Berliner Clan-Chef Arafat Abou-Chaker ist am Dienstag, den 15. Januar 2019 verurteilt worden, nachdem er wegen Körperverletzung und Bedrohung eines Hausmeisters verhaftet worden war. Eine geplante Entführung von Bushido und dessen Familie soll ebenfalls geplant worden sein.

Arafat Abou - Chaker and rapper Bushido attend the premiere of 'Zeiten aendern Dich'

Credit: Toni Passig / GettyImages

Aus Geschäftspartnern wurden Feinde
Vor gut einem Jahr hatte es erstmals richtig zwischen Bushido und Arafat Abou-Chaker geknallt, genauere Details wurden seither nicht näher erläutert. Der Rapper hatte seinen mittlerweile ehemaligen Geschäftspartner und guten Freund im Anschluss als Leiter des Labels “Ersguterjunge” und als sein eigener Manager entlassen und ihm seine zuvor ausgestellte Vollmacht wieder entzogen, auf seiner LP “Mythos” verglich er den Berliner Clan-Chef mit dem Teufel und rechnete wie folgt mit ihm ab: “Und viele Jahre lief es, drehten sich die Rädchen, bis zum ersten Februar, der Junge traf ein Mädchen. Sie würde vieles ändern und irgendwie geschah es, dass sie an seiner Seite blieb, endlich etwas Wahres zwischen all den Lügen und finsteren Gestalten. Der Junge wurde Vater und nichts blieb mehr beim Alten. Mephisto säte Zwietracht und zog alle Register, auf einmal war er Anwalt, Kläger sowie Richter”, rappte Bushido im Track “Mephisto” und fügte hinzu: “Der Junge überlegte, zu wenig sprach dagegen, heute weiß er, damals trat der Teufel in sein Leben. […] Auf einmal musste er sich um die Zukunft nicht mehr sorgen, der neue Sound Electro, der Junge aus dem Ghetto. Er wurde zum Geschäftsmann, aus Brutto wurde Netto. In Deutschland herrschte Chaos, er machte sich zum Staatsfeind, die Rolle seines Leben - Joker, Dark Knight. […] Abscheulich, all die Dinge, die er billigend in Kauf nahm, lebte von Menschen, die wahrhaftig zu ihm aufsahen. Ein Blender, dem das Geld zu Kopf gestiegen ist, der so viel hat, aber trotzdem nie zufrieden ist. Der niemals schläft, der Preis für seinen Frevel, auf ewig soll er wandern, durch Täler voller Schwefel.”

Bushido hat Angst um sein Leben
Nach dem Aus des ehemaligen Duos soll Bushido sowie seine Familie Morddrohungen erhalten haben, Ehefrau Anna-Maria Ferchichi gestand im Interview mit dem “Spiegel”, dass sie Angst um ihr Leben, das ihres Mannes und ihrer Kinder habe. “Er bestimmte unser gesamtes Leben, das ganze Denken meines Mannes. Er hat uns lange genug abkassiert und beinahe unsere Ehe zerstört. […] Ich hatte die Mutter meines Mannes bis zum Schluss gepflegt, und jetzt durfte ich nicht mit meinem Mann zusammen an ihrem Grab stehen. Stattdessen standen da irgendwelche Rocker und halb Neukölln. […] Natürlich haben wir Angst, dass jemand aus Rache auf mich oder meinen Mann schießt. Eigentlich rechnen wir jeden Tag damit. Aber wir blenden das aus. Etwas anderes bleibt uns nicht übrig.

Sich vor Abou-Chaker persönlich fürchten muss sich Bushido unterdes nicht mehr: Das Amtsgericht Tiergarten verurteilte den Clan-Chef am Dienstag, den 15. Januar 2019 wegen Körperverletzung und Drohung zu einer zehnmonatigen Freiheitsstrafe, nachdem er einem Hausmeister mit den Fingern in die Augen gestochen und ihm einen Nasenbeinbruch zugefügt haben soll. Arafat hat drei Jahre Zeit, um das gesetzliche Vertrauen zurückzugewinnen oder wird sich erneut einem Richter rechtfertigen müssen. Auch im Fall der geplanten Entführung von Bushido und dessen Familie, für die er bereits nach Personen gesucht haben soll, die seine Forderungen erfüllen, wird sich der 42-Jährige ein weiteres Mal vor Gericht gezerrt. Es ist die erste Verurteilung des Berliners, dessen Großfamilie laut dem “Stern” allein in der Hauptstadt rund 300 Mitglieder stark ist und Schutzgelderpressungen, Drogen- und Waffenhandel, Geldwäsche, Raubüberfälle und Diebstähle und Zuhälterei betreibt.

Nach der Festnahme im Saal 101 des Landgerichts soll Abou-Chaker laut Informanten der "Bild" sofort in die Justizvollzugsanstalt (JVA) Moabit gebracht worden sein.