Kleinere Hallen: Lily Allen verkauft keine Tickets
Weniger Plätze, gleiche Show: Lily Allen erklärt, warum mehrere US-Konzerte ihrer “West End Girl”-Tour verlegt werden mussten.
Weniger Plätze, gleiche Show: Lily Allen erklärt, warum mehrere US-Konzerte ihrer “West End Girl”-Tour verlegt werden mussten.
Lily Allen gehört seit ihrem Durchbruch mit Hits wie "Smile", "LDN" und "The Fear" zu den bekanntesten Popstars Großbritanniens. Mit ihrem 2025 veröffentlichten Album "West End Girl" schlug die Britin jedoch bewusst neue Wege ein. Das Werk erzählt chronologisch die Geschichte einer zerbrechenden Ehe und wurde von ihrer Scheidung von Schauspieler David Harbour inspiriert.
im Interview Magazine erklärt Lily, warum die CD emotional, aber nicht verbittert ist: "Es ist kein grausames Album. Ich habe nicht das Gefühl, dass ich gemein bin. Es sind einfach die Gefühle, die ich damals verarbeitet habe. Ich habe die Platte innerhalb von zehn Tagen im Dezember geschrieben […] Wir alle erleben Trennungen, und sie sind immer verdammt brutal. […] Es fühlt sich roh und echt an, wie ein direkter Einblick in den Prozess. Damals musste ich vieles verarbeiten und das war großartig für das Album. Aber heute bin ich weder verwirrt noch wütend. Ich brauche keine Rache."
Passend zum Nummer-eins-Album kündigte Lily Allen eine "West End Girl"-Tour an, die keine klassische Popshow beinhaltet. Statt einer Live-Band samt tänzerischer Performance erwartet alle Fans eine theaterähnliche Inszenierung. Lily performt das komplette Album in der ursprünglichen Reihenfolge, spricht während der Show nicht mit dem Publikum und verzichtet bewusst auf Unterbrechungen. Und wir waren unter anderem in London für dich live mit am Start:
Lily Allen ist mit ihrer “West End Girl”-Tour aktuell in Nordamerika unterwegs. Doch nicht alle Shows finden dort statt, wo sie ursprünglich geplant waren. Mehrere Konzerte wurden in deutlich kleinere Hallen verlegt, ein geplanter Auftritt in Montreal wurde sogar komplett abgesagt. Besonders deutlich zeigte sich der geringe Ticketverkauf im Übrigen auch in Chicago: Statt im United Center mit Platz für rund 23.500 Menschen spielte Allen im deutlich kleineren Chicago Theatre, das rund 3.500 Zuschauer fasst. Und jetzt erklärte die Britin, was hinter den Änderungen steckt.
"Die Ticketverkäufe haben nicht gestimmt", startet sie in ihr Interview mit "The Cut" und fügte hinzu: "Ich glaube, die Leute haben manchmal eine falsche Vorstellung von der Gier der Künstler. Und klar, vielleicht gibt es gierige Acts, aber lasst mich kurz erklären, wie diese Abläufe funktionieren: Ich rufe nicht beim MSG [Madison Square Garden] oder anderen Veranstaltungsorten an und sage: 'Ich würde gerne diese Termine buchen, bitte. Vielen Dank. Ich glaube, ich kann diese Arenen füllen.' Die hauseigenen Veranstalter verfügen über Datensysteme, die ihnen anzeigen, ob sie die Tickets tatsächlich verkaufen können. Sie bieten den Künstlern eine bestimmte Summe an und sagen: 'Wir würden diese Veranstaltungen gerne durchführen und glauben, dass wir die Tickets ausverkaufen können. Wären Sie dazu bereit?'"
Allen selbst habe sich bei der ursprünglichen Planung allerdings von Anfang an “unwohl” gefühlt. “Ich sagte zu meinem Manager: 'Bist du sicher? Das schien mir etwas übertrieben.' Und er meinte nur: 'Das ist es, was man mir sagt.' Also haben wir es so hingenommen."
Als am Ende aufgefallen war, dass die Nachfrage nicht ausreichte, wollte Allen die Tour jedoch nicht einfach komplett absagen. "Mit der Zeit sah es einfach so aus, als würde daraus nichts werden. Wir hätten zwar alle Shows absagen können, aber ich habe ein Team von etwa 50 Leuten, die alle davon ausgingen, bis in den Oktober hinein zu arbeiten. Und ich wollte ihnen nicht allen sagen müssen, dass sie keine Arbeit mehr haben würden. Eine weitere Möglichkeit war, die Veranstalter zu fragen, ob es andere verfügbare Locations gab, die der Nachfrage besser entsprachen."
Und auch beim Ticketverkauf selbst bleiben für die Sängerin einige Fragezeichen. "Ich finde, die Live-Branche ist ein Minenfeld, und ich blicke da nicht durch. Ich habe am Tag eines 'ausverkauften' Konzerts Nachrichten von Leuten bekommen, die sagten: 'Ich habe heute ein Ticket für 22 Dollar ergattert.' Offensichtlich werden also in letzter Minute noch etliche Karten freigegeben, während uns gesagt wird, die Tickets seien schon am Tag des Verkaufsstarts restlos weg gewesen. Ich habe keine Ahnung, was zum Teufel da vor sich geht. Irgendjemand weiß es, aber der Künstler ist es nicht."
Doch unterm Strich bleibt für Lily Allen vor allem eine Erkenntnis: Große Hallen sind schön, aber am Ende zählt, dass die Tickets tatsächlich verkauft werden. In Deutschland, Österreich und der Schweiz gibt's derweil keine geplanten Konzerte ...
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