Tupac Shakur-Mordprozess beginnt
Fast 30 Jahre nach Tupacs Tod beginnt der Mordprozess gegen Duane "Keffe D" Davis. Nun soll geklärt werden, welche Rolle er bei der Tat spielte.
Fast 30 Jahre nach Tupacs Tod beginnt der Mordprozess gegen Duane "Keffe D" Davis. Nun soll geklärt werden, welche Rolle er bei der Tat spielte.
Am 7. September 1996 besuchte Tupac Shakur gemeinsam mit Suge Knight und Freunden den Boxkampf zwischen Mike Tyson und Bruce Seldon im MGM Grand Hotel in Las Vegas. Nach dem Kampf stiegen beide Rapper in einen schwarzen BMW 750i, bevor wenige Minuten später an einer roten Ampel mehrere Schüsse fielen und das Fahrzeug durchlöchert wurde. Während Suge Knight den Anschlag überlebte, wurde Tupac schwer verletzt ins University Medical Center of Southern Nevada eingeliefert. Sechs Tage später, am 13. September 1996, erlag der Rapper seinen Verletzungen.
Erst 27 Jahre nach der Tat kam es zu einer Festnahme: Duane Keith "Keffe D" Davis wurde bei einer Razzia in Las Vegas verhaftet und wegen Mordes unter Einsatz einer tödlichen Waffe angeklagt. Die Ermittler rückten ihn in den Fokus, nachdem Davis in mehreren Interviews und in seinen Memoiren erklärt hatte, er habe zum Tatzeitpunkt im weißen Cadillac gesessen, aus dem die Schüsse auf Tupac abgegeben wurden.
Nach Angaben der Staatsanwaltschaft soll jedoch nicht Keffe D selbst, sondern sein Neffe Orlando Anderson die tödlichen Schüsse abgefeuert haben. Anderson kam 1998 selbst bei einer anderen Schießerei ums Leben ...
Mehr als 30 Jahre ist es her, dass Tupac Shakur in Las Vegas niedergeschossen wurde. Jetzt kommt der Fall erneut vor Gericht und ausgerechnet der Mann, der in dieser Nacht neben dem erschossenen US-Rapper im Auto saß, will nichts damit zu tun haben. Marion "Suge" Knight, ehemaliger Chef von Death Row Records und bis heute der einzige noch lebende Augenzeuge des Drive-by-Attentats, weigert sich weiterhin, mit den Ermittlern oder der Staatsanwaltschaft zusammenzuarbeiten. Im Interview mit ABC News machte der Inhaftierte unmissverständlich klar: "Dieser Prozess hat nichts mit mir zu tun, und wenn mich jemand dort hineinzieht, wird es für die betreffende Person böse ausgehen. Das verspreche ich.“
Knight sitzt derzeit in Kalifornien eine 28-jährige Haftstrafe wegen tödlicher Fahrerflucht in Los Angeles aus dem Jahr 2015 ab. Währenddessen startet in Las Vegas der Prozess gegen Duane "Keffe D" Davis. Der ehemalige Anführer "Crips" soll seiner Gang den Befehl gegeben, Tupac zu erschießen. Hintergrund soll eine vorherige Auseinandersetzung gewesen sein.
Knight war in der Nacht des 7. September 1996 selbst am Tatort, fuhr mit 2Pac auf dem Beifahrersitz durch die City, als ein Cadillac neben ihnen auftauchte und Schüsse auf den BMW abgaben. Tupac wurde getroffen und starb wenige Tage später an seinen Verletzungen. Knight (nachfolgendes Foto) überlebte.
Suge Knight bleibt seiner Haltung auch 30 Jahre nach Tupacs Tod treu: Er ist keine Snitch und wird nicht im Fall aussagen. Schon 1996 machte der aktuell Inhaftierte klar, dass er nicht mit der Polizei zusammenarbeiten werde, weil er "nicht dafür bezahlt" werde, Mordfälle aufzuklären. Auch im Prozess gegen Duane "Keffe D" Davis will Knight weder der Anklage noch der Verteidigung helfen. Seine Botschaft: "Lasst mich da raus."
Knight betonte ebenfalls seine unerschütterliche Loyalität zu Tupac und will gleichzeitig den vor Gericht stehenden Davis nicht aktiv belasten. Für ihn ist das Verpfeifen eines Menschen eine Frage der persönlichen Moral und etwas, das er kategorisch ablehnt. Doch nun ist der Prozess offiziell in Nevada gestartet:
In ihren Eröffnungsplädoyers erklärten die Staatsanwälte, dass eine hässliche Rivalität zwischen Gangs auf den Straßen von Compton zur Tötung von Shakur geführt habe. Nachdem der Rapper ins Krankenhaus eingeliefert worden war, war er bei Bewusstsein und soll "nicht mit den Behörden kooperiert" haben. Sechs Tage später war 2Pac tot und Duane "Keffe D" Davis wurde 27 Jahre später verhaftet ...
Beim Prozessauftakt erklärte der Staatsanwalt, dass Duane "Keffe D" Davis für den Tod verantwortlich gewesen sei und sagte: "Er räumt ein, die Waffe, die er in jener Nacht besorgt hatte, auf den Rücksitz des Fahrzeugs gelegt zu haben, damit die Schützen feuern konnten. Sie werden erfahren, dass Duane Davis die Waffe besorgte. ... Sie werden erfahren, dass er in einen weißen Cadillac stieg. Sie werden erfahren, dass Duane Davis – als sich die Gelegenheit zur Vergeltung bot – sicherstellte, dass der Schütze bewaffnet und bereit war, die Rache zu vollstrecken.“
In mehreren Schilderungen, darunter in seinem eigenem Buch "Compton Street Legend", schrieb Davis, sie hätten das Fahrzeug an einer roten Ampel entdeckt und Shakur habe aus dem Fenster des BMW gelehnt und weiblichen Fans zugewinkt.
"Tupac hat sich selbst verraten", sagte Davis in der vor Gericht abgespielten Aufnahme. "Sonst wären sie entkommen."
Seine Anwälte versuchen die Jury und den Richter derweil von einer anderen Geschichte zu überzeugen. "Ich habe das Buch nicht geschrieben; ein Ghostwriter hat dieses Buch geschrieben“, sagte Davis kürzlich in einem Interview laut der LA Times aus der Haft. "Ich wollte damit etwas Geld für meine Familie verdienen."
Wie die Sache wohl ausgehen wird? Wir bleiben dran!
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