Campino hält die Integration von Migranten und Flüchtlingen für gelungener als es meistens dargestellt wird und spricht über Stigmas, welche damit in Verbindung stehen.

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Credit: Andreas Rentz / GettyImages

Setzt sich für die Gemeinschaft ein
Campino ist nicht nur der Sänger und Frontmann der Toten Hosen, sondern setzt sich auch seit Jahrzehnten für seine Mitmenschen ein. Erst im November 2019 haben seine Jungs vom DFB für ihr langjähriges Engagement gegen Rassismus einen Preis verliehen bekommen und durften den “Zeichen gegen Rassismus”-Award entgegennehmen.

“Unsere Band findet es sehr gut, dass der DFB im Namen von Julius Hirsch diesen Preis verleiht. Damit erinnert man an die dunkle Zeit der deutschen Vergangenheit. Und man setzt ein Zeichen gegen Rassismus und Antisemitismus. Dafür stehen wir auch als Band. Wenn wir die Aufmerksamkeit mit unseren Namen noch ein bisschen stärker auf diesen Preis lenken können, machen wir das sehr gerne”, erklärte Frontmann Campino bei der Übergabe und freute sich über jenen Moment.

“Ich muss mir nicht selbst dafür auf die Schultern klopfen, mich seit fast 40 Jahren gegen rechts einzusetzen. Wir wollen mit unserer Anwesenheit auch helfen, den Fokus auf diesen Preis zu richten”, sagte der Frontmann der Toten Hosen gegenüber der Deutschen Presse-Agentur. “Denn wir finden es gut, dass der DFB es als seine Aufgabe sieht, klare Kante zu zeigen gegen Fremdenhass, Rassismus und Homophobie.”

Auch im Interview mit der “Welt am Sonntag” sprach der 57 Jahre alte Frontmann ein weiteres Mal über die Integration von Migranten und Flüchtlingen und erklärte: “Man weiß zum Beispiel, dass jede Straftat, die nicht von einem Deutschen begangen wurde, von Populisten sofort benutzt wird, um eine ganze Volksgruppe zu stigmatisieren. […] Das ist für jeden, der sich für Integration einsetzt, immer wie ein Schlag in die Magengrube. Was mich an den Zuwanderungsdebatten in Deutschland stört, ist, dass Migranten und Flüchtlinge inzwischen fast ausschließlich negativ gesehen werden: Als ob sie für alle Probleme stehen.”

 
 
 
 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

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“Man muss klare Riegel davorschieben”
Dass Campino nicht alle Gewaltverbrechen, welche von den Medien hervorgehoben worden waren, beschönigen möchte, stellte der Musiker ebenfalls klar. “Die Probleme der Migration und auch bei der Integration von Flüchtlingen sind ja oft und klar benannt worden. Da muss sicher auch künftig vieles verbessert werden. Weil aber ständig nur negativ darüber berichtet wird, entsteht der Eindruck, dass Deutschland als Ganzes überfordert und überlastet ist. […] Wenn es zu antisemitischen Übergriffen oder Gewalttaten kommt, ganz gleich ob sie von Rechtsextremen oder von Islamisten begangen werden, muss man einen ganz klaren Riegel davorschieben.”

Laut der “Welt am Sonntag” gehören für Campino ebenfalls “Religionsfreiheit und Toleranz zu den wichtigen Werten” und sollten von den Zuwanderern nicht vernachlässigt werden.