Vor neun Jahren hat Chris Brown seine damalige Freundin Rihanna krankenhausreif geschlagen. Jetzt hat Snapchat eine markante Werbung eines Spiels für häusliche Gewalt geschalten und wird dafür an den Pranger gestellt.
 
Rihanna & Chris Brown

Credit: Christopher Polk / GettyImages

Werbung sorgt für Empörung
Snapchat ist eine populäre Instant-Messaging-App, welche im September 2011 erstmals auf den Markt kam und mittlerweile mehr als 300 Millionen aktive User im Monat zählen kann. Jeder dieser Benutzer verbringt laut “OmniCoreAgency” mindestens 30 Minuten am Tag damit, sich Bilder und Videos von Freunden und Superstars anzuschauen und sorgt dafür, dass die Gründer - Evan Spiegel, Bobby Murphy und Reggie Brown - mittlerweile Milliardäre sind. Die ganze Kohle wird durch geschaltete Werbungen eingenommen, welche zwischen rund zehn Milliarden Videos, welche täglich betrachtet werden, abgespielt werden. Und diese haben ihren Preis: Ein sogenannter On-Demand-Geofilter ist die günstigste Anzeige, welche man sich für fünf Euro zu den kuriosesten Zeiten in der Nacht kaufen und auf seine Produkte aufmerksam machen kann. Wer die Massen auf Snapchat erreichen und begeistern will, muss viel tiefer in die Taschen greifen. Die Snapchat Ad, welche zwischen zwei Posts präsentiert wird, kann demnach gut und gerne mal mehrere hunderttausend Euro kosten. Geld, welches häufiger ausgegeben wird als einem lieb ist. Die Macher des Spiels “Würdest du lieber” (Originaltitel: “Would You Rather!”) zum Beispiel haben sich ebenfalls einen Slot gekauft und lösten einen internationalen Shitstorm aus:

Das Handyspiel machte in ihrem Posting eine Anspielung auf die Prügelattacke von Musiker Chris Brown auf seine damalige Freundin Rihanna, welche schließlich im Krankenhaus verarztet werden musste. Mit der Frage: “Würdet ihr lieber Rihanna ohrfeigen oder Chris Brown mit der Faust schlagen?” schossen sich die Macher der App selbst ins Aus und wurden unter anderem von Bill Clintons Tochter Chelsea Clinton via Twitter wie folgt beschrieben: “Schrecklich, dass irgendjemand das für angebracht hält. Schrecklich, dass eine Firma das dann auch noch billigt.”

Laut dem “Complex”-Magazin hat Snapchat mittlerweile reagiert und den Beitrag erneut gelöscht. Auf der Website der Instant-Messaging-App heißt es unterdes, dass “Anzeigen unserer Überprüfung und Genehmigung unterliegen. Wir behalten uns das Recht vor, Werbung aus irgendeinem Grund nach eigenem Ermessen abzulehnen oder zu entfernen. Wir behalten uns auch das Recht vor, Änderungen an einer Anzeige zu verlangen und eine tatsächliche Begründung für alle in einer Anzeige erhobenen Ansprüche zu verlangen.”

Ein Sprecher des Unternehmens soll sich ebenfalls zu Wort gemeldet und folgendes via “Mashable” erklärt haben: “Die Anzeige wurde irrtümlich überprüft und genehmigt. […] Wir haben die Anzeige entfernt, nachdem wir davon erfahren haben. Es tut uns leid, dass das passiert ist.” Was RiRi und Brown dazu zu sagen haben, weiß man nicht.