Wenige Tage vor der Bekanntgabe der offiziellen Wochencharts konnten sich KitschKrieg und Jamule die Spitze sichern und unter anderem Jason Derulo, Capital Bra und Cro ausstechen.

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Credit: KitschKrieg.de

Eigentliches Debütalbum gedroppt
Fizzle, Fiji Kris und °awhodat° haben sich in 2015 nicht nur gesucht, sondern auch gefunden. Das Trio aus Berlin konnte sich seither als Produzententeam KitschKrieg einen Namen im Business machen und erarbeitet unter anderem das vierte Album von Trettmann, welches nicht nur nach ihm selbst benannt wurde, sondern im September 2019 auch auf Platz zwei der Charts eingeschlagen war. Die darauffolgenden Monate erarbeiteten die drei kreativen Köpfe weitere knallharte Songs und konnten mit Künstlern wie Bonez MC, Jan Delay, Cro und Gzuz kollaborieren, einige Hits droppen und ihr eigenes Studioalbum erstellen.

“KitschKrieg” erschien am 07. August 2020, landete in Deutschland auf Platz drei, Österreich auf Rang sieben und in der Schweiz auf Postion Nummer sechs, beinhaltete unter anderem die Tracks “International Criminal” mit Bonez MC & Vybz Kartel und “Oh Junge” mit RIN & Kool Savas und war eingeschlagen wie eine Bombe. Doch ein spezieller Song könnte nach wenigen Wochen noch einmal ein Comeback feiern und Anfang September den Thron in den offiziellen Single-Charts einnehmen:

“Unterwegs” heißt das Stück, das mit Jamule erarbeitet worden war und lediglich durch das Album zum Download und Streaming bereitgestellt wurde. Und scheinbar haben Fans Gefallen daran, sich die Kollaboration anzuhören. Via Spotify konnte der Song in der vergangenen Woche die deutschen Top 200 ununterbrochen anführen und unter anderem Bausa und Jujus “2012”, Capital Bra und Cros “Frühstück in Paris” und Kontra K und AK Ausserkontrolles “Sirenen” auf die hinteren Plätze verfrachten.

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Credit: SpotifyCharts - Zusammenschnitt bigFM

Probleme im Paradies
Während das Berliner Trio von KitschKrieg gerade ihren Erfolg verdauen können, musste sich Jamule mit einem Rassismus-Eklat auseinandersetzen. Der “LSD”-Interpret hatte sich vor einigen Monaten bei einem Konzert selbst gefilmt und erklärte, dass es “so langweilig sei, [weil alles] nur Schwarz hier” wäre, während er die Aufmerksamkeit auf feiernden Mitmenschen lenkte. Der Clip ist von einem Unbekannten ins Netz geladen worden, während diverse andere Künstler und Fans sich gegen Jamule richteten.

“Es fällt mir echt schwer die richtigen Worte zu finden. Mir tut dieses Video einfach nur unfassbar leid. Ihr müsst meine Entschuldigung nicht annehmen, aber ich würde mich freuen, wenn ihr mir glaubt, dass ich es aufrichtig meine. Ich diskriminiere rassistisches Gedankengut und schäme mich zutiefst für diese Art von Geschmacklosigkeit. Ich bin multikulturell aufgewachsen und höre schwarze Musik, arbeite mit schwarzen Musikern und schau seitdem ich ein Kind bin zu schwarzen Artists auf und darauf bin ich stolz”, schrieb Jamule unter anderem in einer Entschuldigung nieder. Sein Alter Ego hätte für ihn immer nur “für positive Vibes und anspruchsvolle Kunst” stehen sollen und er selbst bat alle, die er verletzt hat, um Entschuldigung.

KitschKrieg stehen hinter dem Newcomer und veröffentlichten ebenfalls eine Stellungnahme auf Instagram:

 
 
 
 

 
 
 
 
 
 
 
 
 

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In ihrem Posting schrieb das Trio unter anderem: “Wenn man also einen Fehler gemacht hat, kommt es darauf an, wie man damit umgeht und wir finden, dass Jamule einen ersten, kleinen Schritt mit seinem Statement auf Instagram gegangen ist. Er hat seinen Fehler eingestanden, sich entschuldigt und er erwartet nicht, dass das Problem damit aus der Welt ist. […] Unsere Position ist glasklar: Wir verurteilen jegliche Art von Gewalt und Diskriminierung und haben klare Grenzen, was auf unseren Songs gesagt werden darf und was nicht.”