Studie: 74 % aller Musiker verdienen kaum Geld
Eine neue Studie zeigt die harte Realität für Musiker ohne Labels: 74 Prozent verdienten 2025 weniger als 1.000 US-Dollar mit ihrer Musik.
Eine neue Studie zeigt die harte Realität für Musiker ohne Labels: 74 Prozent verdienten 2025 weniger als 1.000 US-Dollar mit ihrer Musik.
Dass künstlich erzeugte Musik auf Streamingplattformen längst zum Problem werden kann, zeigt der Fall des US-Amerikaners Michael Smith. Der 54-Jährige aus North Carolina bekannte sich im März 2026 vor einem Bundesgericht in Manhattan schuldig, mit Hilfe von künstlicher Intelligenz hunderttausende Songs erstellt und diese anschließend über tausende Bot-Accounts milliardenfach gestreamt zu haben. Auf diese Weise soll er sich mehr als acht Millionen US-Dollar an Streaming Tantiemen erschlichen haben ...
Und während jemand mit gefälschten Streams Millionen ergaunern konnte, sieht die Realität für viele echte unabhängige Künstler deutlich weniger glamourös aus:
Für den “Independent Music Report 2026” befragte der in Liverpool ansässige Musikvertriebsdienstleister Ditto Music insgesamt 5.039 unabhängige Künstler aus 112 Ländern. Die USA, das Vereinigte Königreich und Südafrika stellten dabei die größten Gruppen unter den Befragten. Das Ergebnis: 74 Prozent verdienten im vergangenen Jahr weniger als 1.000 US-Dollar mit ihrer Musik. Nur neun Prozent der Befragten kamen auf mindestens 5.000 US-Dollar ...
Für die meisten ist Musik kein klassischer 9-to-5-Job: Gerade einmal 22 Prozent der befragten Künstler bezeichneten Musik als ihren Vollzeitberuf. 64 Prozent arbeiten zusätzlich in einem anderen Job, weitere 14 Prozent sind auf Unterstützung durch ihre Familie oder eigene Ersparnisse angewiesen.
Besonders ernüchternd ist auch der Blick nach vorn. Nur 29 Prozent aller Sänger:innen glaubt, dass ihre Einnahmen aus der Musik in den kommenden drei Jahren ausreichen werden. Fast ein Drittel der Befragten dachte in den vergangenen zwölf Monaten sogar darüber nach, die Musikkarriere aufzugeben. Bei den US-amerikanischen Teilnehmern lag dieser Anteil mit 43 Prozent noch höher. Und selbst live aufzutreten, ist für viele keine einfache Lösung: Zwar sind Konzerte nach Streaming die zweitwichtigste Einnahmequelle der Befragten, gleichzeitig sagen 82 Prozent, dass sie sich die Kosten für eine Tour derzeit nicht leisten können. Nur 51 Prozent haben in den vergangenen zwölf Monaten überhaupt einen Live-Auftritt gespielt.
Wenn die großen Einnahmen ausbleiben, müssen Künstler zumindest ihre Reichweite selbst in die Hand nehmen. Social Media ist für viele deshalb längst Teil des Jobs. 86 Prozent der Befragten erstellen Inhalte für soziale Netzwerke, um ihre Musik zu bewerben. Für 49 Prozent sind TikTok oder YouTube sogar die wichtigste Quelle, um neue Fans zu gewinnen. Drei von vier Künstlern halten Erfolg in sozialen Medien für essenziell für eine Musikkarriere.
Die Studie zeichnet damit ein ziemlich eindeutiges Bild: Musik zu veröffentlichen war wahrscheinlich noch nie so einfach wie heute. Davon tatsächlich leben zu können, bleibt für einen Großteil unabhängiger Künstler allerdings eine ganz andere Geschichte ...
Hinweis: Wenn du etwas googelst, erscheint neben den normalen Suchergebnissen auch eine Box mit aktuellen News. Wenn du bigFM als bevorzugte Quelle auswählst, werden dir unsere Inhalte dort künftig häufiger angezeigt. Füge bigFM hier als bevorzugte Quelle hinzu.