jahre alt, Gzuz konnte sich im Hip-Hop einen Namen machen und sein gleichnamiges Nummer-eins-Album droppen. Doch wirklich viel davon hat der Hamburger nicht, sondern wurde nach Verstößen gegen das Waffengesetz, dem Besitz von Betäubungsmitteln, einem versuchten Diebstahl und Körperverletzung erneut vor verhaftet und vor Gericht vorgeladen. Seine Kaution legte Kristoffer Jonas Klauß, so sein bürgerlicher Name, direkt auf den Tisch und konnte bis zur Urteilsverkündung auf freiem Fuß sein.

Doch das ist mittlerweile Schnee von gestern: Wie die Journalisten der “MoPo” bestätigt haben, wurde Gzuz soeben zu einer weiteren Gefängnisstrafe verurteilt und muss zudem “eine hohe Geldstrafe” zahlen. Ein Jahr und sechs Monate wird der Rapper weggesperrt und darf 510.000 Euro für seine Strafen berappen. Diese Summe setzte sich nach der Einsicht seiner Kontoauszüge zwischen dem 01. August 2019 und dem 31. Juli 2020 zusammen. In dieser Zeit soll er - nach Abzug der Steuern, dem Unterhalt und allen anderen Kosten - 612.000 Euro übrig gehabt haben und muss nun 300 Tagessätze zu je 1.700 Euro für das Mitführen einer illegalen Waffe abdrücken.

“Sie wussten, dass die Luft dünn war“, soll der Hamburger Amtsrichter Johann Krieten dem Angeklagten erklärt haben. Im Anschluss daran soll er das Urteil verkündet haben, woraufhin Gzuz nur den Kopf schüttelte und lächelte. “Wer, wenn nicht Sie, gehört in den Knast? Sie sind ein Sozialrüpel, Sie missachten die Regeln des sozialen Miteinanders auf das Übelste”, gab Krieten von sich, woraufhin der Rapper antwortete: “Sie auch!”

Der Schlagabtausch endete mit den Sätzen des Amtsrichters: “Das Schöne ist ja, ich habe hier das letzte Wort.”

 
 
 
 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

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Zum redaktionellen Zeitpunkt soll das Urteil noch nicht rechtskräftig sein. Der angeheuerte Verteidiger Posch möchte Revision einlegen.