Sechs Monate stand Capital Bra bei Ersguterjunge unter Vertrag, bevor er sich via Instagram zu Wort meldete und verkündete, nach Problemen mit Boss Bushido das Label verlassen zu haben.

Bushido

Credit: ullstein bild / GettyImages

Ein halbes Jahr später
Schaut man sich allein nur die Statistiken an, ist Capital Bra der erfolgreichste Künstler des 21. Jahrhunderts in Deutschland. Acht Hits konnte er innerhalb von zwölf Monaten an der Spitze der Charts in der Bundesrepublik platzieren, zwei dazu passende Alben droppen und seine dritte LP bereits ankündigen. Natürlich reißen sich die Labels um ihn, bieten dem 24-Jährigen einen Vertrag nach dem anderen an und mussten sich am Ende gegen Bushido geschlagen geben. Im Juni 2018 verließ der Berlin lebt-Interpret seine eigens gegründete Plattenfirma Team Kuku und unterschrieb einen Deal mit dem Ersguterjunge-Boss. Selbst im Video zu Benzema, das Anfang Januar 2019 auf den Markt gekommen war, konnte man Bra an der Seite von Bushido erblicken, die Single sei der erste Vorbote von seiner nächsten LP CB6.

Platzt der Kragen
Doch so begeistert scheint Vladislav Balovatsky, so sein bürgerlicher Name, von der Zusammenarbeit mit seinem Chef nicht mehr gewesen zu sein, sodass er Ersguterjunge bereits verlassen und sich via Instagram zu Wort gemeldet hatte: Das hier ist kein Promo-Move. Das hier ist traurig. Das ist sehr traurig. Ich bin nicht mehr EGJ, da mein Label-Boss mit der Polizei arbeitet, erklärte Capital Bra in seinem Video und fügte hinzu: Er hat Polizeischutz bekommen – ok, konnte man irgendwo noch verstehen, seine Kinder waren in Gefahr. Jetzt scheißt er Leute an. Die Leute gehen in den Knast. […] Polizei ist jetzt dein Team. […] Ich bin nicht für sowas, […] es ist traurig, was dieser Mann dem Team angetan hat.

Zählt man eins und eins zusammen, so könnte Capital Bra über die jüngste Verhaftung vom Berliner Clan-Chef Arafat Abou-Chaker sprechen. Letzterer war ein früherer Geschäftspartner und bester Kumpel von Bushido, der die Entführung von den Kindern und der Frau des Rappers geplant haben soll. Im Anschluss daran wurde Abou-Chaker im Amtsgericht Tiergarten festgenommen und erstmals verurteilt. Seither sitzt er in Untersuchungshaft.

 
 
 
 

 
 
 
 
 
 
 
 
 

Gott sieht alles

A post shared by Capital Bra (@capital_bra) on

Neuer Deal
Der 24 Jahre alte Künstler selbst muss sich dennoch keine Sorgen machen, wie Universal Music Europe bestätigte, hat man ihm bereits einen Vertrag angeboten, den er bereits unterschrieben hat. Capital Bras Erfolg zeigt, dass Deutschrap nicht nur längst seine Nische verlassen hat, sondern dass er auch zu einem echten Hitgenre gereift ist. Mit seiner Kreativität und unserer Marketing- und Vertriebspower stehen Capital Bra alle Türen offen, erklärte Frank Briegmann, CEO und Präsident von Universal Music Europe gegenüber Billboard.