Kurz vor dem Jahreswechsel hat sich Mike Shinoda an die guten und schlechten Zeiten in den vergangenen zwölf Monaten erinnert und über seine Tour zur LP “Post Traumatic” gesprochen.

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Tour mit Debütalbum
Am 15. Juni 2018 hatte Mike Shinoda sein Debütalbum “Post Traumatic” veröffentlicht und mit diesem die vergangenen Monate Revue passieren lassen. Der US-Musiker musste den Selbstmord von Kumpel und Linkin Park-Frontmann Chester Bennington verarbeiten und schrieb seine Gedanken in lyrischer Form nieder. “Ich glaube wirklich an die kathartische Kraft, bestimmte Dinge zu machen. Als ich meine schwersten Zeiten hatte, haben mir das Malen und die Musik geholfen, sie zu überstehen. Manchmal musste ich in meinen Schmerz eintauchen und diesen niederschrieben. Manchmal war es die Kunst, in welche ich mich vertiefen konnte. Aber beides hilft mir, es zu überstehen. […] Chesters Tod hat alles verändert, manchmal auf sehr offensichtlichen Wegen, manchmal auf weniger offensichtlichen. Ich glaube, dass meine Trauer eine Achterbahnfahrt der Gefühle ist. Es ist keine gerade Linie. Ich hatte immer den Eindruck, dass die verschiedenen Stadien der Trauer - Verdrängung, Wut, Auseinandersetzen, Depression und Akzeptanz -, über die die Leute sprechen, genauso und in dieser Reihenfolge abliefen. Doch in Wirklichkeit ist es nicht so. Überhaupt nicht. Sie kommen und gehen und das ohne eine bestimmte Reihenfolge. Manchmal hat man ein Gefühl, welches einen den ganzen Tag begleitet. An anderen Tagen wechselt man von einer Stimmung in die andere, innerhalb einer Minute; man fühlt sich zuerst depressiv, dann hat man Angstzustände, dann ist man glücklich, danach wütend. Du bist komplett durcheinander, aber es gab keine gerade Linie”, sagte Mike Shinoda gegenüber dem “Kerrang”-Magazin und sprach über seinen Verarbeitungsprozess.

Das Album “Post Traumatic” schlug am Ende ein wie eine Bombe und war weltweit ein Hit.

Jahresreflexion
In 2019 und einige Zeit nach dem Drop seines Debüts kündigte Shinoda eine weitere Tournee an und reise durch ganz Europa. Gegenüber dem “Kerrang”-Magazin reflektierte er die vergangenen Monate und alle Ups und Downs: “Ich denke, der wichtigste Meilenstein für mich in diesem Jahr war, den ‘Post Traumatic’-Tourzyklus abzuschließen. Ich habe ein paar Clips für das Album gemacht, darunter eines meiner Lieblingsvideos für ‘Worlds On Fire’. Ich war auch zurück im Studio, um mit einer Handvoll anderer Künstler zu schreiben und Lieder zu produzieren. Diese Projekte werden mit der Zeit langsam aber sicher veröffentlicht werden. Persönlich habe ich ein paar kurze Pausen in den sozialen Medien eingelegt, weil ich festgestellt hatte, dass das Internet einen negativen Einfluss auf mein Leben hat. Eigentlich mag ich Instagram, aber dieses Jahr muss ich mich auf kleinere Dosierungen der App beschränken”, erklärte Mike.

Shinoda sprach ebenfalls über seine Konzertreise und sagte: “Eines meiner Ziele für die ‘Post Traumatic’-Tour war es, jede Show zu etwas Besonderem zu machen. Ich wollte die komplette Setlist von Show zu Show ändern. Ich wollte Anfragen von Fans mehr Wert schenken, Songs improvisieren und im Grunde genommen dadurch eine neue Stimmung kreieren und das daraus machen, was die Menge mir an diesem Abend gegeben hat. Ich hatte keine Lieblingsshow [auf der Tour]. Alle Performances waren so bemerkenswert und ich weiß nicht einmal, was, wann und wie passiert ist. Ich denke, wir sind alle nur mit dem Strom geschwommen.”

Abschließend richtete sich Mike Shinoda an seine Fans und gestand: “In den letzten Jahren ging es mir nur darum, dass ich dankbar war. Ich hoffe, dass die Supporter diese Perspektive und diesen Geist mit mir teilen können.”