Haftbefehl
picture alliance / dpa / Hannes P. Albert
Haftbefehl
Trägt selbst die Verantwortung

Haftbefehl macht Pause: "Kämpfe jeden Tag!"

Emotionale Beichte: Deutsch-Rapper Haftbefehl kann nicht mehr, ist mental und körperlich am Ende und zieht sich aus dem Game zurück.

Absturz, Netflix-Doku und große Pläne

Haftbefehl hat in den vergangenen Jahren immer wieder offen über seine persönlichen Herausforderungen gesprochen. Besonders deutlich wurde das in der Netflix-Dokumentation "Babo: Die Haftbefehl-Story", die seit dem 28. Oktober 2025 weltweit verfügbar ist. Regisseur Juan Moreno und Regisseur Sinan Sevinç begleiteten den Rapper, der mit bürgerlichem Namen Aykut Anhan heißt, über einen Zeitraum von mehr als zwei Jahren.

Die Dokumentation zeigt den Frankfurter zwischen Karriere, persönlichen Krisen und seinem Versuch, sein Leben neu zu ordnen. Das Interesse war riesig: Haftbefehl war nach dem Release im gesamten Jahr die meistgegoogelte Person Deutschlands. Zudem wurde die Produktion mit dem Deutschen Kamerapreis ausgezeichnet. Die Jury begründete ihre Entscheidung mit den Worten:

"Auf den Spuren radikaler Ehrlichkeit führen uns Marco Rottig, Philipp Schnabel und David Gesslbauer in einen intensiven Schlagabtausch aus Rausch, Familiengeschichten und Lyrics der Selbsttherapie. Bild- und tongewaltig verweben sie die dunklen Seiten der kontroversen Persönlichkeit des Aykut Anhan und Haftbefehl und schälen dabei Schicht um Schicht frei. So brachial die Schnitte Aykut zu Hafti aufbauen, so sehr zerlegt die Montage die Kunstfigur. Der exzellente Schnittrhythmus macht BABO zu einem Gesamtkunstwerk, welches uns über 90 Minuten gebannt zuschauen lässt. No exit, Brudi."

Comeback und Absagen

2026 schien für Haftbefehl ganz im Zeichen des Comebacks zu stehen. Im April überraschte der Deutsch-Rapper die Fans beim Saison-Opening des Megaparks auf Mallorca und stand erstmals auf der berühmten Partyinsel auf der Bühne.

Wenige Wochen später folgte ein weiterer großer Auftritt beim Xatar-Gedenkkonzert in der Kölner LANXESS arena. Parallel dazu kündigte Haftbefehl drei große Hallenkonzerte für den Herbst 2026 an: Am 20. September in der Frankfurter Festhalle, am 15. Oktober in der Mitsubishi Electric Halle in Düsseldorf und am 18. Oktober in der Max-Schmeling-Halle in Berlin.

Haftbefehl in Gießen
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Haftbefehl in Gießen

Umso größer war die Enttäuschung beim World Club Dome in Frankfurt. Haftbefehl sollte am 7. Juni auf der Outdoor Mainstage im Deutsche Bank Park auftreten und zwischen 19:00 und 19:45 Uhr performen. Tausende Besucher warteten auf den Auftritt, doch der Rapper erschien nicht. Gegen 19:20 Uhr informierten die Veranstalter zunächst über eine Verzögerung. Nach rund 90 Minuten Wartezeit folgte schließlich die endgültige Absage.

Später meldeten sich die Veranstalter auf Social Media zu Wort und erklärten:

"Wir haben alles versucht, aber Haftbefehl hat den Auftritt soeben abgesagt."

Absage Haftbefehl - WorldClubDome
Instagram / WorldClubDome
Absage Haftbefehl - WorldClubDome

"Kämpfe jeden Tag!"

Während Fans bis heute auf eine Nachricht oder Entschuldigung von Hafti warten, gibt es nun ein Update: Der Deutsch-Rapper hat nicht nur alle Posts auf Instagram gelöscht, sondern auch ein Statement veröffentlicht und erklärt, dass er "jeden Tag kämpfen" würde. Das hat zur Folge, dass Haftbefehl eine Auszeit einlegen und sich um seine mentale Gesundheit kümmern muss. Er schrieb unter anderem:

"Aktuell bin ich emotional und körperlich nicht in der Verfassung, aufzutreten. Die Zeit nach der Doku, die große Aufmerksamkeit und der ganze Rummel haben mich zusätzlich belastet. Deshalb brauche ich jetzt Ruhe und Zeit, um mich auf meine Gedunkelt zu konzentrieren und wieder zu Kräften zu kommen. Ich kämpfe jeden Tag daran, wieder auf die Beine zu kommen, und hoffe, dass ihr Verständnis für meine Situation habt."

Via Instagram-Story fügte Hafti abschließend hinzu, dass er niemandem die Schuld an seinem aktuellen Zustand geben möchte - außer sich selbst: 

Haftbefehl - Instagram Auszeit
Instagram / Haftbefehl
Haftbefehl - Instagram Auszeit

Nasen-OP überstanden

Während Hafti mit seiner mentalen Gesundheit zu kämpfen hat, plauderte Ehefrau Nina aus dem Nähkästchen und gestand, dass sich der Rapper in Zukunft nicht mehr unter der Sturmhaube, dem Schal oder im hochgezogenen Rollkragen verstecken muss, denn: Haftbefehl hat sich einer aufwendigen, rund vierstündigen Rekonstruktion der Nasenscheidewand unterzogen. Und das nicht aus Eitelkeit, sondernm weil er keine Lust habe, dass alle auf seine Nase starren. Für Nina ist das fast übertrieben: Sie findet, ihr Mann sehe völlig normal aus.

“Er hat ja eine Nase”, sagte sie gegenüber der BILD und fügte hinzu: “Die Nasenscheidewand wird neu aufgebaut. Ich werde an seiner Seite sein.”

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