Nach dem Verkauf ihres kompletten musikalischen Repertoires darf Taylor rechtlich kein altes Lied mehr live performen. Mit einem Post im Netz bittet sie ihre Fans um Hilfe.

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Credit: Zhang Hengwei / Instagram

Rechte gehören nicht mehr ihr
Millionen von Newcomern schuften jeden Tag und hoffen, dass sie irgendwann einmal einen Vertrag von einem namhaften Label unterschreiben und weltweit promotet werden können. Sollte dann einmal dieser Wunsch zum Greifen nah sein und man einen seitenlangen Deal vorgelegt bekommen, nehmen sich viele Künstler nicht die Zeit, um sich das Kleingedruckte durchzulesen und setzen ihren Otto einfach unter den Wisch. US-Sängerin Taylor Swift hat dasselbe hinter sich und war 13 Jahre lang an die Plattenfirma von “Big Machine Records” gebunden, releaste Hit-Singles wie “Love Story”, “We Are Never Ever Getting Back Together” und “Shake It Off” und arbeitete mit Scott Borchetta zusammen. Vor wenigen Monaten hingegen wollte sie ihren Vertrag nicht mehr verlängern, sodass der Label-Chef alle Anteile an Scooter Braun verkauft hatte, welcher 300 Millionen Dollar auf den Tisch gelegt haben soll und von nun an alle Rechte an Swifts sechs releasten Alben sein Eigen nennen darf. Die Musikerin wandte sich Hilfe suchend an ihre Fans und erklärte im Juni 2019:

“Ich habe jahrelang darum gebeten, meine Arbeiten besitzen zu dürfen. Stattdessen gab man mir die Möglichkeit, einen weiteren Vertrag bei Big Machine Records zu unterschreiben und dass ich mir jeweils ein Album für jede neue LP, die ich veröffentlichen würde, sichern könnte. Ich habe mich von ihnen getrennt, weil ich wusste, dass [Chef] Scott Borchetta [sein Label] verkaufen würde, sobald ich diesen Vertrag unterzeichnen würde - er hätte mich und meine Zukunft verkauft”, erklärte Taylor traurig. “Ich musste die unerträgliche Wahl treffen, um meine Vergangenheit hinter mir lassen zu können. Musik, die ich auf dem Fußboden meines Schlafzimmers geschrieben, und Videos, die ich mir ausgedacht und mit dem Geld bezahlt habe, welches ich beim Spielen in Bars, Clubs, Arenen und Stadien verdient hatte. Das Witzige zu den heutigen Nachrichten: Ich erfuhr von Scooter Brauns Kauf meiner Aufnahmen, nachdem er es der ganzen Welt verkündet hatte. Alles, woran ich denken konnte, war das unaufhörliche, manipulative Mobbing, das ich seit Jahren ertragen musste."

Verzweifelter Hilferuf
Monate sind seither vergangen, Taylor Swift möchte den Ratschlägen von JoJo und Kelly Clarkson folgen und alle Lieder, welche sie im vergangenen Jahrzehnt selbstständig geschrieben hat, noch einmal aufnehmen und releasen. Doch scheinbar wollen ihr Braun und Borchetta zuvorkommen: In eine gerade erst veröffentlichten Hilferuf erklärte die Musikerin, dass sie von den Männern unter Druck gesetzt wird und aktuell keinen ihrer Nummer-eins-Hits live performen darf. Auch die erneuten Recordings von ihren bereits veröffentlichten Alben möchten sie verhindern.

“Ich wollte eigentlich nicht, dass ihr es auf diese Art und Weise erfahrt, aber Netflix hat eine Dokumentation über mich gedreht. Scott und Scooter haben die Nutzung meiner alten Songs darin untersagt, dazu gehören auch Konzertaufnahmen”, erklärte Taylor und fügte hinzu, dass ihre geplante Performance bei den American Music Awards Mitte November 2019 auf dem Spiel steht und das geplante Medley all ihrer Tracks nicht freigegeben wird. “Momentan sind meine Auftritte bei den AMAs, der Netflix-Dokumentation und anderen aufgezeichneten Events, die ich bis November 2020 spielen möchte, ein Fragezeichen”, schrieb sie weiterhin nieder und fügte hinzu: “Ich möchte nur meine eigene Musik spielen können. Das ist es. Ich habe versucht, dies privat durch mein Team zu klären, konnte jedoch keine Lösung finden.”

Ihre Fans bittet Taylor ebenfalls, dass sie sich an Scooter und Scott wenden und ihnen ihre Meinung sagen sollen. “Macht ihnen klar, was ihr über die Sache denkt. Scooter ist auch Manager anderer Künstler, bittet diese um Hilfe. Ich hoffe, dass sie ihn zur Vernunft bringen können”, so Swift.

Vor allem aber möchte sie kein “braves kleines Mädchen” sein und auf einen Deal eingehen, welcher ihr angeboten worden war. Stattdessen will Taylor die Sache ein für alle Mal selbst lösen und hofft darauf, dass sie ihren kompletten musikalischen Katalog zurückbekommen wird.