Nachdem Apaches Song “MATRIX” an nur einem Tag knapp 15.000 Mal in Hongkong gestreamt wurde, äußerte der Ludwigshafener sich jetzt zu den gefälschten Klickzahlen. Er glaubt, dass jemand ihm etwas anhängen möchte.

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Credit: Spotify

Will nichts mit Manipulation zu tun haben
“Bei 'Matrix' wurden allem Anschein nach gestern die Streamingzahlen in Hongkong manipuliert. Abgesehen davon, dass ausländische Streams für die deutschen Charts nicht zählen, will mir jemand mit dieser dubiosen Hongkong Platzierung offensichtlich ans Bein pissen”, schrieb Apache 207 via Instagram nieder und hat den Beitrag seither wieder gelöscht. Genau genommen ging es bei diesem Streich um Streamingzahlen aus Hongkong und die Tatsache, dass in der Metropole an der Südküste der Volksrepublik China sein Stück fast 15.000 Mal an einem Tag angeklickt worden war. Mit jener Anzahl schaffte es der Künstler direkt auf Platz zwei der Charts und fügte hinzu: “Ich kenne mich mit der Materie nicht aus, aber selbst wenn es deutsche Streams wären: Wozu kauft man eigentlich Streams? […] Wann habe ich jemals eine meiner goldenen Platten gepostet? Wann habe ich jemals gepostet, dass ich auf die eins gegangen bin? Wann habe ich – wie fast schon Tradition – an einem Donnerstagabend gebettelt, noch einmal 'Gas zu geben' und zu 'streamen', wenn ein Song knapp auf Platz zwei war.”

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Credit: Spotify Charts

Apache 207 bedankte sich anschließend bei “dem Hurensohn für Platz zwei in Hongkong” und fügte hinzu, dass seine Fans sich seine Lieder nicht anhören sollen, weil sie gerade im Trend liegen, sondern “weil ihr Bock drauf habt".

Nicht das erste Mal
Dass es spezielle Hacker gibt, welche für Kohle einen Nummer-eins-Hit zaubern können, ist im Übrigen kein Geheimnis mehr. Schon im Mai 2019 hatte sich Reporter Ilhan Coskun vom Y-Kollektiv mit dem Thema befasst und einen jungen maskierten Mann getroffen, welcher sich Kai nannte. “Es kommen Manager zu mir, die mir sagen: ‘Wir haben hier gerade einen Künstler und wir haben hier 50.000 Euro. Was kannst Du damit anstellen?’ [Das habe ich] für die größten fünf Top-Künstler in Deutschland gemacht. Auch wenn sie es nicht wissen - ihre Manager wissen es. […] Diese Künstler können da noch nicht einmal was für, weil die Leute, die zu mir gekommen sind, die haben es im Verborgenen gemacht […] Ich kann aus dir einen Star machen. Es ist mega einfach, aus dem Nichts in die Charts zu kommen”, erklärte ihm der Hacker.

Im Anschluss daran hatte sich der YouTube-Reporter einen Alter Ego namens Error281 zugelegt, den Song “8K” gedroppt und rund 100.000 Klicks von Kai gekauft. “Wenn du zu mir kommst und mir sagst, dass du zehn Millionen Streams brauchst, dann nehme ich Anzahlungen und rechne es mir aus. Ich rechne mir aus, wie lange und oft ich den Song hören kann und dann erstelle ich einen Preis, bevor wir einen Preis ausmachen und dann ist alles gut. […] Das einzige, was du brauchst, ist Geld und ein Lied”, fügte Kai im Video hinzu.

Die komplette Reportage kannst Du Dir hier noch einmal anschauen: