In seinem tränenreichen TV-Interview beteuerte R. Kelly nicht nur seine Unschuld, sondern schoss auch gegen Lady Gaga und John Legend, welche sich zuvor vom R’n’B-Interpreten abgegrenzt hatten.

R.-Kelly-and-Lady-Gaga-perform-onstage-at-the-2013-American-Music-Awards.jpg

Credit: Michael Tran / GettyImages

Support für Opfer
“Surviving R. Kelly” heißt die sechsteilige Dokumentationsreihe von der US-amerikanischen Produktionsfirma “Bunim-Murray Productions (BMP)”, welche Licht ins Dunkel brachte und unzähligen Damen eine Plattform bot, um von ihren schrecklichen Erfahrungen mit R. Kelly zu berichten. Der R’n’B-Sänger wurde nach der ersten Ausstrahlung endlich zur Rechenschaft gezogen, die Polizei suchte ihn per Haftbefehl und sperrte den Künstler ein Wochenende lang ein, bevor er seine Kaution zahlte und seine Unschuld beteuerte. Seine Kollegen sehen dies jedoch anders, so stellte sich US-Sänger John Legend schützend vor alle Opfer, welche schon einmal mit seinem Kollegen in Berührung gekommen waren.

“Ich glaube diesen Frauen und werde verdammt noch mal nicht einen Serien-Kindervergewaltiger verteidigen. Einfache Entscheidung”, erklärte er.

Doch nicht nur der “All of Me”-Interpret sprach offen über das Thema. Auch Lady Gaga war auf seiner Seite und nahm die Single “Do What U Want (With My Body)”, die in Zusammenarbeit mit Kelly releast worden war, von allen Streaming-Plattformen. “Ich stehe zu 1.000 Prozent hinter diesen Frauen, glaube ihnen, und weiß, dass sie leiden und Schmerzen haben. Ich möchte, dass man ihre Stimmen hört und sie für voll nimmt”, erklärte Lady Gaga und fügte hinzu, dass die Missbrauchsvorwürfe “schrecklich” und “unverzeihlich” sind. “Als Opfer von sexueller Nötigung habe ich den Song und das Video in einer düsteren Phase meines Lebens gemacht. Ich war wütend und habe das Trauma, welches sich in meinem eigenen Leben abgespielt hatte, noch nicht verarbeitet. Das Lied heißt ‘Do What U Want (With My Body)’ (Übersetzt: ‘Mach was du willst (mit meinem Körper)’ - Ich denke es wird klar, wie verdreht meine Wahrnehmung zu der Zeit war. […] Ich entschuldige mich für mein schwaches Urteilsvermögen, als ich jung war, und dafür, nicht früher etwas gesagt zu haben.”

Interview nach Verhaftung
R. Kelly selbst hat dem US-Sender “CBS This Morning” bereits ein Interview gegeben, in diesem auf die Tränendrüse gedrückt und erklärt, dass er mit allen Missbrauchsvorwürfen nichts zu tun haben würde. Vor allem aber richtete er sich in seinem Gespräch an jene Kollegen, die sich gegen ihn gestellt hatten und sagte aus, dass sie “keine Profis seien” und er enttäuscht von ihnen wäre. “Wie fühlst du dich, wenn du daran denkst, wie dich alle Leute im Musikbusiness sehen? John Legend hat sich einen Serien-Kindervergewaltiger genannt und einige Chefs haben gesagt, dass deine Karriere vorbei ist und niemand mehr mit dir arbeiten möchte. Lady Gaga hat sich dafür entschuldigt, jemals mit dir kollaboriert zu haben, Spotify hat dich aus allen Playlisten genommen. Wie fühlst du dich dabei?”, fragte Interviewpartnerin Gayle King, woraufhin R. Kelly antwortete: “John Legend, Lady Gaga … Das Interessante ist, dass ich mit Lady Gaga zusammengearbeitet habe. Sie ist ein großes Talent. Es ist schade, dass es mit ihrer Intelligenz bei dieser Sache nicht so weit her ist. Ich habe nichts gegen diese Künstler, denke jedoch, dass es nicht professionell von ihnen war, so etwas zu tun. Sowas kann jedem Musiker passieren … Jedem, der berühmt ist. Jeder Star kann für so viele Dinge beschuldigt werden. […] Mädchen gegen ihren Willen festzuhalten, sie in meinem Keller anzuketten und sie nicht essen oder rauszulassen? […] Hört auf. Ich habe den Kram nicht gemacht! Das bin nicht ich”, sagte R. Kelly aus, bevor er von King gestoppt worden war und ihm erklärte, dass "nicht jede Berühmtheit der Vergewaltigung bezichtigt wird".